Beerdigungs­kosten Der Bruder muss zahlen

30.07.2015

Bundes­gesetze sehen keine Unter­halts­pflicht zwischen Geschwistern zu Lebzeiten vor. Im Falle eines Todes kann ein Bruder aber durch­aus verpflichtet sein, die Beerdigungs­kosten seiner Schwester zu über­nehmen, wenn keine anderen Angehörigen da sind, entschied das Verwaltungs­gericht Oldenburg (Az. 5 A 1706/14). Im vorliegenden Fall klagte ein Bruder gegen die Stadt Emden, weil sie von ihm eine Erstattung der Beerdigungs­kosten seiner Schwester in Höhe von rund 2 000 Euro forderte.

Das Gericht wies die Klage ab und stellte klar: Die Kosten seien entsprechend der im Bestattungs­gesetz von Nieder­sachsen genannten Reihen­folge der „bestattungs­pflichtigen Personen“ zu tragen.

Das sind zunächst der Ehepartner, dann die Kinder, Enkel­kinder, Eltern, Groß­eltern und Geschwister. Eine ähnliche Rang­folge zur Über­nahme der Totenfür­sorge findet sich in fast allen Bestattungs­gesetzen der Bundes­länder.

30.07.2015
  • Mehr zum Thema

    Erbrecht Zehn Irrtümer rund ums Erbe

    - Für viele ist es ein zentrales Thema: Wer bekommt mein Vermögen, wenn ich sterbe? Die erbrecht­lichen Regeln sind komplex und laden dazu ein, miss­verstanden zu werden....

    Bestattungs­recht Wenn es Streit gibt um die Grab­gestaltung

    - Durch­schnitt­lich 23 Jahre müssen sich Angehörige hier­zulande um die Pflege eines Friedhofs­grabs kümmern. So lange beträgt die durch­schnitt­liche Ruhe­zeit der...

    Bestattung Ein Grab für Mensch und Tier

    - Immer mehr Friedhöfe erlauben gemein­same Gräber für Mensch und Tier. Ab März 2020 ist dies in Hamburg möglich. Hier lesen sie die Details der neuen Bestattungs­regelung.