Immobilienkäufer müssen darauf achten, dass Baubeschreibungen, auf die der notarielle Kaufvertrag Bezug nimmt, dem beurkundeten Vertrag beigefügt werden. Sonst kann dieser unwirksam sein. Geht dann etwa der Bauträger vor der Grundbucheintragung des Käufers als Eigentümer Pleite, kann die Anzahlung ohne Gegenwert verloren gehen, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH, Az. IX ZR 457/99).

Ein Wohnungskäufer war vor Fertig­stellung der gekauften Wohnung im Grundbuch als künftiger Eigentümer vorgemerkt worden. Darauf zahlte er rund 217 000 Euro an den Bauträger. Wenig später ging der Bauträger in Konkurs. Weil der Konkursverwalter den Kaufvertrag für unwirksam hielt, forderte er den Käufer auf, der Löschung seiner Grundbuchvormerkung zuzustimmen. Der Erwerber wehrte sich dagegen jedoch vor Gericht unter Verweis auf seine geleistete Anzahlung.

Doch der BGH gab nun dem Konkursverwalter Recht. Laut Vertrag sei nur ­eine Wohnung laut „Baubeschreibung nebst Bauzeichnung“ gekauft worden. Beide fehlten, also seien wesentliche Ver­tragsfragen ungeregelt geblieben. Damit sei der Kauf unwirksam gewesen, sodass der Käufer auch kein Recht auf seinen Grundbucheintrag habe.

Tipp: Lesen Sie Verträge schon vor dem Notartermin gründlich durch. Sprechen Sie Unstimmigkeiten an und dringen Sie darauf, dass zitierte Anlagen beigefügt und mitbeurkundet werden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 365 Nutzer finden das hilfreich.