Mehr als 4 000 Behand­lungs­fehler hat der Medizi­nische Dienst der Krankenkassen 2011 bestätigt. Die Gutachter prüften 12 686 Vorwürfe – etwas mehr als 2010. Zwei Drittel richteten sich gegen Kliniken, der Rest gegen nieder­gelassene Ärzte. Besonders viele Beschwerden betrafen Chirurgen. Die Statistik umfasst aber nur Vorwürfe, die über die Krankenkassen eingehen. Daneben können sich Patienten an Beschwerde­stellen in Kliniken und die Ärztekammern wenden oder Mediziner direkt verklagen. Eine Fülle von Behand­lungs­fehlern bleibt wohl ungemeldet. Einen Über­blick, wie Betroffene im Verdachts­fall vorgehen können, bietet das Aktions­bündnis Patientensicherheit (www.aktionsbuendnis-‧patientensicherheit.de). Einige Verbesserungen sieht das Patientenrechtegesetz vor, das 2013 in Kraft treten soll. Demnach soll sich zumindest bei schweren Verdachts­fällen die Beweislast umkehren. Bisher musste immer der Patient dem Arzt den Fehler und den daraus entstehenden Schaden nach­weisen, um Schaden­ersatz zu bekommen.

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