Bauspar­rechner

So haben wir getestet

Inhalt

Der Bauspar­rechner der Stiftung Warentest sucht und vergleicht Bauspar­verträge anhand individueller Vorgaben der Nutzer.

In den Vergleich einbezogen werden alle aktuellen Bauspar­tarife, ausgenommen

  • Riester-Tarife
  • Tarife mit varia­blen Zinsen während der Spar- oder Darlehens­phase (Ausnahme: Tarife mit einem Mindest­gutha­benzins­satz, der sich je nach Entwick­lung eines Referenzzins­satzes erhöhen kann, werden als Tarife mit festem Sparzins­satz behandelt, der dem Mindest­zins­satz entspricht).
  • Tarife, die nur einem einge­schränkten Kreis von Sparern zugäng­lich sind.
  • Tarife, die nur als reine Geld­anlage angeboten werden.

Es werden alle Tarife und Tarif­varianten dargestellt, soweit sie die Vorgaben und Einstel­lungen des Nutzers erfüllen und die grund­legenden Prämissen einhalten. Grund­lage für alle Berechnungen sind die Allgemeinen Bausparbedingungen (ABB) und die aktuellen Zielbe­wertungs­zahlen, die vor der Zuteilung erreicht werden müssen.

Nutzer­eingaben

Der Sparer kann zwischen drei Rechenwegen wählen:

  • Monatliche Sparrate fest­legen.
  • Kapitalbedarf fest­legen.
  • Sparrate und Kapitalbedarf fest­legen (Profi-Version).

In allen Varianten sind zusätzlich der Vertrags­beginn und der geplante Finanzierungs­beginn anzu­geben.

Optional kann der Nutzer das Bundes­land (Wohn­sitz) einstellen und eine Sofort­einzahlung zu Vertrags­beginn erfassen.

Monatliche Sparrate fest­legen: Der Kunde gibt die gewünschte monatliche Sparrate vor. Der Bauspar­rechner ermittelt die Bausparsumme und die Höhe der Gesamt­auszahlung. Letztere entspricht in der Regel der Bausparsumme. Sie kann aber in einigen Fällen von der Bausparsumme abweichen.

Kapitalbedarf fest­legen: Der Kunde gibt den Kapitalbedarf vor, den er durch einen Bauspar­vertrag decken möchte. Der Bauspar­rechner ermittelt die erforderliche Bausparsumme und die Höhe der monatlich zu zahlenden Sparrate (kleinste zulässige Sparrate).

Sparrate und Kapitalbedarf fest­legen (Profi-Version): Der Kunde gibt die gewünschte monatliche Sparrate und seinen Kapitalbedarf vor.

Bewertungs­maßstab

Maßstab für die Bewertung ist eine Kombination aus einem Bank­sparplan und einem anschließenden Bank­darlehen mit jeweils gleichen Zahlungen wie beim Bauspar­vertrag. Berechnet wird der barwertige Vorteil oder Nachteil des Bauspar­vertrags gegen­über dieser Kombination durch Abzinsung des Zahlungs­stroms auf den Vertrags­beginn. In der Spar­phase (Vertrags­beginn bis Finanzierungs­beginn) entspricht der Abzinsungs­satz dem einge­stellten Zins­satz für einen Bank­sparplan. Ab Finanzierungs­beginn entspricht der Abzinsungs­satz dem einge­stellten Zins­satz für ein Bank­darlehen. Im Rechner voreinge­stellt sind 0,50 Prozent für den Bank­sparplan und 4,00 Prozent für das Bank­darlehen (vom Nutzer änder­bar).

Im Bauspar­rechner wird der Barwert als „Finanzierungs­vorteil“ des Bauspar­vertrags ausgewiesen.

Sofern der Effektivzins des Bauspardarlehens höher ist als der für das Bank­darlehen gewählte Effektivzins, geht der Bauspar­rechner davon aus, dass der Bausparer das Bauspardarlehen nicht in Anspruch nimmt.

Sortierung/Rang­folge

Die Sortierung der Bauspar­verträge erfolgt im Bauspar­rechner absteigend nach dem höchsten Finanzierungs­vorteil (Barwert). Nutzer haben aber die Möglich­keit, nach anderen Kriterien zu sortieren, etwa nach der Gesamt­auszahlung oder nach dem Tilgungs­beitrag.

