Viele Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler sind im vergangenen Jahr von Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern anerkannt worden. Bei insgesamt 7 133 Anträgen wurde 1695-mal auf Behandlungsfehler entschieden – am häufigsten bei der stationären Behandlung der Hüftgelenk­arthrose, ein häufiger Eingriff: Von 234 vermuteten Fehlern bestätigten sich laut den Gutachtern hier 64. Im vergangenen Jahr wurden rund 150 000 künstliche Hüften implantiert. Die Fehler bei der Behandlung degenerativer Veränderungen des Hüftgelenks (Coxarthrose) waren meist handwerklicher Natur. Im ambulanten Bereich wurden die meisten Fehler bei der Behandlung von Brustkrebs (38) und Rückenschmerzen (21) festgestellt. In Arztpraxen gab es häufig Fehlbeurteilungen bei Blinddarmentzündungen. Die Meldungen bei Schlichtungsstellen stellen nur etwa ein Viertel aller offiziell erfassten Vorwürfe auf Fehler bei ärztlichen Behandlungen dar. Die meisten Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler gehen bei Krankenkassen, Gerichten oder Haftpflichtversicherern ein.

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