Beamer von Plus Schnelltest

Sagt Plus und verkauft diese Woche Beamer für 299 Euro. Solch ein niedriger Preis macht skeptisch: Gute Beamer kosten normalerweise ab 1 000 Euro aufwärts. Im Schnelltest musste der InFocus X16 zeigen, was er kann.

Große Show im kleinen Raum

Digitalfotos als Diashow an der Wohnzimmerwand, Spielfilme im Kinoformat oder Powerpoint-Präsentationen zum Zugucken für alle: Ein Beamer machts möglich. Der InFocus X16 von Plus wirft Bilder von Postergröße (75 Zentimeter Diagonale) bis Riesenformat (6,5 Meter Diagonale) an die Wand. Der Beamer akzeptiert Signale von Computern, Camcordern oder DVD-Spielern. Voraussetzung: ein VGA-Anschluss oder ein Adapterkabel von der Videokomponente auf VGA. Notfalls reicht auch der Anschluss per Composite-Kabel. Scart-Verbindungen kennt der InFocus X16 nicht. Auch ein digitaler Eingang wie DVI oder HDMI fehlt.

DLP mit Regenbogeneffekt

Der InFocus X16 projiziert mit dem Digital Light Processing (DLP) System. Das Problem dieser Technik: Wenn sich helle Objekte vor dunklem Hintergrund bewegen, blitzen oft rot-grün-blaue Ränder durchs Bild. Dieser so genannte Regenbogeneffekt tritt bei dem Plus-Beamer auf, weil sich das Farbrad des Projektors fürs menschliche Auge zu langsam dreht. Manche Zuschauer reagieren empfindlich darauf, weil es die Augen anstrengt.

Mittelmäßige Bildqualität

Alles in allem liefert der Beamer von Plus nur mittelmäßige Bilder. Für den Computerbetrieb ist die Auflösung mit 800 x 600 Bildpunkten gering. Im Vergleich mit einem guten Gerät aus dem letzten Beamertest wirken die Bilder des InFocus X16 unscharf. Bei höher aufgelösten Bildern entstehen kleine Treppen an schrägen Linien und Rundungen. Das stört. Was dem Gerät fehlt, ist ein HDMI-Eingang für hochwertige Bild- und Fernsehsignale. Für hochwertige Wiedergabe vom DVD-Spieler bietet der Beamer nur einen Komponenten-Videoeingang. Das dafür nötige Adapterkabel fehlt allerdings.

Laute Lüftergeräusche

Fürs Heimkino ist der Projektor nur bedingt geeignet. Während der Filmvorführung rauscht das Gerät hörbar. Vor allem im Standard-Modus, wenn die Projektorlampe am hellsten strahlt. Die Messgeräte registrierten dann 43 Dezibel allein vom Lüfter. Das nervt. Im Sparmodus, wenn die Projektionslampe nicht ganz so hell strahlt, ist der Lüfter gerade noch erträglich. Die Tonqualität des eingebauten Lautsprechers macht ebenfalls keine Freude. Fazit: Für knallige Actionfilme ist der Beamer noch ok. Stimmungsvolle Sequenzen macht das Lüfterrauschen jedoch kaputt.

Fernbedienung blind beherrschen

Für die Bedienung verdient der Plus-Beamer allenfalls eine Goldene Himbeere. Der Zoombereich ist sehr klein. Bilder kann er gerade mal auf das 1,1-fache aufblasen. Wer die Größe des Bildes variieren will, muss die Entfernung zur Wand ändern. Die Fernbedienung ist klein und im Dunkeln kaum zu erkennen. Die Tasten sind unbeleuchtet. Wer im Wohnzimmerkino Regie führen will, muss die Fernbedienung also blind beherrschen. Außerdem reagiert der Projektor nur auf Fernbedienungsbefehle, die von vorn oder hinten kommen. Befehle von der Seite ignoriert er.

Hohe Folgekosten

Bei den Anschaffungskosten von 299 Euro bleibt es leider nicht. Der Beamer hat keinen Netzschalter. Im Standby zieht er kontinuierlich 7,6 Watt. Wer nicht den Stecker zieht, zahlt im Jahr rund 12 Euro für nichts und wieder nichts. Teuer wird es auch, wenn die Lampe kaputt geht. Eine Ersatzlampe für diesen Beamer kostet rund 190 Euro.

Im Test: 12 Beamer

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