Bausparkasse Badenia Meldung

22. Oktober 2004: Anleger ­demonstrieren vor der Zentrale der Badenia in Karlsruhe. Sie werfen der Bausparkasse Immobilienbetrug vor.

Die Bausparkasse Badenia, die rund 3300 Kunden überteuerte Schrottimmobilien finanzierte, hat über Risiken im Zusammenhang mit dem Immobilienerwerb nicht ausreichend aufgeklärt. Das geht aus einem Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers hervor, das der Süddeutschen Zeitung (SZ) vorliegt.

Das Gutachten wurde von der Badenia selbst in Auftrag gegeben und dann wegen des negativen Ergebnisses unter Verschluss gehalten, berichtet die SZ. Laut Gutachten hat die Badenia der Vermittlerfirma Heinen & Biege mehrere Darlehen zur Überbrückung von finanziellen Engpässen gewährt. Die Rückzahlung war davon abhängig, wie viele Immobilien Heinen & Biege vermittelt.

Über diesen Interessenkonflikt hätte die Badenia ihre Kunden aufklären müssen, heißt es. Anleger könnten daher laut Gutachten als Schadenersatz von der Badenia die „Freistellung von der Rückzahlung der Darlehen und Erstattung der bereits erbrachten Darlehensraten verlangen“.

Heinen & Biege war spätestens seit 1998 von der Badenia finanziell abhängig. Die Geschäftstätigkeit von Heinen & Biege sei von der Badenia derart beeinflusst worden, dass die Firma „nur noch als Strohmann fungiert hat“. Damit habe die Bausparkasse ihre Rolle als Kreditgeberin „erheblich überschritten“, sodass sie über Risiken des Erwerbs der Immobilien hätte aufklären müssen, heißt es im Gutachten.

Unterdessen hat das Oberlandesgericht Karlsruhe die Badenia zu Schadenersatz in Höhe von 11 689 Euro verurteilt (Az.15 U 4/01, nicht rechtskräftig). Die Klägerin hatte 1997 eine als Steuersparobjekt angepriesene Eigentumswohnung gekauft, die sich als nicht lukrativ erwiesen hat. Sie warf der Badenia vor, dass sie falsch beraten worden sei. Die schriftliche Urteilsbegründung lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

  • Die Bausparkasse Badenia steht wegen ihrer unseriösen Rolle bei der Immobilienfinanzierung auf der Finanztest- Warnliste.

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