Bausparkassen im Praxis­test Test

Die Kreditzinsen für Bausparer sind so nied­rig wie nie. Doch die besten Zinsen helfen nichts, wenn der Darlehens­kunde durch eine schlechte Beratung in die falsche Richtung gelenkt wird. Daher ließen sich die Tester der Stiftung Warentest in jeweils sieben Geschäfts­stellen von insgesamt 20 Bausparkassen persönlich beraten. Vier Anbieter fielen im Praxis­test durch. Ihre Beratungs­fehler und ihre schlechten Angebote können Kunden tausende Euro kosten. Nur drei Anbieter über­zeugten.

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TestBausparkassen im Praxis­testFinanztest 02/2015
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Feste Kreditzinsen von 1,5 bis 3 Prozent

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Der Audio-Podcast zum Thema Bausparen.

So durch­wachsen der Test auch ausgefallen ist – Bausparen an sich ist und bleibt eine prima Idee für Sparer, die in Zukunft eine Immobilie bauen oder kaufen wollen. Sie sparen einige Jahre bei der Bausparkasse und bekommen dann ihr Erspartes und ein güns­tiges Darlehen ausgezahlt. Bausparkassen zahlen zwar so gut wie keine Sparzinsen mehr, doch dafür sichern sie Bausparern güns­tige Kreditzinsen von 1,5 bis 3,0 Prozent für ihre Finanzierung zu.

Ausrichtung am Kunden­wunsch

Die Finanztest-Experten haben im Praxis­test untersucht, ob der Berater die für eine Beratung erforderlichen Kunden­daten erfragt hat, etwa die gewünschte Sparrate, das Einkommen, Spar­guthaben und sons­tige Geld­anlagen. Geprüft wurde, ob das Angebot zum Kunden­wunsch passt. Wird die Bausparsumme bis zur geplanten Finanzierung zugeteilt? Ist die gewünschte Sparrate einge­halten und entspricht die Kreditrate den Vorstel­lungen des Kunden? Um die Finanzierung mit alternativen Bank­angeboten vergleichen zu können, haben die Tester angenommen, dass der Sparer sein Geld in einen Bank­sparplan mit einer jähr­lichen Rendite von 1,50 Prozent anlegt und die Immobilie in zehn Jahren mit dem Guthaben und einem Bank­darlehen zu einem effektiven Jahres­zins von 5,25 Prozent finanziert.

Zeitplan verschiebt sich um Jahre

Wären unsere Tester den Ratschlägen der Bausparberater gefolgt, hätten sie oft einige tausend Euro in den Sand gesetzt oder ihren Immobilienkauf um Jahre verschieben müssen. Die Bausparsumme war mitunter so aufgebläht, dass die Kunden das Geld erst in 15 oder 20 Jahren bekommen hätten. Mal war das Bauspardarlehen im Verhältnis zur Spar­leistung viel zu klein, mal die Kreditrate erdrü­ckend hoch. Und häufig wurden die Kunden so dürftig über die Konditionen informiert, dass sie die Angebote kaum mit denen anderer Kassen vergleichen konnten.

Vier Bausparkassen mangelhaft

Die magere Bilanz: Die meisten Bausparkassen kamen nicht über ein Befriedigend oder Ausreichend hinaus. Durch­gefallen sind die Aachener und die Deutsche Bank Bauspar sowie die beiden Landes­bausparkassen (LBS) West und Rhein­land-Pfalz. Nur drei Bausparkassen über­zeugten durch gute Beratung und pass­genaue Angebote. Ein Anbieter glänzte zudem mit einheitlicher Qualität: Selbst das schlechteste der sieben Beratungs­gespräche war gut.

Nicht aufs Gefühl verlassen

Leider ist für Laien nicht ohne weiteres zu erkennen, wie gut oder schlecht eine Beratung ist. Unsere Tester waren für ihre Aufgabe geschult. Sie hatten aber keine besonderen Bausparkennt­nisse – und lagen mit ihrer Einschät­zung der Test­gespräche mitunter völlig daneben. Viele fühlten sich kompetent beraten und hätten den angebotenen Vertrag sofort abge­schlossen. Die Experten­analyse der schriftlichen Angebote und der von den Testern ausgefüllten Protokoll­bögen ergab aber oft: Das Angebot war grotten­schlecht und hätte den Bausparer viel Geld gekostet.

Manche Vorschläge der Berater waren absurd

Unsere Tester hatten so manches kuriose Erlebnis. So wollte ein Berater partout einen bestimmten Tarif verkaufen. Dieser Tarif eignete sich jedoch nur zum Sparen auf Anschaffungen wie Möbel oder Ähnliches, die Bausparsumme war auf 10 000 Euro begrenzt. Dass der Sparer eine Immobilie kaufen und dafür 400 Euro im Monat sparen wollte, passte gar nicht ins Konzept des Beraters. „Mehr als 64 Euro im Monat geht nicht“, beschied er dem verdutzten Kunden schlicht.

So bekommen Sie einen passenden Vertrag

Wenn Sie den Test frei­schalten, erhalten Sie neben den Test­ergeb­nissen für 20 Bausparkassen auch eine Check­liste zur Vorbereitung auf das Beratungs­gespräch. Denn es ist nicht damit getan, vorab zu klären, wann die Immobilie gebaut oder gekauft werden soll, und welche monatliche Sparrate in Frage kommt. Sie sollten auch eine Strategie für das Gespräch selbst haben und wissen, nach welchen Kriterien Sie die Ergeb­nisse des Beratungs­gesprächs im Nach­gang prüfen sollten.

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