Beamer im Test 10 von 15 sind gut – aber nur wenn‘s dunkel ist

Beamer im Test - 10 von 15 sind gut – aber nur wenn‘s dunkel ist
Mit Freunden. Beamer bringen ein riesiges Bild auf die Leinwand. Perfekt zum Fußball­gucken in Gesell­schaft. © Pablo Castagnola

Sie sind die erste Wahl fürs private Public Viewing. Fast alle Beamer im Test über­zeugen mit guter Bild­qualität. Die zeigt sich aber nur in dunkler Umge­bung voll­ends.

Beamer im Test

  • Testergebnisse für 15 Beamer 06/2018 Anzeigen
  • Testergebnisse für 18 Beamer 06/2016 Anzeigen
Inhalt

Der Stehkragen ist frisch gestärkt, die Taktik verinnerlicht, der Blick fokussiert, der Text der Nationalhymne sitzt. Am 17. Juni geht es los für „Die Mann­schaft“ von Jogi Löw. Die deutsche National­mann­schaft absol­viert ihr Auftakt­spiel bei der Fußball-Welt­meisterschaft 2018 gegen Mexiko. Wenn Jogis Mannen dann das erste Mal gegen den Ball treten, geht nicht nur für sie die Vorbereitung auf das vierwöchige Fußball­spektakel zu Ende. Auch für Millionen von Fans weicht die Vorfreude konzentrierter Anspannung während der ersten Begegnung. Damit beim Public Viewing mit Freunden oder Nach­barn nicht schon die Technik für Anspannung sorgt, haben wir 15 Beamer getestet. Im Unterschied zur WM steht das Ergebnis bereits fest: Wie Jogi Löw können auch Beamerkäufer unter vielen Talenten wählen, um Fußball im Groß­format zu erleben. Gleich zehn Projektoren meistern den Test gut. Darunter ist jedoch kein einziger Kurz­distanz-Beamer, der anders als konventionelle Geräte sehr nah an der Leinwand aufgestellt werden kann.

Epson gewinnt das Match

Am Ende über­zeugen zwei Geräte von Epson am meisten. Mit 735 und 920 Euro liegen sie preislich im Mittel­feld. Der mit 2 900 Euro teuerste Beamer im Test, von Sony, verbraucht viel Strom und ist deswegen nur ausreichend.

Unser Rat

Tolle Beamer gibts so viele wie deutsche Feld­spieler auf dem Platz. Von den zehn guten avancieren im Test­spiel gleich zwei zum Spielmacher, beide vom gleichen Club. Der Epson EH-TW5400 ist mit 735 Euro etwas güns­tiger, der Epson EH-TW5650 (920 Euro)glänzt mit etwas besserer Bild­qualität. Eine gute Leistung für güns­tige 430 Euro Ablösesumme beweist Viewsonic PJD7720HD.

Routiniers und Newcomer

Seit dem letzten Beamertest hat sich einiges getan. Die Neuerungen betreffen besonders die verwendete Licht­quelle. Waren 2016 noch Beamer mit LED im Spiel, setzen die Hersteller mitt­lerweile kaum noch auf die energieeffiziente Technik. Die jetzt geprüften Projektoren arbeiten meist mit einer Queck­silber­dampf-Hoch­druck­lampe. Erst­mals tauchen auch für Verbraucher Geräte auf, in denen ein Laser das Licht liefert. Dank des Lasers strahlt das Bild deutlich heller auf der Leinwand. Das macht die Laser­beamer etwas tauglicher für Räume, die nicht komplett abge­dunkelt werden können. Sie sind aber viel teurer als die anderen. Die zwei im Test, Epson EH-LS100 und Sony VPL-PHZ10, kosten fast 3 000 Euro – mehr als das Dreifache der beiden Testsieger. Auch bei den Strom­kosten fallen die Laser stärker ins Gewicht. Wird das Gerät täglich eine Stunde im Normal- und eine Stunde im Spar­betrieb genutzt und den Rest der Zeit im voreinge­stellten Standby betrieben, verursacht der Sony Kosten von 80 Euro im Jahr. Der Strom­verbrauch des Epson summiert sich auf 59 Euro.

Nicht hell genug für Tages­licht

Doch auch die hellsten Beamer können bei Tages­licht kein kontrast­reiches Bild auf die Leinwand bringen. Wir konnten zwar messen, dass die Laser­beamer deutlich leucht­stärker sind als die anderen Projektoren, doch für ein Nach­mittags­spiel bei Sonnen­schein reicht die Helligkeit nicht aus. Das liegt auch an der Leinwand. Anders als beim Fernseher reflektiert sie jedes Licht. Kann der Fernseher, um Schwarz darzustellen, einzelne Pixel ganz abschalten, reflektiert die Leinwand auch Licht, wenn sie Schwarz wiedergeben soll. Fußball­fans nervt das besonders, wenn etwa der Rasen im Schatten ist. Während die weißen Trikots der National­mann­schaft dann noch vergleichs­weise gut zu erkennen sind, wird es mit den blauen Trikots der Franzosen schon schwieriger. Da hilft nur, den Raum abzu­dunkeln. Draußen klappt das Public Viewing am besten bei den Abend­spielen.

