Bausparberatung: Was ein gutes Angebot ausmacht

Die Aufgabe, die wir den Bausparkassen im Praxis­test stellten, war nicht schwer: Der Kunde will bis zu 400 Euro im Monat sparen und in zehn Jahren eine Immobilie kaufen. Dann braucht er ein güns­tiges Darlehen. Eine für alle Bausparkassen gültige Musterlösung gibt es für diesen Fall nicht. Dazu sind ihre Tarife zu unterschiedlich. Was ein gutes Angebot ausmacht, lässt sich aber an einem Beispiel aus dem Test zeigen, das wir mit sehr gut bewertet haben.

Ein Berater des Testsiegers LBS Baden-Württem­berg empfahl folgende Kombination aus zwei Verträgen:

  • Einen Riester-Vertrag mit einer Bausparsumme von 50 000 Euro (Tarif FG5-R), auf den der Bausparer monatlich 162,17 Euro zahlt.
  • Einen „normalen“ Bauspar­vertrag (Tarif FG5) mit einer Bausparsumme von 65 000 Euro und einer Sparrate von 237,83 Euro im Monat.

Alle wichtigen Kriterien erfüllt

Ein Blick ins Detail zeigt, dass der Berater hier alles richtig gemacht hat:

  • Richtige Tarif­wahl. Die empfohlenen Tarife sind unter den von der LBS Baden-Württem­berg angebotenen Tarifen für unseren Bausparfall am besten geeignet. Es sind klassische Finanzierungs­tarife mit sehr nied­rigem Zins­satz in der Spar­phase (0,10 Prozent), aber güns­tigen Kredit­konditionen.
  • Förderung ausgeschöpft. Der Sparbeitrag für den Riester-Vertrag ist gerade hoch genug, um die staatlichen Riester-Zulagen und Steuer­vorteile auszuschöpfen.
  • Perfekt austariert. Der Kunde spart in beiden Verträgen nicht mehr Geld als erforderlich und auch nicht unnötig lang. So holt er aus seiner Spar­leistung das optimale Darlehen heraus. Bevor die Bauspar­verträge zugeteilt werden, muss der Kunde jeweils ein Mindest­guthaben von 40 Prozent der Bausparsumme ansparen. Außerdem müssen die Verträge eine bestimmte Bewertungs­zahl erreichen. Mit dieser Kenn­ziffer bewertet die Bausparkasse jeden Monat die bisherige Spar­leistung des Bausparers. Sie ist umso höher, je länger der Kunde schon spart und je höher seine Sparraten im Verhältnis zur Bausparsumme sind. Im Beispiel erreicht der Bausparer das Mindest­guthaben und die nötige Bewertungs­zahl nahezu gleich­zeitig und nur ganz knapp. Das ist optimal.
  • Pünkt­liche Zuteilung. Die Bausparsummen sind auf die Sparraten abge­stimmt, sodass beide Verträge voraus­sicht­lich ein paar Monate vor dem geplanten Immobilienkauf ausgezahlt werden können. Lieber etwas zu früh als zu spät – zumal die von Bausparkassen berechneten Zuteilungs­termine nicht garan­tiert sind.
  • Darlehens­rate nicht zu hoch. Für beide Bauspardarlehen zusammen muss der Bausparer monatlich 575 Euro zahlen. Weil nach dem Immobilienkauf die Miete wegfällt, lässt diese Rate noch genug Spielraum für ein zusätzliches Bank­darlehen.
  • Güns­tige Finanzierung. Wie gut das Bauspar­angebot ist, zeigt ein Vergleich mit einem Bank­sparplan, der mit 1,5 Prozent verzinst wird und auf den der Sparer ebenfalls 400 Euro im Monat spart. Das Guthaben für diesen Sparplan liegt nach zehn Jahren höher als beim Bauspar­vertrag. Dafür muss der Bank­sparer seine Immobilie komplett mit einem Bank­darlehen finanzieren, dessen Zins­satz von der Entwick­lung am Kapitalmarkt abhängt. Der LBS-Bausparer bekommt dagegen 67 000 Euro Bauspardarlehen zu einem garan­tierten Zins­satz von 2,35 Prozent.

Finanztest-Berechnungen zeigen: Liegt der Zins­satz für ein Bank­darlehen in zehn Jahren über 3 Prozent, ist das Bauspar­angebot bereits besser als der Bank­sparplan. Bei einem Zins­satz von 5,25 Prozent hätte der Bausparer einen Zins­vorteil von 5 700 Euro – in heutigem Geld­wert.

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