Bauspar­rechner

Unsichere Sparpläne

Bausparkassen schlagen ihren Kunden oft Sparpläne vor, die völlig unver­bindlich sind. Das kann später zur Falle werden.

Inhalt

Flexibles Sparen war noch vor einigen Jahren ein Plus­punkt für Bausparer. Der tarifliche Regelsparbeitrag von meist 3 bis 5 Promille der Bausparsumme im Monat war kaum mehr als ein Richt­wert. In der Praxis konnte jeder sparen, wie er wollte: Bausparer durften mehr oder weniger als die Regelrate sparen, Sonderzah­lungen leisten oder eine Spar­pause einlegen.

Unser Rat

Sparraten.
Bausparkassen können Spar­leistungen ablehnen, die vom Regelsparbeitrag abweichen. Lassen Sie sich auf Sparpläne mit anderen Raten und Sonderzah­lungen nur ein, wenn die Kasse schriftlich versichert, dass sie alle geplanten Zahlungen akzeptiert. Unver­bindliche Sparpläne reichen nicht.

Kassen fordern Regelsparbeitrag

Mit dem freien Sparen ist es für viele Bausparer vorbei. Bei älteren Tarifen mit noch hohen Gutha­benzinsen nehmen Bausparkassen in der Regel keine Sonderzah­lungen mehr an. Darunter verstehen sie alle Spar­leistungen, die über den Regelsparbeitrag hinaus­gehen.

Zu wenig dürfen die Kunden auch nicht mehr zahlen. Sind sie zum Beispiel mehr als sechs Regelsparbeiträge im Rück­stand, verlangen Bausparkassen oft eine Nach­zahlung. Zahlt der Bausparer nicht, kündigt die Kasse. Das Recht dazu haben sich Bausparkassen im Klein­gedruckten vorbehalten.

Hintertür im Klein­gedruckten

Betroffen von den Einschränkungen sind bislang nur Bausparer mit älteren Verträgen. Doch ein Blick in die aktuellen Tarifbedingungen zeigt: Wenn es der Bausparkasse vorteilhaft erscheint, kann sie die Freizügig­keit auch bei den neuen Tarifen jeder­zeit stoppen.

Fast alle Bausparkassen behalten sich das Recht vor, dem Kunden Zahlungen ober­halb des tariflichen Regelspar­beitrags zu verweigern.

Kündigung bei zu nied­riger Sparrate

Sparen Kunden weniger als die Regelrate, müssen sie mit einer Nach­forderung rechnen – und mit der Kündigung, wenn sie nicht inner­halb einer Frist von zwei oder drei Monaten zahlen. Fast alle privaten Bausparkassen behalten sich das vor, sobald der Kunde mit sechs oder mehr als sechs Raten im Rück­stand ist. Die meisten Landes­bausparkassen (LBS) haben ihre Bedingungen sogar verschärft: Falls der Sparer im Kalender­jahr zuvor die Regelsparraten nicht voll­ständig geleistet hat, darf die Kasse die Nach­zahlung verlangen und mit der Kündigung drohen. Nur wenige Bausparkassen lassen größere Freiheiten.

Besser sicher­gehen

Trotz der eindeutigen Bausparbedingungen: In der Praxis erstellen Bausparkassen häufig Sparpläne mit Sparraten, die viel kleiner oder viel höher als der Regelsparbeitrag sind. Für die Bausparkassen gibt es derzeit auch keinen Grund, in ihren neuen Tarifen von ihren Rechten Gebrauch zu machen. Doch wie bei den Alttarifen könnte sich das im Laufe der Zeit ändern. Wer sicher­gehen will, sollte sich nur Sparpläne erstellen lassen, die er ohne Zustimmung der Bausparkasse verwirk­lichen kann. In den meisten Fällen heißt das: Die monatliche Sparrate muss dem Regelsparbeitrag entsprechen.

Tipp: Viele weitere Informationen rund ums Bausparen finden Sie auf unserer Themenseite Bausparen.

Mehr zum Thema

  • Rechner Eigenheim­finanzierung So teuer darf Ihr Haus werden

    - Mit unserem Rechner können Sie ermitteln, wie viel Kredit Sie für Ihr Haus aufnehmen können und wie viel Ihr Haus oder Ihre Wohnung höchs­tens kosten darf.

  • Rechner Immobilien­kredite Mit Eigen­kapital Zinsen sparen

    - Mit dem Grenz­zins­rechner der Stiftung Warentest können Sie berechnen, wie viel Zinsen Sie sparen, wenn sie vorhandene Geld­anlagen für mehr Eigen­kapital auflösen.

  • Bausparen bringt Zins­vorteil Kombi mit Bank­kredit lohnt weiterhin

    - Bausparkassen zahlen kaum noch Zinsen aufs Guthaben. Trotzdem kann sich Bausparen lohnen. Sogar dann, wenn die Zinsen für Baukredite so nied­rig bleiben wie heute.

