Bauspar­verträge: Kein Verlass mehr auf flexibles Sparen

Flexibles Sparen war noch vor einigen Jahren ein Plus­punkt für Bausparer. Der tarifliche Regelsparbeitrag von meist 3 bis 5 Promille der Bausparsumme im Monat war kaum mehr als ein Richt­wert. In der Praxis konnte jeder sparen, wie er wollte: Bausparer durften mehr oder weniger als die Regelrate sparen, Sonderzah­lungen leisten oder eine Spar­pause einlegen.

Spar­zeit bis zum Mindest­guthaben

Im Tarif sind Mindest­guthaben und Regelsparbeitrag im Verhältnis zur Bausparsumme fest­gelegt. Sie bestimmen, wie lange die Spar­zeit mindestens dauert.
Lesebei­spiel: Mit einem Regelsparbeitrag von 5 Promille der Bausparsumme erreicht der Sparer das Mindest­guthaben von 40 Prozent der Bausparsumme nach 6,8 Jahren. Beträgt der Regelsparbeitrag 4 Promille, dauert es 8,6 Jahre.

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Flexibilität einge­schränkt

Damit ist es für viele Bausparer vorbei. Haben sie noch einen älteren Tarif mit hohen Gutha­benzinsen, nehmen Bausparkassen meist keine Sonderzah­lungen mehr an. Darunter verstehen sie alle Einzahlungen, die den Regelsparbeitrag über­steigen. Zu wenig dürfen Bausparer auch nicht mehr zahlen. Sind sie mit beispiels­weise sechs oder neun Regelsparraten im Rück­stand, fordern Bausparkassen oft eine Nach­zahlung und drohen mit der Kündigung. Das Recht dazu haben sie sich im Klein­gedruckten vorbehalten.

Beschränkungen jeder­zeit möglich

Betroffen von den Einschränkungen sind bislang vor allem Bausparer mit älteren Verträgen, die noch hohe Gutha­benzinsen abwerfen. Doch auch bei den neuen Tarifen können sich Bausparer nicht darauf verlassen, dass sie in einigen Jahren noch flexibel sparen können. Wenn es der Bausparkasse vorteilhaft erscheint, kann sie die Freizügig­keit jeder­zeit stoppen. Nur bei Riester-Verträgen ist garan­tiert, dass Sparer ihre jähr­lichen Einzahlungen bis zum steuerlich geförderten Höchst­betrag von derzeit 2 100 Euro frei wählen können.

Auf rechts­sichere Sparpläne achten

Kunden sollten sich deshalb nur auf Spar­vorschläge einlassen, die sie verwirk­lichen können, ohne auf die Zustimmung der Bausparkasse angewiesen zu sein. In der Regel heißt das: Die Monats­sparrate sollte dem Regelsparbeitrag entsprechen. Eine Sonderzahlung sollten Bausparer allenfalls zu Vertrags­beginn fest einplanen.

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