Verletzt ein Krankenpfleger bei der Behandlung einen Patienten, haftet er. Einen Behandlungsfehler muss der Patient dafür nicht nachweisen.

Das Oberlandesgericht Zweibrücken sprach einem Patienten Schmerzensgeld zu. Er hatte bei einer Einlaufbehandlung eine Darmverletzung erlitten (Az. 5 U 48/06). Die Klinik hatte eine Haftung abgelehnt, weil der Patient einen Fehler des ­Pflegers nicht bewiesen hatte.

Doch dass musste er nach Ansicht des Gerichts auch gar nicht. Der Nachweis eines Behandlungsfehlers sei Patienten meist unmöglich. Dafür fehle ihnen das medizinische Fachwissen. Deshalb gelte bei der Krankenpflege wie im Arzthaftungsrecht eine Beweislastumkehr: Treten nach einer Behandlung Verletzungen auf, müssen Arzt oder Pfleger nachweisen, dass sie alles richtig gemacht haben. Sonst haften sie.

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