Prämissen

  • Sonderzah­lungen. Eine Sonderzahlung ist nur zu Vertrags­beginn zulässig. Danach sind Sonderzah­lungen nicht zugelassen, da sie unter dem Vorbehalt der künftigen Zustimmung durch die Bausparkasse stehen.
  • Regelsparbeitrag. Der Regelsparbeitrag darf – gegebenenfalls unter Berück­sichtigung einer Sonderzahlung zu Vertrags­beginn – nicht so weit unter­schritten werden, dass die Bausparkasse zu einer Nach­forderung von Sparbeiträgen oder zur Kündigung des Bauspar­vertrags berechtigt ist. Sparraten ober­halb des Regelspar­beitrags sind nicht zulässig, sofern sich die Bausparkasse in den Tarifbedingungen vorbehält, solche Zahlungen abzu­lehnen.
  • Zuteilung. Der Bauspar­vertrag muss spätestens zum gewünschten Finanzierungs­termin zuzüglich der vom Nutzer in den Voreinstel­lungen gewählten Anzahl von Monaten zugeteilt werden können (auf Basis der aktuellen Zielbe­wertungs­zahl). Ist eine Zuteilung bereits vor dem gewählten Finanzierungs­termin möglich, geht der Bauspar­rechner davon aus, dass der Bausparer die Bausparsumme dennoch erst zum Finanzierungs­termin abruft.
  • Zwischen­finanzierung. Der Bauspar­rechner sucht zunächst für jeden Tarif eine Lösung, bei dem der Bauspar­vertrag zum gewünschten Auszahlungs­termin zugeteilt wird. Ist eine solche Lösung nicht möglich, wird die Option auf eine spätere Zuteilung genutzt (sofern die Voreinstellung dies zulässt). Bei der Bewertung des Bauspar­vertrags wird unterstellt, dass der Bausparer in der Zeit vom gewünschten Auszahlungs­termin bis zur Zuteilung einen Zwischen­kredit aufnimmt. Der Zins­satz für den Zwischen­kredit entspricht dem unter „Bewertungs­zinsen“ einge­stellten Zins­satz für ein alternatives Bank­darlehen.
  • Tilgungs­beitrag. Die Rate für das Bauspardarlehen (Tilgungs­beitrag) wird nach den Allgemeinen Bausparbedingungen ermittelt. Es gelten aber Ober- und Unter­grenzen, um extreme Abweichungen von den Spar­leistungen zu vermeiden: Der minimale Tilgungs­beitrag liegt bei 50 Prozent, der maximale Tilgungs­beitrag bei 300 Prozent des durch­schnitt­lichen Sparbeitrages. In den durch­schnitt­lichen Sparbeitrag gehen die monatlichen Sparraten und die Sonderzahlung zu Vertrags­beginn ein.
  • Finanzierung. Es wird unterstellt, dass der Bauspar­vertrag plan­mäßig zur Finanzierung einge­setzt wird. Eine Auszahlung des Bauspar­guthabens mit Verzicht auf das Bauspardarlehen wird nicht berechnet.
  • Steuern. Eventuell anfallende Kapital­ertrags­steuer auf Gutha­benzinsen wird nicht berück­sichtigt.

