Bausparen schlägt Banksparen

Bausparen Test

Ein Bausparer zahlt sieben Jahre lang 250 Euro in einen Bausparvertrag der Signal Iduna und finanziert damit eine Immobilie (siehe Tabelle „Die besten Tarife für Sparer mit Bauabsicht und klarem Zeitplan“, Modellfall 2). Die Grafik zeigt, wie viel Geld er im Vergleich zu einem Banksparplan spart oder verliert. Je niedriger der Sparzins bei der Bank und je höher der Zinssatz für ein Bankdarlehen in sieben Jahren, desto mehr zahlt sich der Bausparvertrag aus.

Ein Bausparer zahlt sieben Jahre lang 250 Euro in einen Bausparvertrag der Signal Iduna und finanziert damit eine Immobilie (siehe Tabelle „Die besten Tarife für Sparer mit Bauabsicht und klarem Zeitplan“, Modellfall 2). Die Grafik zeigt, wie viel Geld er im Vergleich zu einem Banksparplan spart oder verliert. Je niedriger der Sparzins bei der Bank und je höher der Zinssatz für ein Bankdarlehen in sieben Jahren, desto mehr zahlt sich der Bausparvertrag aus.

Unsere Berechnungen zeigen: Bei den Toptarifen lohnt sich Bausparen schon bei einem geringen Anstieg der Hypothekenzinsen.

Ob sich Bausparen lohnt, hängt nicht nur vom Angebot der Bausparkasse ab. Entscheidend ist auch, welche Rendite der Sparer mit einer anderen Geldanlage erzielen kann und wie sich die Hypothekenzinsen der Banken in den nächsten Jahren entwickeln.

Beispielrechnung

Der Sparer plant den Bau seines Hauses in sieben Jahren und spart dafür monatlich 250 Euro ­– so wie im Modellfall 2 unseres Bauspartests.

Schließt er einen Bausparvertrag beim Testsieger Signal Iduna (Tarif F40) ab, hat er nach sieben Jahren ein Guthaben von 21 708 Euro. Außerdem erhält er für die Finanzierung ein Bauspardarlehen in Höhe von 34 292 Euro zu einem Zinssatz von 3,5 Prozent.

Alternativ bietet ihm seine Bank einen herkömmlichen Sparplan mit einem Zinssatz von 3,0 Prozent an. Mit der ­gleichen Sparrate beträgt sein Guthaben nach sieben Jahren 23 612 Euro. Der Banksparer startet seine Finanzierung ­daher mit einem um 1 904 Euro höheren Eigenkapital als der Bausparer.

Grenzzinssätze entscheiden

Doch das ist nur der Zwischenstand. Der Banksparer kann nicht erwarten, dass er sein Darlehen in sieben Jahren genauso billig bekommt wie bei der Bausparkasse. Außerdem riskiert er, dass die aktuelle Phase niedriger Hypothekenzinsen dann längst vorbei ist.

Schon bei einem Effektivzins von 4,84 Prozent für das Baudarlehen der Bank wäre sein Vorsprung dahin. Dieser Grenzzinssatz markiert den Wendepunkt, an dem der Nachteil des Bausparens in der Sparphase in einen Vorteil umschlägt (siehe Tabelle „Grenzzinsen für Hypothekendarlehen“.

Liegt der Hypothekenzinssatz über dem Grenzzinssatz, hat sich der Bausparvertrag gelohnt. Bei einem Zinssatz von ­beispielsweise 6,5 Prozent wäre der Bausparer mit rund 1 700 Euro im Plus. Unsere Berechnungen zeigen: Wer mit steigenden Zinsen rechnet oder sich ­davor schützen will, ist mit einem Bausparvertrag derzeit gut bedient. Banken zahlen auf sichere Sparpläne derzeit nur etwa 2,5 bis 3,5 Prozent Zinsen. Bei diesem Zinsniveau lohnt sich Bausparen bei günstigen Kassen schon ab einem geringen Anstieg der Hypothekenzinsen.

Steuervorteil für Bausparer

Noch besser schneidet Bausparen ab, wenn der Sparer seine Zinserträge versteuern muss, weil er den Sparerfreibetrag bereits ausschöpft. Im Beispiel zahlt der Bausparer mit einem Steuersatz von 30 Prozent 490 Euro weniger Steuern als ein Banksparer. Der Banksparer müsste später sein Darlehen für einen Effektivzins unter 4,46 Prozent bekommen, damit vom Startvorteil noch etwas übrig bleibt. Das wäre reine Glückssache.

Klar auf der Verliererseite ist der Bausparer nur in einer Variante: Wenn er seine Baupläne aufgibt, bleibt ihm nur ein schlecht verzinster Sparvertrag.

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