Bausparen Meldung

Seit 1843 wird im Ober­landes­gericht Celle Recht gesprochen. In jüngster Zeit geht es oft um gekündigte Bauspar­verträge.

Bausparkassen dürfen kündigen, wenn das Guthaben des Kunden die vereinbarte Bausparsumme über­steigt. Sie dürfen in das Guthaben aber keinen Zins­bonus einrechnen, den sie nur bei Darlehens­verzicht auszahlen. Das hat das Ober­landes­gericht Celle gegen die BHW entschieden.

Bonuszinsen mitgerechnet

Die Bausparkasse hatte gekündigt, obwohl das Guthaben des Sparers rund 3 000 Euro nied­riger war als die Bausparsumme. Nur zusammen mit Bonuszinsen von rund 5 600 Euro wäre der Vertrag über­spart gewesen. Nicht nur BHW, auch andere Kassen wollen Kunden auf diese Weise loswerden.

Kündigung unwirk­sam

Das Gericht erklärte die Kündigung für unwirk­sam. Auf den Bonus hatte der Sparer zum Zeit­punkt der Kündigung keinen Anspruch. Dafür hätte er laut Tarif die Zuteilung annehmen und auf sein Bauspardarlehen verzichten müssen. Das hatte er nicht getan, weil er den Vertrag mit bis zu 5 Prozent Sparzinsen behalten wollte. Die Richter stellten klar, dass der Kunde und nicht die Bausparkasse darüber zu entscheiden habe, ob und wann er das Bauspardarlehen nimmt (Az. 3 U 154/16).

Streit geht weiter

Entschieden ist der Streit noch nicht. BHW kann Revision beim Bundes­gerichts­hof einlegen – und wird dies wahr­scheinlich tun. Mit einem BGH-Urteil wäre dann frühestens Ende 2017 zu rechnen.

Tipp: Wider­sprechen Sie schriftlich, wenn die Bausparkasse kündigt, bevor Ihr Guthaben die Bausparsumme erreicht hat. Viele Tipps und Informationen rund um gekündigte Bauspar­verträge finden Sie in unserem Special Die neuen Tricks der Bausparkassen.

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