64 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 26.04.2022 um 14:28 Uhr
Berücksichtigung Regelsparbeitrag beim Rechner

@andy1607: Selbstverständlich berücksichtigt der Rechner Regelsparbeiträge. Einmalzahlungen werden auf die Regelsparbeiträge angerechnet. Ein Rückstand besteht frühestens dann, wenn die Summe aus Einmalzahlungen und Sparbeiträgen die zu leistenden Regelsparbeiträge übersteigt.

andy1607 am 25.04.2022 um 15:52 Uhr
Berücksichtigung Regelsparbeitrag beim Rechner

In Ihrem Artikel von August 2021 heißt es:
"Regelsparbeitrag beachten. Fast alle Tarifbedingungen verpflichten dazu, einen festen monatlichen Regelsparbeitrag zu zahlen. Bausparkassen empfehlen aber oft Verträge mit viel höheren oder nied­rigeren Raten. Vorsicht: Solche Sparpläne sind in aller Regel unver­bindlich..."
Nun gibt Ihr Bausparrechner aber je nach gewählten Parametern selbst häufig Sparpläne aus, bei denen der monatliche Regelsparbeitrag nicht eingehalten wird, insb. wenn man eine größere anfängliche Einmalzahlung plant, oder wenn man eine relativ kurze Spardauer vorgibt bis zur gewünschten Zuteilung. Wie ist das zu interpretieren? Gilt der Regelsparbeitrag auch trotz anfänglicher Einmalzahlung oder wird diese hier irgendwie verrechnet? Wie verhält es sich mit kurzen Vertragslaufzeiten - ohne hohe Einmalzahlung zu Beginn ist es hier ja gar nicht möglich mit dem Regelsparbeitrag auf eine kürzerer Sparzeit zu kommen...?

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.01.2022 um 09:24 Uhr
Bausparvertrag / Erneuerung Heizung

Was eine wohnungswirtschaftliche Verwendung ist, steht in § 1 Abs. 3 Bausparkassengesetz:
www.gesetze-im-internet.de/bausparkg/__1.html
Wohnungswirtschaftliche Maßnahmen im Sinne des Gesetzes sind:
1. die … Verbesserung von überwiegend zu Wohnzwecken bestimmten Gebäuden und von Wohnungen, …
2. …

Die Finanzierung des Einbaus oder der Erneuerung einer Heizung gehört zu den Maßnahmen, für die das Bauspardarlehen verwandt werden kann.
Bei alten Bausparverträgen, die vor dem 31. Dezember 2008 abgeschlossen wurden, gilt eine Besonderheit. Dort kann die Prämie auch anderwärtig verwendet werden, wenn die Laufzeit von 7 Jahren erfüllt ist.

Für seit dem 1. Januar 2009 abgeschlossene Verträge ist die Prämie dauerhaft an eine wohnwirtschaftliche Verwendung wie Bau/Kauf oder Modernisierung/Renovierung gebunden. Bausparer, die jünger als 25 Jahre sind, bleiben jedoch von dieser Verwendungsbindung ausgenommen. Von dieser Regelung kann jeder Bausparer einmal Gebrauch machen.

Klippenland am 24.01.2022 um 21:55 Uhr
Welche Hürden gibt es?

Einen Wohnriestervertrag konnte ich nicht nutzen, da die durchgeführte Baumaßnahme an den Bedingungen scheiterte. Die Tür zum Badezimmer konnte nicht auf die geforderte Breite vergrößert werden. Daher kein Anspruch. Also Auszahlung und Rückzahlung aller Prämien bzw. Steuervorteile. Welche Hürden gibt es bei der "normalen Bausparprämie"? Wäre z. B. der Austausche iner heizungsanlage ein ausreichender wohnwirtschaftlicher Verwendungszweck?

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.01.2021 um 14:00 Uhr
Der Rechner ist für mich wertlos

@KarlPaulWilhelm: Wer einfach nur sparen und Prämie kassieren will, braucht den Rechner nicht. Der ist vor allem dann relevant, wenn Sie ihn in eine Immobilienfinanzierung einplanen, also bauen oder kaufen wollen, wie wir schon in der Einleitung schreiben. Für Sie passend ist unser Test zu den Bausparverträgen. Bedenken sie aber: Frei verfügen können Sie über das Geld am Ende nur, wenn Sie beim Abschluss des Vertrages unter 25 Jahre alt waren. Waren Sie älter, darf das Geld nur für einen wohnwirtschaftlichen Zweck verwendet werden. Sonst müssen die erhaltenen Vergünstigungen zurückgezahlt werden. Rechnen Sie auch nicht mit üppigen Zinsen. Auf das Guthaben zahlen die Bausparkassen nur noch Mikrozinsen von meist 0,01 bis 0,10 Prozent. (PH)
https://www.test.de/Bausparen-mit-Praemie-So-finden-Sie-den-besten-Bausparvertrag-5562604-0/