Bausparen: Die Tarife im Test

Bausparen Test

Finanztest hat die besten Angebote der Bausparkassen ­ermittelt – für Sparer mit festen Plänen ebenso wie für ­Unentschlossene.

Gute Zinsen aufs Guthaben, niedrige Zinsen fürs Darlehen, eine schnelle Zuteilung und bezahlbare Monatsraten – die modernen Tarife der Bausparkassen bieten fast alles. Nur nicht auf einmal.

Wählt der Bausparer eine Variante mit relativ hohem Guthabenzins, zahlt er später garantiert auch einen höheren Zinssatz für sein Bauspardarlehen. Will er möglichst schnell an das Geld von der Bausparkasse, muss er eine hohe Monatsrate in Kauf nehmen oder sich mit einem kleineren Darlehen begnügen.

Niedrige Darlehenszinsen oder geringe Gebühren sagen daher allein noch nichts darüber aus, ob ein Bausparangebot günstig oder teuer ist. Entscheidend ist, dass der Tarif zu den Zielen des Bausparers passt und die Kasse die Bausparsumme auf die monatliche Sparrate und den gewünschten Zuteilungstermin abstimmt.

Der Finanztest-Vergleich

Bausparen Test

Finanztest hat die besten Angebote für vier typische Bausparer ermittelt:

  • Der Zielsparer ist sicher, dass er ein Haus bauen oder kaufen wird. Auch der Zeitplan steht: In vier Jahren (Modellfall 1) oder in sieben Jahren (Modellfall 2) will er seine Pläne verwirklichen.
  • Im Modellfall 3 hat der Bausparer das Eigenheim ebenfalls fest im Blick. Er ist sich aber über den Zeitpunkt noch nicht klar (4 bis 10 Jahre) und sucht ein Angebot, mit dem er flexibel bleibt.
  • Im Modellfall 4 ist der Bausparer unsicher, ob er seine Baupläne verwirklichen kann. Für ihn sind auch die Nachteile bei einer Vertragsauflösung wichtig.

Die Testsieger

Im Test gibt es drei Sieger, die sich klar von der Konkurrenz abheben: Axa, Alte Leipziger und Huk-Coburg machen die ersten Plätze in allen Modellfällen weitgehend unter sich aus. In einigen Fällen konnten auch die Landesbausparkasse (LBS) Baden-Württemberg, Schwäbisch Hall, Wüstenrot, die Allianz Dresdner und die Vereinsbank Victoria Bausparkasse mit in die Spitzengruppe vordringen.

Ein Vergleich zahlt sich aus. So sparen Bausparer im Modellfall 2 (Bau in sieben Jahren) rund 1 200 Euro, wenn sie bei einem der Spitzenreiter LBS Baden-Württemberg oder Huk-Coburg statt beim Schlusslicht Deutsche Bank Bausparkasse abschließen.

Der Test zeigt auch, dass viele Tarife ihre Stärken nur in bestimmten Fällen ausspielen. So ist etwa der Tarif Classic M der LBS Baden-Württemberg maßgeschneidert für Sparer mit festen Finanzierungsplänen in sieben Jahren. Die Kasse bietet damit für diesen Fall das Topangebot im Test. In den anderen Modellfällen schickte die Kasse diesen Tarif gar nicht erst ins Rennen.

Die Alte Leipziger hat mit easy plus den besten Tarif für Sparer, die Wert auf Flexibilität legen (Modellfälle 3 und 4). Für Sparer, die fest zum Bau in sieben Jahren entschlossen sind, gibt es ein halbes Dutzend bessere Tarife.

Und bei der Huk-Coburg fahren Bausparer mit vagen Bauplänen viel besser, wenn sie statt des „Finanzierungsbausparens“ die Optionsvariante wählen, die ihnen bei einem Darlehensverzicht einen hohen Zinsbonus bringt.

Finanztest hatte alle Bausparkassen aufgefordert, für die Modellfälle optimale Angebote zu erstellen. Die monatliche Sparrate haben wir mit 250 Euro fest vorgegeben. Tarif und Bausparsumme konnten die Bausparkassen selbst wählen.

Darüber hinaus durften sie eine Zwischenfinanzierung bis zu einem Jahr und eine begrenzte Sonderzahlung zum Bautermin in ihren Vorschlag einfließen lassen. Eine Sonderzahlung kann zum Beispiel sinnvoll sein, um das Bausparguthaben bis zum Mindestguthaben aufzustocken.

In den Modellfällen 3 und 4 kommt es vor allem auf die Flexibilität der Bauspartarife an. Deshalb konnten die Bausparkassen hier nach vier, sieben und zehn Jahren den Vertrag neu an die Ziele des Bausparers anpassen und die Vertragssumme beispielsweise erhöhen – je nachdem, ob er den Vertrag abbricht und auf das Darlehen verzichtet, ein Haus finanziert oder weiter spart.

Maßstab Banksparplan

Maßstab für die Bewertung ist eine Finanzierung ohne Bausparvertrag: Bis zum Bau legt der Sparer sein Geld in einen Banksparplan mit einer laufzeitabhängigen Rendite von 3,0 bis 4,0 Prozent an. Höhere Renditen sind mit sicheren Sparplänen zurzeit nicht drin. Für die Finanzierung nimmt der Bauherr ein Darlehen zu einem Effektivzins von 6,70 bis 7,76 Prozent auf. Durch diesen Maßstab werden die Bausparangebote trotz unterschiedlicher Bausparsummen, Tilgungsraten und Laufzeiten vergleichbar. Am besten sind die Bauspartarife, mit denen der Bausparer gegenüber der reinen Bankfinanzierung am meisten Geld spart.

Testergebnis übertragbar

Die Tabellen zeigen für jeden Typ die besten Angebote. Die Reihenfolge, die unser Test ergeben hat, ist weitgehend unabhängig von den Modellannahmen über die Bankfinanzierung.

Für die Bankfinanzierung sind natürlich auch andere Spar- und Darlehenszinssätze möglich. Bei anderen Zinsannahmen würden die Bausparkassen gegenüber dem Banksparen besser oder schlechter abschneiden als in den Tabellen. Für den Vergleich der Bausparkassen untereinander ist aber entscheidend: Eine Änderung der Modellzinsen wirkt sich auf alle Bausparkassen etwa gleich aus. Die Rangfolge in der Tabelle ändert sich nicht oder allenfalls geringfügig.

Ob sich Bausparen lohnt, beantworten die Tabellen aber nicht. Bekommen Bauherren auch in Zukunft noch ein vergleichbares Bankdarlehen zum aktuellen Effektivzins von 5 Prozent, würden die Tabellen bei allen Bausparkassen einen Nachteil statt einen Vorteil für den Bausparer ausweisen.

Die Entscheidung pro oder kontra Bausparen treffen Sparer daher besser mithilfe der Tabelle „Bausparen kontra Banksparen“ ­– je nach Risikoneigung und ihrer persönlichen Einschätzung der künftigen Zinsentwicklung.

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