Vergleich: Bausparen schlägt Banksparen

Für Bausparer ist aller Anfang schwer. Die ersten Sparraten gehen für die Abschlussgebühr drauf. Anschließend bekommen sie gerade mal 0,5 oder 1,0 Prozent Zinsen auf ihr Guthaben. Und davon ziehen viele Bausparkassen noch eine jährliche Kontogebühr ab.

Keine Frage: Als reine Sparanlage taugt so ein Vertrag nichts. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sichern sich Bausparer schon heute einen Immobilienkredit, für den sie später nur 2,75 bis 3,75 Prozent Zinsen zahlen müssen.

Ohne Bausparvertrag müssten sie in ein paar Jahren anders sparen und den Kredit für ihre Modernisierung komplett bei einer Bank aufnehmen. Das kann teuer werden, falls die Hypothekenzinsen in den nächsten Jahren steigen sollten.

Was überwiegt: der Nachteil des Bausparens in der Sparphase oder der Vorteil in der Darlehensphase? Die Antwort hängt davon ab, wie viel Zinsen der Sparer mit einer alternativen Geldanlage erzielen könnte und wie viel Zinsen er für den anschließenden Bankkredit zahlen müsste.

Grenzzinssatz entscheidet

Wie hoch die Hypothekenzinsen in vier oder zehn Jahren liegen werden, kann heute niemand voraussagen. Doch es gibt einen guten Maßstab, an dem sich Sparer bei ihrer Entscheidung orientieren können: der Grenzzinssatz.

Der Grenzzinssatz gibt an, wie hoch die Zinsen für Hypothekendarlehen von der Bank mindestens steigen müssen, damit ein Bausparvertrag unterm Strich günstiger ist als ein vergleichbarer Banksparplan mit anschließendem Darlehen. Je niedriger der Grenzzinssatz, desto attraktiver ist der Abschluss eines Bausparvertrags.

Vergleich mit Banksparplan

Dazu ein Beispiel aus unserer Untersuchung. Der Eigentümer will in acht Jahren modernisieren und rechnet mit Kosten von 50 000 Euro. Bei der Signal Iduna zahlt er monatlich 180 Euro ein. Nach acht Jahren hat er ein Guthaben von 17 723 Euro. Hätte der Eigentümer stattdessen einen Banksparplan mit einer Rendite von 2,75 Prozent abgeschlossen, erreichte er mit der gleichen Sparrate ein Guthaben von 19 320 Euro. Der Bausparer startet seine Finanzierung daher mit einem Nachteil von rund 1 600 Euro.

Im Gegenzug bekommt er von der Bausparkasse ein Darlehen in Höhe von 32 277 Euro zu einem Zinssatz von nur 3 Prozent. Ein vergleichbares Darlehen von der Bank wird höchstwahrscheinlich teurer. Ab einem Bankzinssatz von mehr als 3,0 Prozent schmilzt der Vorteil des Banksparers. Bei einem Effektivzins von 4,17 Prozent wäre er komplett dahin.

Dieser Grenzzinssatz von 4,17 Prozent markiert den Wendepunkt, an dem der anfängliche Nachteil des Bausparens in einen Vorteil umschlägt. Liegt der Effektivzins für das Bankdarlehen höher als der Grenzzinssatz, hat sich der Abschluss des Bausparvertrags gelohnt.

Unsere Berechnungen zeigen für die Modernisierungsangebote der Bausparkassen im Test ausgesprochen niedrige Grenzzinssätze. Derzeit sind bei Banken lediglich Sparrenditen von 2 bis 3 Prozent drin. Bei unseren Testsiegern sind Bausparer daher schon bei künftigen Hypothekenzinsen von mehr als 3,8 bis 4,4 Prozent im Vorteil. Zu diesem Zinssatz ist ein Modernisierungsdarlehen einer Bank mit 10 bis 15 Jahren Laufzeit selbst im aktuellen Zinstief gar nicht so einfach zu bekommen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1587 Nutzer finden das hilfreich.