Bauspar­vertrag Top-Tarife zum Bauen und Modernisieren

Bauspar­vertrag - Top-Tarife zum Bauen und Modernisieren
Erst sparen, dann bauen: Ein Bauspar­vertrag kombiniert einen Sparplan mit einem Immobilien­kredit. © Stiftung Warentest / René Reichelt

Für eine Modernisierung oder als Teil einer künftigen Haus­finanzierung kann sich Bausparen heute noch lohnen. Wir haben für fünf Modell­fälle die besten Tarife ermittelt.

Inhalt

Bauspar­vertrag als Finanzierungs­baustein

Die Bausparkassen zahlen fast keine Sparzinsen mehr. Sie verlangen hohe Abschluss- und Jahres­gebühren. Und ihre Bauspardarlehen sind derzeit meist teurer als ein Kredit von der Bank. Von den scheinbar unattraktiven Konditionen sollten sich Sparer aber nicht täuschen lassen: Bausparen kann sich trotzdem lohnen – nicht als Spar­vertrag, aber als Baustein einer künftigen Baufinanzierung.

Bauspar­verträge im Vergleich – das bietet unser Test

  •  Die besten Tarife für fünf Modell­fälle. Die Immobilien­experten der Stiftung Warentest haben aus mehr als 200 Tarifen und Tarif­varianten – unter anderem von Schwäbisch Hall, BHW und Debeka – die jeweils zehn besten Bausparlösungen für fünf Modell­fälle ermittelt: Für Sparer, die in acht oder zehn Jahren einen Immobilienkauf planen ebenso wie für Haus­eigentümer, die ihre Immobilie in vier oder sechs Jahren modernisieren wollen. Für jede Top-Ten-Tarif­variante können Sie die wesentlichen Tarifmerkmale abrufen – etwa Zins­sätze, Gebühren, Mindest­spar­guthaben und Regelsparbeitrag.
  • Hintergrund und Tipps. Unsere Grafiken zeigen anschaulich, wie ein Bauspar­vertrag in der Spar- und Darlehens­phase funk­tioniert und wie lange Sie je nach Tarif mindestens sparen müssen, bevor der Bauspar­vertrag zugeteilt wird. Mithilfe unserer Tipps können sich Sparer vor teuren und unge­eigneten Bauspar­verträgen schützen.
  • Bausparen oder Bank­darlehen? Wir zeigen an einem Beispiel, dass sich Bausparen auch dann lohnen kann, wenn die Zinsen für Immobilien­kredite der Banken so nied­rig bleiben wie heute.
  • Heft­artikel. Wenn Sie den Artikel frei­schalten, erhalten Sie auch Zugriff auf das PDF zum Bauspartest aus Finanztest 7/2021 mit den ausführ­lichen Test­tabellen.

Bausparen bietet Vorteile

Ein Bauspar­vertrag hat eine Reihe von Vorteilen, die kein anderes Finanz­produkt bietet:

Zins­sicherheit. Der Zins­satz für das Bauspardarlehen steht heute schon fest – auch wenn Kunden das Geld erst in sieben oder zehn Jahren abrufen. Damit ist dieser Teil der Finan­zierung unabhängig davon, wie sich die Zinsen am Kapitalmarkt entwickeln.

Güns­tigeres Bank­darlehen. Selbst wenn die Zinsen so nied­rig bleiben wie heute, ist es oft besser, ein Bank- und ein Bauspardarlehen richtig zu mischen, statt alles über die Bank zu finanzieren. Denn ein Bauspar­vertrag verschafft Immobilienkäufern einen oft unterschätzten Vorteil: Sie brauchen weniger Geld von einer Bank. Schaffen sie es, den Bank­kredit mithilfe eines Bauspardarlehens unter 80 oder sogar 60 Prozent des Immobilien­werts zu drücken, bekommen sie fast immer einen besseren Zins­satz. Rechnet man diesen Zins­vorteil mit ein, kann sich ein Bauspar­vertrag sogar bei dauer­haft nied­rigen Zinsen lohnen.

Geld vom Staat. Seit Anfang des Jahres gelten für die Wohnungs­bauprämie höhere Einkommens­grenzen und Förderbeträge. Dadurch profitieren viel mehr Bauspare­rinnen und Bausparer als bisher davon.

Güns­tige Kleindarlehen. Banken verlangen für Hypothekendarlehen unter 50 000 Euro oft happige Zins­aufschläge. Der Zins­satz für das Bauspardarlehen gilt dagegen auch für kleine Kreditsummen. Das ist vor allem beim Modernisieren ein Vorteil.

