Bundes­gesetze sehen keine Unter­halts­pflicht zwischen Geschwistern zu Lebzeiten vor. Im Falle eines Todes kann ein Bruder aber durch­aus verpflichtet sein, die Beerdigungs­kosten seiner Schwester zu über­nehmen, wenn keine anderen Angehörigen da sind, entschied das Verwaltungs­gericht Oldenburg (Az. 5 A 1706/14). Im vorliegenden Fall klagte ein Bruder gegen die Stadt Emden, weil sie von ihm eine Erstattung der Beerdigungs­kosten seiner Schwester in Höhe von rund 2 000 Euro forderte.

Das Gericht wies die Klage ab und stellte klar: Die Kosten seien entsprechend der im Bestattungs­gesetz von Nieder­sachsen genannten Reihen­folge der „bestattungs­pflichtigen Personen“ zu tragen.

Das sind zunächst der Ehepartner, dann die Kinder, Enkel­kinder, Eltern, Groß­eltern und Geschwister. Eine ähnliche Rang­folge zur Über­nahme der Totenfür­sorge findet sich in fast allen Bestattungs­gesetzen der Bundes­länder.

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