Behand­lungs­fehler Meldung

Wenn eine ärzt­liche Behand­lung schief- läuft, können Patienten sich wehren.

Nach dem Arzt­besuch kränker als zuvor – ein Albtraum. Doch Jahr für Jahr sind Tausende Patienten von Ärzt­epfusch betroffen. Eine erste Anlauf­stelle für Betroffene sind die Krankenkassen. Wie Sie bei Behand­lungs- und Pflege­fehlern juristisch erfolg­reich gegen Ärzte vorgehen, erklärt unser neuer Ratgeber Ihr Recht bei Ärztepfusch.

Medizi­nischer Dienst der Kassen untersucht Behand­lungs­fehler

Die Qualität der medizi­nischen Versorgung in Deutsch­land ist im Allgemeinen gut. Trotzdem kommt es in Krankenhäusern und in Arzt­praxen zu Behand­lungs­fehlern. Im Jahr 2016 untersuchten Gutachter des Medizi­nischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) rund 15 000 Fälle, in denen Ärzten Behand­lungs­fehler vorgeworfen wurden. In mehr als 3 500 Fällen stellten sie fest, dass Patienten durch Ärzt­epfusch Schaden entstanden war. Die Dunkelziffer der Behand­lungs­fehler dürfte höher sein. Das Aktions­bündnis Patientensicherheit geht sogar von 600 000 bis 700 000 Fällen jähr­lich aus.

Amputation nach Ärzte­fehler

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Podcast: Erfolg­reich vorgehen bei Behand­lungs- und Pflege­fehlern.

Im Juni 2017 wurden einem Patienten 50 000 Euro Schmerzens­geld zugesprochen (Ober­landes­gericht Hamm, Az. 26 U 59/16). Der Mann hatte sich eine Prellung am Unter­arm zugezogen, die sein Haus­arzt mit einer Schiene behandelte. Als sich bei dem Patienten Symptome des gefähr­lichen Kompart­ment­syndroms – Schwellung, Blut­erguss, starke Schmerzen und Bewegungs­einschränkungen – zeigten, wechselte der Arzt die Schiene und verschrieb Schmerz­mittel. Als der Arm dick geschwollen war, kam der Patient ins Kranken­haus, dort musste der Unter­arm amputiert werden. Dass der Haus­arzt die Komplikation nicht abge­klärt hatte, werteten die Richter als groben Behand­lungs­fehler.

Tipp: Wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse, wenn Sie einen Behand­lungs­fehler vermuten. Ihre Kasse kann eine für Sie kostenlose Begut­achtung durch den MDK veranlassen. Auch die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet Betroffenen Hilfe an.

Ratgeber der Stiftung Warentest

Behand­lungs­fehler Meldung

Ob falsche Diagnose, Behand­lungs­fehler oder Operations­fehler – unser Ratgeber Ihr Recht bei Ärztepfusch – Erfolgreich vorgehen bei Behandlungs- und Pflegefehlern liefert betroffenen Patienten ausführ­liche Antworten auf alle recht­lichen Fragen und gibt wichtige Hinweise unter anderem zur optimalen Beweisführung und zum richtigen Verhalten vor Gericht. Das Buch hat 160 Seiten und ist für 19,90 Euro im test.de/shop und im Buch­handel erhältlich.

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