Beamer von Real Schnelltest

Real bietet zur Zeit einen Multimedia-Projektor für 999 Euro an. Das ist für einen Beamer nicht viel Geld. Solche digitalen Projektoren kosten auch schon mal das Doppelte. Im aktuellen Beamer-Test in test 5/2004 war die Preisklasse unter 1 000 Euro eher die Ausnahme. Laut Werbung ist Reals Packard Bell „ideal für Präsentationen von Charts direkt vom PC oder Notebook“. Er führt auch Videos und Fernsehprogramme im Heimkinoformat vor. Ob er dafür wirklich ideal ist, zeigt der Schnelltest.

Handlich, aber wenig vielseitig

Auf den ersten Blick macht der Packard Bell einen ordentlichen Eindruck: Das Gehäuse ist kompakt und handlich. Die Ausstattung dagegen hat nur durchschnittliches Niveau: Die Vielseitigkeit des Real-Projektors hält sich in Grenzen. Er hat die üblichen Ein- und Ausgänge. DVI- und Scart-Eingänge fehlen zum Beispiel und das Gerät hat keinen Sparbetrieb, um die Lebensdauer der Lampe zu erhöhen. Im aktuellen Beamer-Test (Heft 5/2004) waren fast alle Geräte vielseitiger als das von Real.

Kein gutes Bild

Was zählt, ist das Bild. Auch hier überzeugt der Packard Bell nicht. Egal ob Computergrafiken und -animationen, Filme oder Fotos: Die Bildqualität bleibt durchschnittlich. Grafiken zeigt er noch am besten. Trotzdem: Im Vergleich zu den meisten Geräten aus dem Vergleichstest projiziert er Bilder schlechter. Und die beurteilte Bildqualität erreichen Käufer nur dann, wenn sie Helligkeit und Farbe des Bildes manuell korrigieren. Die Grundeinstellung des Geräts liefert nämlich die schlechteren Werte. Diese manuelle Korrektur sollte eigentlich keine Pflichtaufgabe sein.

Anleitung und Aufbau klappt gut

Die sehr schlichte und etwas unübersichtliche Bedienungsanleitung ist recht ordentlich. Sie ist aber auch die einzige Hilfe. So etwas wie eine Kurzanleitung gibt es nicht. Wer es damit geschafft hat, den Beamer anzuschließen, kann das Bild mit einem komfortablen Hebel scharf stellen. Auch das optische Zoomen übernimmt ein weiterer Hebel. Wenn der Käufer die Höhe verstellt, um die Neigung des Geräts der Leinwand anzupassen, dann hat er nur wenige Rastpunkte.

Unbeleuchtete Fernbedienung

Die Menüführung ist okay: nicht ganz einfach, aber relativ übersichtlich. Etwas problematisch wirds bei der Fernbedienung. Sie ist zwar sehr klein und handlich. Aber durch die Mini-Beschriftung ist sie - gerade im Dunkeln - kaum zu bedienen, weil die Funktionen nicht erkennbar sind. Das ist bei Beamern ein echter Nachteil, weil sie bei Filmabenden oder Diavorträgen häufig im Dunkeln eingesetzt werden.

Nerviges Betriebsgeräusch

In einem entscheidenden Merkmal enttäuscht der Packard Bell vollends: der Lautstärke. Unter typischen Geräuschverhältnissen in einem Wohnzimmer ist er mit seinen 48 Dezibel viel zu laut. Das nervt nicht nur beim Filme gucken. Fast alle Projektoren aus dem aktuellen Test waren deutlich leiser. Ein weiterer dicker Minuspunkt: Reals Angebot treibt die Stromrechung in die Höhe. Der Beamer verbraucht im Standby 6 Watt. Und dieser Verbrauch ist nur umständlich zu vermeiden. Denn es fehlt ein Netzschalter. Da hilft nur eins: Stecker raus.

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