Bausparkassen Kündigung kontern

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Immer mehr Bausparkassen schmeißen Kunden aus gut verzinsten Altverträgen raus. Jüngstes Beispiel ist die LBS Bayern: Sie kündigte im November 26 000 Bauspar­verträge aus alten Zeiten, für die Kunden bis zu 3,5 Prozent Zinsen auf ihr Guthaben erhielten. Zum Vergleich: Aktuell gibt es auf Guthaben 0,25 Prozent.

Solange ihr Guthaben noch unter der Bausparsumme liegt, sollten Kunden einer Kündigung wider­sprechen, raten die Verbraucherzentralen. Kündigt die Bausparkasse nach Erreichen der Bausparsumme, können sich Kunden in der Regel nicht wehren. Der Vertrags­zweck sei dann erfüllt, denn die Bausparkasse kann kein Darlehen mehr gewähren, entschied das Ober­landes­gericht Stutt­gart 2011 (Az. 9 U 151/11).

Tipp: Hat Ihnen die Bausparkasse gekündigt und Sie wissen nicht, wie Ihre Chancen stehen, dann lassen Sie sich von der Verbraucherzentrale beraten. Mehr Information finden Sie in unserem Special Bausparvertrag: So drängen Bausparkassen die Kunden raus, Finanztest 1/2013.

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Klippenland am 01.10.2015 um 23:00 Uhr
Gibt es überhaupt eine Chance?

Wenn selbst das BaFin den Bausparkassen zur Kündigung der Verträge rät, bedeutet das doch einen staatlich geförderten Rechtsbruch. Welche Chance hat da ein "einfacher" Bausparer. In meinem Fall hat die Wüstenrot bereits den zweiten Vertrag gekündigt. Der zweite war zwar zuteilungsreif, aber nicht voll bespart. Die Wüstenrot hat diese Bausparverträge damals ausdrücklich als Geldanlage beworben. Ein Rechtsstreit füllt am Ende zwei Zimmer mit Aktenordner und ob ein Bausparer so lange lebt, wie der Rechtsstreit dauert, ist fraglich. Zumal der Staat ja schon mehrfach Vertragsbruch legitimiert hat. Z. B. bei Kapital-Lebens-Versicherungs-Verträgen, oder der privaten Altersvorsorge. Sei es Riester oder die betriebliche Gehaltsumwandlung. Ich fürchte, künftig wird kein Vertrag mit einer Bank oder Versicherung von diesen Unternehmen mehr eingehalten werden müssen. Pakta sunt servantes entspringt einer toten Sprache. Tod, wie das Recht.

e.c am 14.09.2015 um 20:55 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Bitte posten Sie Ihre Frage nur einmal auf test.de. Wir nehmen dazu unter dem aktuellen Bericht Stellung.

Betroffener2015 am 10.06.2015 um 18:01 Uhr
Kündigung Bausparverträge durch LBS

Die LBS Baden Württemberg hat meine im Jahr 1991 und 1994 im Tarif Classic zu den Allgemeinen Bedingungen Stand Mai 1990 abgeschlossenen Bausparverträge im März 2015 gem. § 489 Abs.1 Nr.2 BGB zum 30.09.2015 gekündigt. Der Kündigung wurde meinerseits widersprochen und die Fortführung der Verträge zu den bisherigen Bedingungen gefordert. Dies wurde von der LBS abgelehnt. Eine daraufhin von mir bei der zuständigen Schlichtungsstelle eingereichte Beschwerde blieb erfolglos, da der Schlichter sinngemäß mitteilen ließ, er könne für mich nicht tätig werden.
Aus dem vorgenannten Grund habe ich nunmehr eine auf Bank und Kapitalmarktrecht spezialisierte Anwaltskanzlei mit der Wahrnehmung meiner Interessen beauftragt.

Superanker am 15.02.2015 um 13:35 Uhr
BSQ Bausparkasse: Unverfrorene Kündigungstricks

Die BSQ Bausparkasse (früher Quelle) versucht es mehrstufig, Kündigungen durchzusetzen. Zunächst behauptet sie, die Regelsparbeiträge seien seit langem nicht mehr bezahlt worden und fordert einige tausend Euro nach. Dabei wird offenbar wissentlich unterschlagen, dass (gemäß Bausparbedingungen) Sonderzahlungen auf die Regelsparbeiträge angerechnet werden. Im fraglichen Fall waren die fälligen Beiträge bereits massiv durch Sonderzahlungen überschritten. Die BSQ zog es vor, dazu erst gar nicht Stellung zu nehmen.
Im zweiten Schritt kündigt die BSQ nur wenige Monate später mit der Begründung, die Bausparsumme sei jetzt überschritten. Dazu wurde dem Bausparguthaben der Bonus zugerechnet, der bisher gesondert geführt wurde. Letzteres ist rechtlich völlig strittig. Die BSQ verweigert sich dazu schlicht einer weiteren Stellungnahme.

Profilbild Stiftung_Warentest am 05.02.2015 um 14:27 Uhr
Widerspruch abgelehnt

@Didi2009: Ja, der nächste außergerichtliche Schritt ist der Weg zur Schlichtungsstelle. Wer klagefreudig ist und das damit verbundene Prozesskostenrisiko zu tragen bereit ist, kann auch allein gegen seine Bausparkasse vorgehen. (maa)