Beamer von Plus Schnelltest

Acer XD 1150

Acer XD 1150

Beamer verwandeln gewöhnliche Wohnzimmer in Kinosäle. Allerdings nur bei Gutbetuchten, denn die Geräte kosten im Normalfall zwischen 900 und 2 500 Euro. Vor diesem Hintergrund wirkt die aktuelle Plus-Werbung für einen 399 Euro-Beamer von Acer fast wie ein Druckfehler. Aber Plus sagt selbst: „Irre billig!“ Und die Einkäufer der Stiftung Warentest bestätigen: Der Preis stimmt. Ob der Beamer auch zum Kinovergnügen taugt, zeigt der Schnelltest.

Eine Anleitung für vier Geräte

Technische Laien können beim Auspacken leicht in Panik geraten: Die beigelegte Kurzanleitung beschränkt sich pro Sprache auf eine Seite und ist kaum hilfreich. Eine ausführlichere Bedienungsanleitung gibt es nur auf CD. Wer keinen Computer hat, ist also aufgeschmissen. Doch selbst mit Computer ist die Anleitung keine Freude: Sie beschreibt vier verschiedene Beamer-Modelle. Ein Teil der 45 Seiten ist daher für das Gerät von Plus überflüssig. Grund: Der Acer XD 1150 ist einfacher ausgestattet und enthält weniger Zubehör als die anderen.

Englische Fernbedienung

Die englischsprachige, nur spärlich mit Symbolen versehene Fernbedienung ist offenbar ebenfalls für alle vier Modelle konzipiert. Einige Tasten wie „DVI“, „Mute“ oder „Volume“ haben beim XD 1150 keine Funktion. Wer des Englischen nicht mächtig ist, steht mit dieser unbeleuchteten Fernbedienung also im wahrsten Sinne im Dunkeln. Die Kurzanleitung erklärt jedenfalls weder die Fernbedienung noch die einzelnen Tasten.

Anstrengender Regenbogeneffekt

Der XD 1150 ist mit Digital Light Processing (DLP) ausgestattet. Das Problem dieser Technik: Wenn sich helle Objekte vor dunklem Hintergrund bewegen, blitzen oft rot-grün-blaue Ränder durchs Bild. Dieser so genannte Regenbogeneffekt tritt beim XD 1150 besonders stark auf, weil sich das Farbrad des Projektors fürs menschliche Auge zu langsam dreht. Manche Zuschauer reagieren empfindlich darauf, weil es die Augen anstrengt.

Lautes Nebengeräusch

Ebenfalls störend: Der Lüfter rauscht relativ laut. Das ändert sich selbst bei geringerer Helligkeit nicht. Aufwendiger konstruierte und somit teurere Geräte sind in der Regel deutlich leiser.

Starres Objektiv

Der Zoom fällt mit Faktor 1,1 recht klein aus. Damit lässt sich das Bild nur minimal an die Projektionsfläche anpassen. Muss der Beamer aber an einem bestimmten Ort im Raum stehen, lässt sich an der Bildgröße zu wenig verändern. Das Verhältnis von Bildbreite zum Abstand zwischen Beamer und Projektionsfläche beträgt etwa 0,50 bis 0,55. Bei drei Metern Abstand ergibt das 1,50 bis 1,65 Meter breite Bilder. Wer größere Bilder wünscht, muss den Projektor weiter entfernen. Weiteres Manko des Plus-Geräts: Um unverzerrte Bilder seitlich versetzt zu projizieren, müsste sich das Objektiv seitlich verschieben lassen. Das ist beim XD 1150 nicht möglich. Statt dessen muss er schräg zur Wand stehen. Dann gibt es allerdings trapezförmige Bilder. Besser ausgestattete Projektoren können sowohl das Objektiv verschieben als auch die Bildgröße bis zum Zoomfaktor 2 anpassen.

Unnötiger Stromverbrauch

Zu allem Überfluss frisst der XD 1150 im Standby auch noch unerhört viel Strom: 10 Watt. Bei durchschnittlich zwei Stunden Betriebsdauer am Tag verursacht der Beamer in zehn Jahren rund 150 Euro Stromkosten allein im Wartezustand. Einen Netzschalter gibt es nicht. Im regulären Vergleichstest hätte der Beamer in diesem Prüfpunkt ein „Mangelhaft“ bekommen.

test-Kommentar: Einsteigermodell
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

Dieser Artikel ist hilfreich. 150 Nutzer finden das hilfreich.