Bauspar­vertrag

So haben wir getestet

Inhalt

Im Test

Bauspar­tarife für Sparer, die für den Kauf oder die Modernisierung einer Immobilie sparen wollen. Ausgenommen waren Riester-Tarife, Tarife mit varia­blen Spar- und Darlehens­zinsen und Tarife für einen begrenzten Kunden­kreis.

Modell­fälle

Wir haben für die fünf Modell­fälle mit dem Tarif­rechner der Stiftung Warentest für jede Kasse die güns­tigsten Bausparlösungen ermittelt. Die Kassen konnten die Lösungen prüfen und unter Einhaltung der Test­vorgaben güns­tigere Varianten einreichen. In Einzel­fällen weichen die Ergeb­nisse daher etwas von denen des Rechners ab.

Immobilienkauf. In drei Fällen sind die monatlichen Raten von 120, 250 und 400 Euro für einen Immobilienkauf in acht oder zehn Jahren gedacht. Die Variante mit 120 Euro Sparrate eignet sich für Ehepaare, die Anspruch auf die Wohnungs­bauprämie haben und nicht mehr einzahlen wollen als nötig, um die Förderung auszuschöpfen.

Modernisierung. In den übrigen Fällen ist der Bauspar­vertrag für eine geplante Modernisierung vorgesehen. Im Modell­fall 4 zahlen die Immobilien­besitzer 21 000 Euro sofort ein. Die Bausparsumme soll reichen, um in vier Jahren ohne weitere Raten 50 000 bis 60 000 Euro zu finanzieren. Im Modell­fall 5 wollen die Eigentümer ihr Haus in sechs Jahren für 30 000 Euro modernisieren. 3 000 Euro zahlen sie sofort auf das Bauspar­konto. Dazu kommen monatliche Sparraten, deren optimale Höhe vom Tarif abhängt.

Test­vorgaben

Sie entsprechen den Voreinstel­lungen des Bausparrechners. Die wichtigsten Vorgaben:

Sparraten. Eine Abweichung vom Regelsparbeitrag ist nur zulässig, wenn sie ohne Zustimmung der Bausparkasse möglich ist und nicht zu einer Vertrags­kündigung führen kann. Der Sparplan durfte vorsehen, dass Sparer bis zu zwölf Monate vor Finanzierungs­beginn keine Sparraten mehr leisten (Spar­stopp), soweit dies die Bausparkasse nicht zu einer Vertrags­kündigung berechtigt.

Zuteilung. Sie muss zum geplanten Finanzierungs­termin oder spätestens zwölf Monate danach erfolgen. Wird die Bausparsumme nach Finanzierungs­beginn zugeteilt, muss sie bis zur Zuteilung mit einem Kredit zu einem angenom­menen Effektivzins von 4,0 Prozent vorfinanziert werden. Dadurch ist gewähr­leistet, dass zum geplanten Finanzierungs­beginn auch dann ein Betrag in Höhe der Bausparsumme zur Verfügung steht, wenn die Zuteilung erst einige Monate später erfolgt. Unver­bindliche Wahl- und Mehr­zutei­lungen sind nicht zugelassen.

Tilgungs­beitrag. Die Rate für das Bauspardarlehen (Tilgungs­beitrag) durfte die Hälfte der monatlichen Spar­leistung nicht unter­schreiten und das Dreifache der monatlichen Spar­leistung nicht über­steigen. In den Modernisierungs­fällen ist die durch­schnitt­liche monatliche Spar­leistung unter Berück­sichtigung der Sonderzah­lungen maßgeblich.

Wohnungs­bauprämie. Sie wurde nur im Modell­fall 2 (Immobilienkauf in acht Jahren, 120 Euro Sparrate) berück­sichtigt.

Vorteil bei Finanzierung

Vergleichs­maßstab. Wir haben jeweils den Vorteil des Bauspar­vertrags gegen­über einer Bank­finanzierung ermittelt, bei der ein Kunde die gleichen Spar- und Kreditraten zahlt und zum Finanzierungs­termin die gleiche Auszahlung erhält wie beim Bauspar­vertrag.

