Das Opfer eines ärztlichen Behandlungsfehlers hat Anspruch darauf, dass der Schaden so gut wie möglich behoben wird – auch wenn dies nur durch ­eine teure privatärztliche Behandlung möglich ist.

Bezahlen muss die Haftpflichtversicherung des Arztes oder Zahnarztes, der den Schaden verursacht hat. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Bun­desgerichtshofs hervor (Az. VI ZR 266/03).

Ein Zahnarzt hatte bei der Behandlung einer gesetzlich krankenversicherten Patientin so gepfuscht, dass sie danach unter schlimmen Schmerzen im Gesicht und im Kiefer litt. Die daraufhin nötige aufwendige Zahnsanierung ließ die Frau von einem Spezialisten ihres Vertrauens machen, der ihr auf privatärztlicher Basis rund 24 000 Euro in Rechnung stellte.

Ihre Krankenkasse übernahm diese Kosten nicht. Aber auch die Haftpflichtversicherung des Pfusch-Doktors wollte zunächst nicht zahlen: Für eine privatärztliche Behandlung einer Kassenpatientin müsse sie nicht aufkommen.

Doch die Richter gaben der Patientin Recht. Wenn ein Kunstfehler mit den Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung nicht beseitigt werden kann oder andere wichtige Gründe für eine Privatbehandlung vorliegen, dann muss die Versicherung des Schädigers die Kosten voll tragen.

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