Die absurdesten Vorschläge der Berater

Unsere Tester hatten so manches kuriose Erlebnis. So wollte ein Berater partout einen bestimmten Tarif verkaufen. Die Wünsche des Kunden passten leider nicht ins Konzept des Beraters. Anders­herum wäre eher ein Schuh daraus geworden. Hier eine kleine Auswahl besonders hanebüchener Vorschläge, die unseren Testern unterbreitet wurden.

Debeka: „Sehr klug von Ihnen“

Bausparkassen im Praxis­test Test

Ein Berater der Debeka empfahl, den monatlichen Sparbeitrag zu splitten: 200 Euro soll der Kunde in einen Bauspar­vertrag und 200 Euro in eine Renten­versicherung zahlen. Die Renten­versicherung sei als Sicherheit für die Finanzierung wichtig, damit hole man „die Bank mit ins Boot“.

Der Haken: Wenn der Sparer später seine Immobilie kaufen will, fehlt ihm das Geld, das er bei der Versicherung angelegt hat. Er muss deshalb einen höheren Kredit aufnehmen. Oder er kündigt die Versicherung und lässt sich den Rück­kaufs­wert auszahlen. Das ist aber nur mit Verlust möglich, weil bis dahin fast 4 000 Euro an Kosten anfallen.

Der Debeka-Mann lobte seinen Kunden: „Sehr klug von Ihnen, dass Sie zweigleisig fahren wollen“ – als wäre dieser selbst auf die unsinnige Idee mit der Versicherung gekommen.

Deutscher Ring: „Mehr geht nicht“

Bausparkassen im Praxis­test Test

Eine kuriose Beratung erlebte ein Test­kunde beim Deutschen Ring. Die Bausparkasse bietet einen für den Testfall geeigneten Finanzierungs­tarif an. Der Berater wollte aber partout den Spar-Tarif S verkaufen. Dieser Tarif eignet sich nur zum Sparen, die Bausparsumme ist auf 10 000 Euro begrenzt. Der Deutsche Ring empfiehlt ihn zum Beispiel für einen Möbelkauf oder eine Reise.

Dass der Sparer eine Immobilie kaufen und dafür 400 Euro im Monat sparen will, passte gar nicht ins Konzept des Beraters. „Mehr als 64 Euro im Monat geht nicht“, beschied er dem verdutzten Kunden schlicht.

LBS Bayern: „Sie machen einen großen Sprung“

Bausparkassen im Praxis­test Test

Den Vogel schoss im Test ein Berater der LBS Bayern ab. Für die monatliche Sparrate von 400 Euro empfahl er einen Vertrag mit einer Bausparsumme von 400 000 Euro.

Der Haken: An das Geld kommt der Kunde nach zehn Jahren noch lange nicht. Bis dahin hat er nicht einmal ein Drittel des Mindest­guthabens gespart. Für den LBS-Mann war das kein Problem: In zehn Jahren soll der Kunde den Sparbeitrag einfach auf 1 300 Euro im Monat erhöhen und die Bausparsumme bis zur Zuteilung auf Kredit vorfinanzieren.

Das wird teuer. Selbst wenn Baugeld in zehn Jahren noch so billig sein sollte wie heute, müsste der Kunde rund 2 000 Euro im Monat für diese Finanzierung aufbringen. Bei einem Zins­anstieg auf 5,10 Prozent wären es 3 000 Euro im Monat – 800 Euro mehr als sein aktuelles Netto­einkommen.

Auch das war für den freundlichen Berater kein Problem: „Sie zahlen dann keine Miete mehr und gehaltlich werden Sie dann auch einen großen Sprung gemacht haben.“ Er bot sogar eine Alternative an: einen Vertrag über 600 000 Euro.

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