Annahmen: Der Sparer spart sein Guthaben auf einem Sparplan mit 0,5 Prozent Rendite an und nimmt später für die Finanzierung ein Bank­darlehen zum Effektivzins von 4,0 Prozent auf.

Barwert. Der Finanzierungs­vorteil ist als Barwert angegeben. Er entspricht dem heutigen Wert der Zins­ersparnis, die der Bausparer im Vergleich zur Bank­finanzierung bis zur Schuldentilgung erzielt. Je höher der Barwert, desto vorteilhafter ist der Bauspar­vertrag gegen­über der Bank­finanzierung.

Reihen­folge

Die Reihen­folge der Bausparkassen richtet sich nach dem Vorteil bei Finanzierung. Genannt sind jeweils die zehn güns­tigsten Bausparkassen.

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8 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Profilbild Stiftung_Warentest am 21.07.2021 um 13:30 Uhr
Bausparen für Kinder

@tschmid81: Als klassische Geldanlage für Kinder ist Bausparen nicht geeignet. Die Bausparkassen zahlen fast keine Zinsen mehr auf die Sparbeiträge, verlangen aber relativ hohe Abschluss- und Jahresgebühren. Dadurch ist die Sparrendite fast nimmer negativ. Kinder unter 16 Jahren haben auch keinen Anspruch auf die staatliche Wohnungsbauprämie, die die Rendite aufbessern könnte. Als reine Geldanlage ist Bausparen allenfalls noch für Sparer interessant, die bei Vertragsabschluss 16 bis 25 Jahre alt sind und die staatliche Prämie nach einer Sperrfrist von 7 Jahren unabhängig von der Verwendung des Sparguthabens erhalten. Details finden Sie unter https://www.test.de/Bausparen-als-Geldanlage-Junge-Sparer-schaffen-bis-zu-24-Prozent-Rendite-5629038-0/
(dda)

tschmid81 am 21.07.2021 um 11:25 Uhr
Bausparen für Kinder

Vielen Dank für den Test.
Als Modellfall fehlt mir leider die - zumindest früher- klassische Geldanlage für Kinder z.B. als Alternative zum Sparbuch. Der Planungshorizont mag dabei > 10 Jahre (15, 20 etc.) liegen.
Was ist dabei zu beürcksichtigen?
Vielen Dank und beste Grüße

Robert1020 am 21.06.2021 um 20:13 Uhr
Antwort an Tobias.HH

Wieso regen Sie sich so auf? Wenn Sie Fondssparen so viel besser finden sollten Sie doch von sich aus, schon seit Jahren, die Zuteilung annehmen.., oder?
Und wenn ihr Bausparvertrag schon seit 10 Jahren zugeteilt ist, kann man dann wirklich von einer "Schweinerei" der Bausparkassen sprechen?
Irgenwie passt das nicht, was Sie hier schreiben, sorry.

Robert1020 am 21.06.2021 um 20:09 Uhr
Antwort auf kptools

Hallo, wieso stellen Sie Vergleiche an, die nicht zu stellen sind und somit völlig abwegige Argumente kommen. Wer plant in 10 Jahren zu kaufen will nicht heute kaufen, sondern würde er ja nicht planen in 10 Jahren zu kaufen, klar soweit? :-) ..... und somit erübrigen sich alle Argumente....
Mal davon abgesehen, dass es auch sein kann, dass die Zinsn steigen und einherkehrend die in den letzten 2 Jahren so explodierten Immo-Preise wieder fallen..... aber das ist Glaskugel-Methode.
Hat mit der Frage ob sich Bausparen lohnt oder nicht, nichts zu tun.

Tobias.HH am 21.06.2021 um 14:21 Uhr
Mit einer Bausparkasse ist es schwierig

Ich würde sehr vorsichtig sein, einen Bausparvertrag abzuschließen.
Bei mir hat die Debeka einfach versucht, eine Service Pauschale einzuführen und versucht mich jetzt nach 10 Jahren Zuteilungsreife loszuwerden.
Wenn man kein Hobbyanwalt ist und den Schweinereien der Bausparkasse widerspricht, sollte man lieber in einem FTSE All World sparen und gut.
Ich kann jedem nur die BaFin und den Ombudsmann empfehlen.