Sondertilgungen. Bei Bauspardarlehen sind beliebig hohe Sondertilgungen oder eine komplette Rück­zahlung jeder­zeit möglich. Das ist bei Bank­darlehen gar nicht, nur begrenzt oder nur gegen Zins­aufschlag erlaubt.

Mit dem Bauspar­rechner zum güns­tigsten Tarif

Bauspar­rechner.
Der Vergleich von Bausparkassen kann einfach sein: Der Tarifrechner der Stiftung Warentest vergleicht für Sie die Tarife aller deutschen Bausparkassen – nach Ihren Vorgaben für Ihren persönlichen Bedarf.
Glossar.
Auf den Rechnerseiten finden Sie außerdem ein umfang­reiches Glossar zum Bausparen mit über 40 Stichwörtern – von „Abschluss­gebühr“ bis „Zwischen­finanzierung“.

Bausparkassen im Vergleich

Die Vorteile lassen sich aber nur verwirk­lichen mit einem güns­tigen Tarif, der zum Sparziel passt und auf die eigenen finanziellen Möglich­keiten abge­stimmt ist. Der aktuelle Test der Stiftung Warentest zeigt: Einen Tarif, der für alle optimal ist, gibt es nicht. In den fünf getesteten Modell­fällen stehen unterschiedliche Tarife in den Top Ten der güns­tigsten Bausparlösungen. Und auch die Reihen­folge der güns­tigsten Anbieter ändert sich von Fall zu Fall. Die drei Spitzenplätze in den Modell­fällen machen allerdings nur drei Bausparkassen weit­gehend unter sich aus.

Bauspar­vertrag abschließen: Regeln bei der Auswahl beachten

Der vielleicht größte Nachteil: Bausparen ist so komplex, dass selbst Beratern der Bausparkassen oft der Durch­blick fehlt. In unserem Praxis­test empfahlen sie reihen­weise ungüns­tige Tarif­varianten, über­höhte Bausparsummen, Sparpläne mit viel zu hoher Ansparung und Darlehen mit Monats­raten, die sich kaum jemand leisten kann (Beratung Bausparen: Viele Bausparkassen fallen im Test durch).

Die gute Nach­richt: Es gibt einfache Regeln, die vor teuren und unge­eigneten Bausparplänen schützen:

Pünkt­liche Zuteilung. Besonders wichtig ist das richtige Timing. Ein guter Vertrag ist so justiert, dass die Bausparsumme voraus­sicht­lich pünkt­lich für die geplante Finanzierung zur Verfügung steht. Sonst müssen Sparer ihre Pläne verschieben oder die Warte­zeit bis zur Zuteilung mit einem Zwischen­kredit über­brücken. Wenige Monate sind kein Problem. Doch oft verkaufen Bausparkassen Produkte mit aufgeblähten Bausparsummen. Das Problem dabei: Wird der Bauspar­vertrag erst viele Jahre nach dem Wunsch­termin zuteilungs­reif, kann ein Zwischen­kredit extrem teuer werden.

Regelsparbeitrag beachten. Fast alle Tarifbedingungen verpflichten dazu, einen festen monatlichen Regelsparbeitrag zu zahlen. Bausparkassen empfehlen aber oft Verträge mit viel höheren oder nied­rigeren Raten. Vorsicht: Solche Sparpläne sind in aller Regel unver­bindlich. Höhere Zahlungen als die Regelrate kann die Kasse jeder­zeit ablehnen. Sind die Raten kleiner, darf sie Nach­zahlungen fordern und kündigen, falls Kunden das ablehnen (Sparbeitrag). Es ist ratsam, daher nur Sparpläne mit dem Regelsparbeitrag zu akzeptieren.

Nicht zu viel sparen. Es ist wichtig, nicht übers Ziel hinaus­zuschießen. Sieht ein Bauspar­angebot vor, bis zur Zuteilung weit mehr als das Mindest­guthaben zu sparen, ist das doppelt schlecht. Dann ist nicht nur unnötig viel Geld zu Mikrozinsen angelegt, sondern der Darlehens­anspruch verringert sich auch noch. Dieser ergibt sich bei fast allen Tarifen aus der Differenz aus Bausparsumme und Guthaben.

Dieser Test ist am 18. Juni 2021 auf test.de erschienen. Am 9. August 2021 haben wir die HTML-Tabellen aktualisiert (Nachtest des neuen Tarifs der Bausparkasse Schwäbisch Hall „Fuchs 05“). Das PDF haben wir nicht aktualisiert.