Nicht nur die unterschiedlichen Licht­quellen sorgen für verschiedene Eindrücke, auch der Bild­geber im Beamer beein­flusst das Bild entscheidend. Er erzeugt aus dem gleich­mäßigen Licht der jeweiligen Licht­quelle ein für den Zuschauer sicht­bares Bild. Bei den Beamern im Test kommen zwei unterschiedliche Techniken zum Einsatz: DLP oder LCD. Digital Light Processing, DLP, nutzt Millionen bewegliche Mikrospiegel, die das Bild durch eine rotierende Farb­scheibe pixelgenau zum Objektiv des Beamers lenken. LCD-Beamer verwenden Flüssig­kristalle (Liquid Crystal Display), die auch in Fernsehern das Bild erzeugen. Für die drei Farben Rot, Grün und Blau gibt es je einen eigenen LCD-Chip. Vorteil: Anders als beim DLP-Verfahren entsteht kein störender Regenbogen-Effekt. Der zeigt sich besonders an harten Kanten im Bild und irritiert sensible Augen.

Beamer im Test - 10 von 15 sind gut – aber nur wenn‘s dunkel ist
Mit Leinwand. Auf eine wellige Oberfläche können nur Lang­distanz­beamer gut projizieren. © Pablo Castagnola

UHD bringt kaum Vorteile

Als Einzige im Test bieten Acer M550, BenQ W1700 und Optoma UHD550X UHD-Auflösung, also viermal so viele Bild­punkte wie HD. Die höhere Pixeldichte macht sich im Sehtest zwar bemerk­bar, doch die Unterschiede sind recht gering. Zudem muss entsprechendes Bild­material zugespielt werden, etwa von einem UHD-Blu-ray-Spieler. Wer die deutsche National­mann­schaft in UHD sehen will, braucht ein Abo des Bezahlsenders Sky und den passenden Receiver Sky+ Pro.

Bei vielen Beamern wird es hitzig

Nicht nur auf dem Platz geht es bisweilen hitzig zu. Auch die Beamer heizen den Zuschauern ein. Das Gehäuse des BenQ W1050 erhitzt sich auf bis zu 80 Grad. Er schneidet in diesem Prüf­punkt nur ausreichend ab. Vor einer schlechteren Bewertung rettet ihn sein Plastikgehäuse. Das leitet die Wärme nicht ganz so schnell an eine Hand weiter wie ein Metall­gehäuse.

Stören kann Zuschauer auch das Betriebs­geräusch einiger Projektoren. Der befriedigende Epson EH-LS100 rauscht so laut, dass Fußball­fans die ange­schlossenen Laut­sprecher ordentlich aufdrehen müssen, um die Stadionatmo­sphäre gut hören zu können. Besser macht es der Optoma UHD550X. Er ist angenehm leise und daher eine gute Wahl für alle, die einen ruhigen Abend erleben wollen.

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24 Kommentare Diskutieren Sie mit

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drathert am 14.10.2021 um 16:58 Uhr
Veröffentlichung der Messwerte

Hallo Test-Team, sollte das Veröffentlichen von Messergebnissen in der Heftausgabe zu umfangreich, bzw. zu unübersichtlich sein, könntet Ihr dies aber hier auf Eurer Website nachholen und Eure Testergebnisse damit transparenter machen. Es ist doch schade, wenn es die Daten gibt, diese hier nicht zu veröffentlichen. Was sollte dem entgegenstehen? Es würde Zudem dem Internetauftritt eine zusätzliche Relevanz verleihen. Viele Grüße, D. Rathert

AndreasP am 20.06.2021 um 19:25 Uhr
Neuer Beamer-Test

Hallo liebes Test-Team,
können wir bald mit einem neuen Beamer-Test rechnen? Der Test aus 2018 ist mittlerweile drei Jahre alt, und es sind nur noch drei der getesteten Modelle als lieferbar geführt, der Testsieger ist nicht darunter. Auch technisch hat sich einiges getan. Wirklich hilfreich ist das so nicht mehr.

derdurchdiescheibeboxXxer am 21.05.2020 um 19:48 Uhr
Beamer Test Corona

Was sind Alternativen oder Nachfolgermodelle des BenQ TH671ST? Kurzdistanz, kostengünstig. Großes Bild auf kurze Distanz - und das bitte möglichst leise. Ich verbringe momentan recht viel Zeit zu Hause. Brauche einen vernünftigen, aktuellen Beamer Test :)

Profilbild Stiftung_Warentest am 30.01.2020 um 09:33 Uhr
Beamer zur EM 2020

@derdurchdiescheibeboxXxer: Die Themen der jeweils nächsten Ausgabe finden Sie hier: www.test.de/shop/test-hefte/vorschau/. Darüber hinaus dürfen wir leider keine Auskünfte über zukünftige Testvorhaben geben und bitten um Ihr Verständnis. (DB)

derdurchdiescheibeboxXxer am 30.01.2020 um 06:50 Uhr
Beamer zur EM 2020

Wird rechtzeitig zur EM 2020 ein Beamer Test der Stiftung Warentest veröffentlicht? Was sind Alternativen oder Nachfolgermodelle des BenQ TH671ST?