Bausparen Test

Mit süßen Verzierungen aus Prämien und Zulagen schmeckt ein Bausparvertrag auch Sparern, die gar nicht bauen wollen.

Mit staatlichen Prämien und Zulagen lohnt sich ein ­Bausparvertrag auch als reine Geldanlage.

Beim Thema Bausparen denken viele eher an eine günstige Finanzierung der eigenen vier Wände als an eine rentable Geldanlage. Doch ein Bausparvertrag lohnt sich auch für Sparer, die nicht einmal im Traum ein Eigenheim wollen – vorausgesetzt, sie haben Anspruch auf Bausparförderung und sie legen ihr Geld mindestens sieben Jahre fest.

Der aktuelle Finanztest-Vergleich zeigt: Zulagen und Prämien heben die Bausparzinsen auf eine sichere Rendite über 6 Prozent. Bei den Spitzenreitern Quelle Bausparkasse und Huk-Coburg sind sogar knapp 7 Prozent drin. So hohe Renditen lassen sich derzeit mit keiner anderen risikolosen Geldanlage erzielen.

Förderung im Doppelpack

Als Bausparer profitieren viele Anleger von einer doppelten Förderung:

  • Auf jährliche Sparleistungen bis zu 512 Euro (Ehepaare 1 024 Euro) erhalten sie 10 Prozent Wohnungsbauprämie, wenn ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 25 600 Euro (Ehepaare 51 200 Euro) nicht übersteigt. Das Bruttoeinkommen darf je nach Familienstand und Kinderzahl höher liegen.
  • Arbeitnehmer, die sich vom Chef vermögenswirksame Leistungen (VL) bis zu 480 Euro im Jahr auf ein Bausparkonto überweisen lassen, können beim Finanzamt eine Arbeitnehmersparzulage von ebenfalls 10 Prozent beantragen. Die Einkommensgrenze für die Sparzulage liegt allerdings erheblich niedriger als für die Wohnungsbauprämie.

Insgesamt kann ein Arbeitnehmer-Ehepaar bis zu 1 984 Euro im Jahr prämien- und zulagenbegünstigt in einen Bausparvertrag anlegen – je Ehepartner 480 Euro VL für die Sparzulage und zusammen 1 024 Euro, um die Wohnungsbauprämie auszuschöpfen. Darauf gibt es jährliche Zulagen und Prämien von 198,40 Euro, die das Finanzamt nach sieben Jahren oder zum Zuteilungstermin auf das Bausparkonto zahlt.

Sieben Jahre sind auch die Mindestanlagedauer, die Renditesparer einhalten müssen. Innerhalb dieser Sperrfrist dürfen sie den Bausparvertrag nur für „wohnungswirtschaftliche Zwecke“ verwenden, vor allem für den Bau, den Kauf oder die Modernisierung eines Hauses. Sonst gehen alle Prämien und Zulagen verloren. Nach Ablauf der Sperrfrist dagegen können sie mit dem Geld machen, was sie wollen.

Renditetarife mit Zinsbonus

Spitzenrenditen erzielen Bausparer allerdings nur, wenn sie einen Vertrag abschließen, der optimal auf die individuelle Förderung zugeschnitten ist.

Die Darlehensbedingungen der Bausparkassen sind für Renditesparer Nebensache. Was zählt, ist ein hoher Ertrag in der Sparphase, also hohe Sparzinsen und möglichst niedrige Gebühren.

Die Basiszinsen der Bausparkassen sind mit 1,5 bis 4,0 Prozent mager. Wichtig ist deshalb ein Tarif, der dem Bausparer Bonuszinsen beschert, wenn er nach sieben Jahren auf ein Bauspardarlehen verzichtet. Eine Reihe von Bausparkassen belohnen den Darlehensverzicht zusätzlich, indem sie die Abschlussgebühr von 1,0 oder 1,6 Prozent der Bausparsumme erstatten.

Hohe Renditen gibt es außerdem nur mit niedrigen Bausparsummen. Faustregel: Die Bausparsumme sollte das Zehnfache der geförderten Sparbeiträge nicht übersteigen. Sie entspricht dann etwa dem Guthaben nach sieben bis acht Jahren.

Eine zu hohe Bausparsumme kostet Renditeprozente: Der Bausparer zahlt eine unnötig hohe Abschlussgebühr. Und er riskiert, dass sein Bausparvertrag nach Ablauf der siebenjährigen Sperrfrist noch nicht zugeteilt wird. Denn je höher die Bausparsumme, desto länger muss der Bausparer warten, bis er uneingeschränkt über sein Guthaben verfügen kann.

Kündigt er den Vertrag vor der Zuteilung, gehen ihm bei den meisten Kassen Bonuszinsen verloren. Und auch mit der Erstattung der Abschlussgebühr wird es dann in der Regel nichts. Außerdem zahlen die Bausparkassen das Guthaben nach einer Kündigung vor der Zuteilung erst nach drei bis sechs Monaten aus. Wer sofort an sein Guthaben will, muss Vorschusszinsen zahlen.

Mit der optimalen Bausparsumme können Bausparer dagegen sicher sein, dass sie ohne Abstriche über ihr Geld verfügen können.

Testergebnis übertragbar

Die besten Tarifangebote finden Renditesparer in der Tabelle unten. Berechnet wurden die Renditen am Beispiel eines verheirateten Arbeitnehmers, der Anspruch auf Wohnungsbauprämie und Sparzulage hat. Das Ergebnis lässt sich aber auch auf alle anderen Fälle übertragen. Annähernd die gleichen Renditen erzielen zum Beispiel Alleinstehende oder Bausparer, die nur Anspruch auf Wohnungsbauprämie, nicht aber auf Sparzulage haben. Die Förderung erhalten sie aber nur auf eine gerin­gere Sparrate. Sie müssen deshalb ­einen Vertrag mit niedrigerer Bausparsumme abschließen, um die optimale Rendite zu erzielen.

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