Mehr zum Thema

  • Bausparen bringt Zins­vorteil Kombi mit Bank­kredit lohnt weiterhin

    - Bausparkassen zahlen kaum noch Zinsen aufs Guthaben. Trotzdem kann sich Bausparen lohnen. Sogar dann, wenn die Zinsen für Baukredite so nied­rig bleiben wie heute.

  • Finanztest warnt So führt die BHW/Post­bank Altkunden in die Irre

    - Die BHW/Post­bank benutzt die Corona-Pandemie als Vorwand, um Kunden zur Auflösung ihrer gut verzinsten Altverträge zu veranlassen. Wer das Angebot einer „Treue­prämie“...

  • Bauspar­verträge Kündigungs­klausel unzu­lässig

    - Eine Bausparkasse darf einen Bauspar­vertrag nicht kündigen, bloß weil 15 Jahre seit Vertrags­abschluss vergangen sind. Eine solche Klausel in den allgemeinen...

8 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 21.07.2021 um 13:30 Uhr
Bausparen für Kinder

@tschmid81: Als klassische Geldanlage für Kinder ist Bausparen nicht geeignet. Die Bausparkassen zahlen fast keine Zinsen mehr auf die Sparbeiträge, verlangen aber relativ hohe Abschluss- und Jahresgebühren. Dadurch ist die Sparrendite fast nimmer negativ. Kinder unter 16 Jahren haben auch keinen Anspruch auf die staatliche Wohnungsbauprämie, die die Rendite aufbessern könnte. Als reine Geldanlage ist Bausparen allenfalls noch für Sparer interessant, die bei Vertragsabschluss 16 bis 25 Jahre alt sind und die staatliche Prämie nach einer Sperrfrist von 7 Jahren unabhängig von der Verwendung des Sparguthabens erhalten. Details finden Sie unter https://www.test.de/Bausparen-als-Geldanlage-Junge-Sparer-schaffen-bis-zu-24-Prozent-Rendite-5629038-0/
(dda)

tschmid81 am 21.07.2021 um 11:25 Uhr
Bausparen für Kinder

Vielen Dank für den Test.
Als Modellfall fehlt mir leider die - zumindest früher- klassische Geldanlage für Kinder z.B. als Alternative zum Sparbuch. Der Planungshorizont mag dabei > 10 Jahre (15, 20 etc.) liegen.
Was ist dabei zu beürcksichtigen?
Vielen Dank und beste Grüße

Robert1020 am 21.06.2021 um 20:13 Uhr
Antwort an Tobias.HH

Wieso regen Sie sich so auf? Wenn Sie Fondssparen so viel besser finden sollten Sie doch von sich aus, schon seit Jahren, die Zuteilung annehmen.., oder?
Und wenn ihr Bausparvertrag schon seit 10 Jahren zugeteilt ist, kann man dann wirklich von einer "Schweinerei" der Bausparkassen sprechen?
Irgenwie passt das nicht, was Sie hier schreiben, sorry.

Robert1020 am 21.06.2021 um 20:09 Uhr
Antwort auf kptools

Hallo, wieso stellen Sie Vergleiche an, die nicht zu stellen sind und somit völlig abwegige Argumente kommen. Wer plant in 10 Jahren zu kaufen will nicht heute kaufen, sondern würde er ja nicht planen in 10 Jahren zu kaufen, klar soweit? :-) ..... und somit erübrigen sich alle Argumente....
Mal davon abgesehen, dass es auch sein kann, dass die Zinsn steigen und einherkehrend die in den letzten 2 Jahren so explodierten Immo-Preise wieder fallen..... aber das ist Glaskugel-Methode.
Hat mit der Frage ob sich Bausparen lohnt oder nicht, nichts zu tun.

Tobias.HH am 21.06.2021 um 14:21 Uhr
Mit einer Bausparkasse ist es schwierig

Ich würde sehr vorsichtig sein, einen Bausparvertrag abzuschließen.
Bei mir hat die Debeka einfach versucht, eine Service Pauschale einzuführen und versucht mich jetzt nach 10 Jahren Zuteilungsreife loszuwerden.
Wenn man kein Hobbyanwalt ist und den Schweinereien der Bausparkasse widerspricht, sollte man lieber in einem FTSE All World sparen und gut.
Ich kann jedem nur die BaFin und den Ombudsmann empfehlen.