Zinsvergleich: So lohnt sich Bausparen

Falls die Zinsen für Immobilienkredite steigen, sind Bausparer mit einem günstigen Riester-Vertrag fein raus.

Miese Sparrenditen und tolle Kreditzinsen – für Bausparer sind das zwei Seiten einer Medaille. Gerade mal 0,5 oder 1,0 Prozent Sparzinsen zahlen die meisten Bausparkassen auf das Guthaben. Davon bleibt nach Abzug von Abschluss- und Kontogebühren kaum etwas übrig.

Trotzdem ist das Geld nicht verschenkt. Indem sie auf eine bessere Verzinsung verzichten, sichern sich Bausparer schon heute einen Immobilienkredit zu einem Darlehenszinssatz von nur 2 bis 4,5 Prozent.

Ohne Bausparvertrag müssten sie in ein paar Jahren den Kredit für ihr Haus komplett bei einer Bank aufnehmen. Das kann teuer werden, falls die Hypothekenzinsen in den nächsten Jahren steigen sollten.

Plus und Minus

Was überwiegt: der Nachteil des Bausparens in der Sparphase oder der Vorteil in der Darlehensphase? Die Antwort hängt davon ab, wie viel Zinsen der Sparer mit einer alternativen Geldanlage erzielen könnte und wie viel Zinsen er für den anschließenden Bankkredit zahlen müsste.

Fürs Eigenheim sparen und dafür Zulagen vom Staat kassieren könnte der Sparer auch mit einem Riester-Banksparplan. Er ist genauso sicher wie ein Bausparvertrag, lässt sich ohne Verlust für die Eigenheimfinanzierung flüssig machen und bringt eine deutlich höhere Rendite.

Bei den besten Angeboten können Sparer derzeit mit einer Rendite von 3 Prozent und mehr rechnen. Je höher die Rendite des Banksparplans bis zum Bau oder Kauf des Eigenheims, desto größer ist der Nachteil des Bausparens in der Sparphase.

Über die Bilanz in der Darlehensphase entscheidet der Zinssatz, den ein Banksparer für das Hypothekendarlehen einer Bank zahlen muss, wenn er sein Eigenheim baut oder kauft. Je höher dieser Zinssatz, desto mehr ist das Bauspardarlehen mit dem niedrigen Festzins dann wert.

Grenzzinssatz entscheidet

Wie hoch die Hypothekenzinsen in sieben oder zehn Jahren liegen werden, kann heute niemand voraussagen. Doch es gibt einen guten Maßstab, an dem sich Riester- Sparer bei ihrer Entscheidung orientieren können: der Grenzzinssatz.

Der Grenzzinssatz gibt an, wie hoch die Zinsen für Hypothekendarlehen von der Bank mindestens steigen müssen, damit ein Bausparvertrag unterm Strich günstiger ist als ein vergleichbarer Banksparplan mit anschließendem Darlehen. Je niedriger der Grenzzinssatz, desto attraktiver ist der Abschluss eines Bausparvertrags.

Vergleich mit Riester-Banksparplan

Bausparen mit Riester Test

Für die geplante Hausfinanzierung in sieben Jahren spart ein Riester-Bausparer monatlich 150 Euro bei der Alten Leipziger (Modellfall 1). Die Grafik zeigt, wie viel Geld er im Vergleich zu einem Riester-Banksparplan spart oder verliert. Entscheidend sind die Rendite des Banksparplans und der künftige Zinssatz für ein Bankdarlehen.

Für die geplante Hausfinanzierung in sieben Jahren spart ein Riester-Bausparer monatlich 150 Euro bei der Alten Leipziger (Modellfall 1). Die Grafik zeigt, wie viel Geld er im Vergleich zu einem Riester-Banksparplan spart oder verliert. Entscheidend sind die Rendite des Banksparplans und der künftige Zinssatz für ein Bankdarlehen.

Dazu ein Beispiel aus unserer Untersuchung: Der Sparer plant sein Eigenheim in sieben Jahren und zahlt monatlich 150 Euro in einen Riester-Bausparvertrag der Alten Leipziger ein. Dazu kommen jährlich 524 Euro Zulagen für sich und seine beiden Kinder (siehe Modellfall 1).

Nach sieben Jahren hat der Bausparer ein Guthaben von 16 113 Euro. Das entspricht einer mageren Rendite von 0,7 Prozent. Im Gegenzug erhält er für seine Hausfinanzierung aber ein Bauspardarlehen von 33  390 Euro zu einem Zinssatz von nur 3,9 Prozent.

Schließt er stattdessen einen Riester-Banksparplan ab, steht ihm bei einer Rendite von 3 Prozent nach sieben Jahren ein Guthaben von 17 434 Euro zur Verfügung. Er startet seine Finanzierung daher mit einem um 1 321 Euro höheren Eigenkapital.

Doch das ist nur der Zwischenstand. Das Darlehen von der Bank wird höchstwahrscheinlich teurer als das von der Bausparkasse. Ab einem Bankzinssatz von mehr als 3,9 Prozent schmilzt der Vorteil des Banksparers. Bei einem Effektivzins von 5,19 Prozent wäre er komplett dahin. Dieser Grenzzinssatz markiert den Wendepunkt, an dem der anfängliche Nachteil des Bausparens in einen Vorteil umschlägt.

Liegt der Effektivzins für das Bankdarlehen höher als der Grenzzinssatz, hat sich der Abschluss des Bausparvertrags gelohnt. Der Riester-Vertrag der Alten Leipziger rechnet sich daher bereits bei einem geringen Zinsanstieg in der Zukunft. Bei einem Zinssatz von beispielsweise 7,0 Prozent wäre der Bausparer bereits mit 1 500 Euro im Plus (siehe Grafik).

Unsere Tabelle „Bausparen kontra Banksparen“ zeigt: Riester-Bausparer haben gute Chancen, dass sich ihr Vertrag unterm Strich rechnet. Es kommt aber auch auf den Tarif an. Bei den Bausparkassen, die in unserem Test die hinteren Ränge belegen, liegt der Grenzzinssatz um 1 bis 3 Prozentpunkte höher als bei den Testsiegern.

Ohne Darlehen hohe Nachteile

Die Rechnung geht außerdem nur für Bausparer auf, die ihren Vertrag zur Eigenheimfinanzierung einsetzen. Geben sie ihre Pläne auf, haben sie nur den schlecht verzinsten Sparvertrag. Im Vergleich zu einem Riester-Banksparplan bleiben sie dann auf einem hohen Zinsverlust sitzen. In unserem Modellfall 2, in dem der Sparer zehn Jahre lang monatlich 150 Euro in den Riester-Vertrag einzahlt, summiert sich der Zinsverlust je nach Bausparkasse auf 1 500 bis knapp 3 000 Euro.

Je unsicherer Sparer sind, ob sie ein Eigenheim bauen oder kaufen werden, desto weniger eignet sich für sie ein Bausparvertrag. Sparer mit nur vagen Eigenheimplänen wählen daher besser einen gut verzinsten Riester-Banksparplan. Die besten Angebote bringen auch dann eine faire Verzinsung, wenn der Sparer nicht baut, sondern bis zur Rente weiterspart.

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