Voreinstel­lungen

  • Spätere Zuteilung. Der Nutzer kann wählen, ob der Vertrag genau zum gewünschten Finanzierungs­termin zugeteilt sein muss oder ob er auch später zugeteilt werden darf. In den Stan­dard­einstel­lungen muss die Zuteilung spätestens zwölf Monate nach dem Finanzierungs­termin erfolgen. Nutzer können eine andere Anzahl von Monaten (maximal 24) wählen. Sie können außerdem wählen, ob nach dem Finanzierungs­termin weitere Sparraten auf den Vertrag fließen dürfen.
  • Spar­stopp. Nutzer können wählen, ob sie stets bis zum Finanzierungs­termin sparen oder die Sparraten bis zu zwölf Monate vorher gestoppt werden dürfen. Ein Spar­stopp ist maximal für den Zeitraum zulässig, für den ein Kündigungs­recht der Bausparkasse wegen Nicht­zahlung von Regelsparbeiträgen ausgeschlossen ist. In der Stan­dard­einstellung ist ein Spar­stopp zugelassen. Legt der Bauspar­tarif fest, dass ab einem bestimmten Guthaben keine weitere Sparzah­lungen mehr möglich sind, wird dies stets berück­sichtigt – auch wenn der Spar­stopp deaktiviert ist oder die Regelung dazu führt, dass die Sparraten mehr als zwölf Monate vor dem geplanten Finanzierungs­beginn einge­stellt werden.
  • Mehr- und Wahl­zuteilung. Mehr- und Wahl­zutei­lungen sind in der Regel an die Zustimmung der Bausparkasse und oft auch an besondere Voraus­setzungen gebunden. Tarif­varianten mit Mehr- oder Wahl­zuteilung werden in der Stan­dard­einstellung daher nicht berück­sichtigt. Nutzer können aber durch eine Änderung der Voreinstellung bestimmen, dass auch diese Varianten zugelassen sind. Sofern bei einem Tarif Mehr­zutei­lungen in beliebiger Höhe möglich sind, werden eine Mehr­zuteilung von 25 Prozent der Bausparsumme und eine Mehr­zuteilung von 50 Prozent der Bausparsumme dargestellt.
  • Wohnungs­bauprämie. Je nach Nutzer­eingaben wird die Wohnungs­bauprämie berück­sichtigt. In der Stan­dard­einstellung hat der Sparer keinen Anspruch auf Wohnungs­bauprämie.
  • Bewertungs­zins­sätze. Die Abzinsungs­sätze für die Berechnung des Barwerts der Bauspar­finanzierungen („Finanzierungs­vorteil“) können individuell einge­stellt werden. Voreinge­stellt sind 0,50 Prozent für den Zeitraum bis zum Finanzierungs­beginn und 4,00 Prozent für den Zeitraum nach Finanzierungs­beginn.

Zusätzliche Voreinstel­lungen in der Profi-Version

  • Auto­matische Erhöhung der Sparrate oder Sonderzahlung. Der Bauspar­rechner sucht zunächst nur Tarife, die die Vorgaben des Nutzers zur Sparrate und Sofort­einzahlung genau erfüllen. Dies entspricht der Stan­dard­einstellung. Durch Akti­vierung von Options­feldern können Nutzer darüber hinaus Tarife zulassen, die nur mit einer höheren Sparrate oder einer höheren Sonderzahlung recht­zeitig zur Zuteilung kommen. Sie können einstellen, um welchen Euro-Betrag die Sparrate oder die Sofort­einzahlung höher als ihre Eingabe liegen darf.
  • Höhere Auszahlung. Der Nutzer kann bestimmen, dass auch Tariflösungen zulässig sind, bei denen die Auszahlungs­summe den einge­gebenen Kapitalbedarf über­steigt (sofern eine passende Lösung sonst nicht möglich ist, weil zum Beispiel die Sparrate den Regelsparbeitrag über­steigen würde). Die Möglich­keit einer höheren Auszahlung ist voreinge­stellt. Sofern diese Option gewählt wird, sollte die Dauer einer Zwischen­finanzierung in den Voreinstel­lungen auf wenige Monate begrenzt oder nicht zugelassen werden. Hintergrund: Der Bauspar­rechner versucht zuerst einen Bauspar­tarif durch Ausnutzung der späteren Zuteilung zuteilungs­reif zu bekommen. Eine spätere Zuteilung kann aber mit einer erhöhten Sparrate oder Sonderzahlung oft vermieden werden.

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64 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.04.2022 um 14:28 Uhr
Berücksichtigung Regelsparbeitrag beim Rechner

@andy1607: Selbstverständlich berücksichtigt der Rechner Regelsparbeiträge. Einmalzahlungen werden auf die Regelsparbeiträge angerechnet. Ein Rückstand besteht frühestens dann, wenn die Summe aus Einmalzahlungen und Sparbeiträgen die zu leistenden Regelsparbeiträge übersteigt.

andy1607 am 25.04.2022 um 15:52 Uhr
Berücksichtigung Regelsparbeitrag beim Rechner

