Bausparen Test

Bausparer müssen sich sputen, wenn sie sich jetzt noch die Wohnungsbauprämie sichern wollen.

Bausparen schlägt derzeit jede andere sichere Sparanlage. Mit Prämien und Zulagen gibt es Renditen über 6 Prozent. Dieses Jahr ist vielleicht die letzte Gelegenheit.

Bausparen ist nicht nur ein Baustein für die künftige Eigenheimfinanzierung. In Zeiten niedriger Zinsen lohnt sich ein Bausparvertrag auch für Sparer, die lediglich ihr Geld sicher und rentabel anlegen wollen – und gar nicht an die eigenen vier Wände denken.

Die aktuelle Finanztest-Untersu­chung zeigt: Mit dem richtigen Bauspartarif erzielen Sparer selbst ohne Bausparförderung eine Rendite bis über 4 Prozent. Banken zahlen für vergleichbare Sparpläne nur 2,0 bis 3,2 Prozent Zinsen.

Mit der staatlichen Förderung entpuppt sich Bausparen sogar als Renditeknüller. Prämien und Sparzulagen heben die Rendite dann bis über 6 Prozent. So viel bringt keine andere sichere Geldanlage.

Aus für die Wohnungsbauprämie?

Mit dem staatlichen Renditekick könnte es allerdings schon im nächsten Jahr vorbei sein. Denn nach den Plänen der Bundesregierung soll die Wohnungsbauprämie für alle nach dem 31. Dezember 2003 abgeschlossenen Bausparverträge wegfallen.

Der Abschluss eines Bausparvertrags noch in diesem Jahr ist daher die vielleicht letzte Chance, sich die alte Förderung wenigstens bis zum Jahr 2009 zu sichern.

Noch doppelte Förderung

Zurzeit profitieren viele Bausparer noch von einer doppelten Förderung:

  • Auf jährliche Sparleistungen bis zu 512 Euro (Ehepaare 1 024 Euro) erhalten sie 10 Prozent Wohnungsbauprämie, wenn ihr zu versteuerndes Jahreseinkommen 25 600 Euro (Ehepaare 51 200 Euro) nicht übersteigt. Brutto darf das Einkommen vor allem für Familien mit Kindern deutlich höher sein (siehe Tabelle „Bausparförderung 2003 im Überblick“).
  • Arbeitnehmer können außerdem eine 10-prozentige Sparzulage erhalten, wenn sie – am besten zusätzlich – vermögenswirksame Leistungen bis zu 480 Euro im Jahr vom Arbeitgeber auf das Bausparkonto überweisen lassen. Die Sparzulage steht derzeit nicht auf der Streichliste der Bundesregierung. Die ­Einkommensgrenzen sind allerdings deutlich niedriger als bei der Wohnungsbauprämie (siehe Tabellen „So viel darf es brutto sein“).

Nach sieben Jahren können Bausparer frei über ihr Guthaben verfügen. Vor Ablauf der Sperrfrist dürfen sie das Geld nur zur Baufinanzierung verwenden. Sonst gehen alle Prämien und Zulagen verloren.

Sind sieben Jahre vorbei, dürfen Bausparer mit ihrem Geld aber machen, was sie wollen, es beispielsweise auch für ein Auto oder eine Weltreise ausgeben.

Die besten Renditeangebote

Ob mit oder ohne Förderung: Hohe Renditen erzielen Bausparer nur mit dem richtigen Tarif. Die Konditionen für das Bauspardarlehen sind für Renditesparer nebensächlich. Entscheidend ist ein hoher Ertrag in der Sparphase.

Die Basiszinsen der Bausparkassen sind mit 1,0 bis 3,0 Prozent nur bescheiden. Deshalb müssen Sparer darauf achten, dass die Bausparkasse Bonuszinsen zahlt, wenn sie sich nach sieben Jahren das Guthaben auszahlen lassen und auf ein Darlehen verzichten. Einige Bausparkassen zahlen in diesem Fall auch die Abschlussgebühr von 1,0 oder 1,6 Prozent der Bausparsumme zurück.

Die Tarife mit den höchsten Renditen bieten derzeit die Quelle-Bausparkasse (Q 12 Direkt Plus) und die Debeka (Tarif ohne Name). Nur knapp dahinter liegen die Huk-Coburg (Optionsbausparen), die Axa (Haus & Happy) und die Alte Leipziger (easy plus).

Dieselben Tarife der Alten Leipziger, der Debeka und der Huk-Coburg haben zudem gut im Test für Bausparer abgeschnitten, die vor allem auf ein günstiges Darlehen für die Eigenheimfinanzierung aus sind. Das ist ein Vorteil, wenn es sich der Renditesparer später anders überlegt und seinen Vertrag doch für die eigenen vier Wände einsetzen will.

Kleine Bausparsumme wählen

Nur kleine Bausparsummen bringen hohe Renditen – nach dieser Faustregel sollten Bausparer ihren Vertrag ausrichten. Ideal ist es, die Bausparsumme etwa auf das Zehnfache der jährlichen Sparleistung zu begrenzen. Die Bausparsumme entspricht dann ungefähr dem Sparguthaben nach sieben Jahren.

Durch die niedrige Bausparsumme zahlt der Bausparer nur eine geringe Abschlussgebühr. Und er kann sicher sein, dass sein Bausparvertrag nach spätestens sieben Jahren das für die Zuteilung nötige Mindestguthaben und eine ausreichende Bewertungszahl erreicht. Das ist wichtig, weil Bausparer erst nach der Zuteilung ihres Vertrags ohne Nachteil über ihr Geld verfügen können.

Mindestens sieben Jahre

Renditebausparer sollten außerdem sicher sein, dass sie das Geld auf dem Bausparkonto mindestens sieben Jahre lang nicht benötigen. Kündigen sie vorher, verlieren sie nicht nur die Förderung, sondern meist auch die Bonuszinsen der Bausparkasse. Dann bleibt ihnen nur ein schlecht verzinster Sparvertrag.

Wie hoch der Nachteil einer vorzeitigen Kündigung ist, hängt vom Basiszins ab. Bei der Axa (Basiszins 1,5 Prozent) erzielt ein verheirateter Arbeitnehmer mit Anspruch auf Prämien und Zulagen rund 6 Prozent Rendite, wenn er sieben Jahre spart. Kündigt er nach fünf Jahren, rutscht die Rendite auf kümmerliche 1 Prozent, weil Prämien und Bonuszinsen entfallen.

Kunden der Debeka, die einen doppelt so hohen Basiszinssatz (3,0 Prozent) zahlt, kommen nach fünf Jahren immerhin noch auf 2,4 Prozent Rendite.

Bis auf die siebenjährige Mindestsparzeit ist ein Renditebausparvertrag aber sehr flexibel. So können Bausparer jederzeit Sonderzahlungen leisten, die Sparraten erhöhen oder eine Zeit lang einstellen. Das bietet sonst kein Sparvertrag mit fester Verzinsung.

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