In Ihrem Artikel von August 2021 heißt es:
"Regelsparbeitrag beachten. Fast alle Tarifbedingungen verpflichten dazu, einen festen monatlichen Regelsparbeitrag zu zahlen. Bausparkassen empfehlen aber oft Verträge mit viel höheren oder nied­rigeren Raten. Vorsicht: Solche Sparpläne sind in aller Regel unver­bindlich..."
Nun gibt Ihr Bausparrechner aber je nach gewählten Parametern selbst häufig Sparpläne aus, bei denen der monatliche Regelsparbeitrag nicht eingehalten wird, insb. wenn man eine größere anfängliche Einmalzahlung plant, oder wenn man eine relativ kurze Spardauer vorgibt bis zur gewünschten Zuteilung. Wie ist das zu interpretieren? Gilt der Regelsparbeitrag auch trotz anfänglicher Einmalzahlung oder wird diese hier irgendwie verrechnet? Wie verhält es sich mit kurzen Vertragslaufzeiten - ohne hohe Einmalzahlung zu Beginn ist es hier ja gar nicht möglich mit dem Regelsparbeitrag auf eine kürzerer Sparzeit zu kommen...?

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.01.2022 um 09:24 Uhr
Bausparvertrag / Erneuerung Heizung

Was eine wohnungswirtschaftliche Verwendung ist, steht in § 1 Abs. 3 Bausparkassengesetz:
www.gesetze-im-internet.de/bausparkg/__1.html
Wohnungswirtschaftliche Maßnahmen im Sinne des Gesetzes sind:
1. die … Verbesserung von überwiegend zu Wohnzwecken bestimmten Gebäuden und von Wohnungen, …
2. …

Die Finanzierung des Einbaus oder der Erneuerung einer Heizung gehört zu den Maßnahmen, für die das Bauspardarlehen verwandt werden kann.
Bei alten Bausparverträgen, die vor dem 31. Dezember 2008 abgeschlossen wurden, gilt eine Besonderheit. Dort kann die Prämie auch anderwärtig verwendet werden, wenn die Laufzeit von 7 Jahren erfüllt ist.

Für seit dem 1. Januar 2009 abgeschlossene Verträge ist die Prämie dauerhaft an eine wohnwirtschaftliche Verwendung wie Bau/Kauf oder Modernisierung/Renovierung gebunden. Bausparer, die jünger als 25 Jahre sind, bleiben jedoch von dieser Verwendungsbindung ausgenommen. Von dieser Regelung kann jeder Bausparer einmal Gebrauch machen.

Klippenland am 24.01.2022 um 21:55 Uhr
Welche Hürden gibt es?

Einen Wohnriestervertrag konnte ich nicht nutzen, da die durchgeführte Baumaßnahme an den Bedingungen scheiterte. Die Tür zum Badezimmer konnte nicht auf die geforderte Breite vergrößert werden. Daher kein Anspruch. Also Auszahlung und Rückzahlung aller Prämien bzw. Steuervorteile. Welche Hürden gibt es bei der "normalen Bausparprämie"? Wäre z. B. der Austausche iner heizungsanlage ein ausreichender wohnwirtschaftlicher Verwendungszweck?

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.01.2021 um 14:00 Uhr
Der Rechner ist für mich wertlos

@KarlPaulWilhelm: Wer einfach nur sparen und Prämie kassieren will, braucht den Rechner nicht. Der ist vor allem dann relevant, wenn Sie ihn in eine Immobilienfinanzierung einplanen, also bauen oder kaufen wollen, wie wir schon in der Einleitung schreiben. Für Sie passend ist unser Test zu den Bausparverträgen. Bedenken sie aber: Frei verfügen können Sie über das Geld am Ende nur, wenn Sie beim Abschluss des Vertrages unter 25 Jahre alt waren. Waren Sie älter, darf das Geld nur für einen wohnwirtschaftlichen Zweck verwendet werden. Sonst müssen die erhaltenen Vergünstigungen zurückgezahlt werden. Rechnen Sie auch nicht mit üppigen Zinsen. Auf das Guthaben zahlen die Bausparkassen nur noch Mikrozinsen von meist 0,01 bis 0,10 Prozent. (PH)
https://www.test.de/Bausparen-mit-Praemie-So-finden-Sie-den-besten-Bausparvertrag-5562604-0/