Von Abschlussgebühr bis Zuteilung

Bausparer sparen erst ein paar Jahre, dann bekommen sie ihr Erspartes ausgezahlt und haben Anspruch auf ein günstiges Darlehen. Finanztest erläutert die wichtigsten Begriffe.

Abschlussgebühr

Sie beträgt je nach Tarif 1,0 oder 1,6 Prozent der Bausparsumme und wird entweder von den ersten Sparraten abgezogen oder separat vom Bausparer gezahlt.

Bauspardarlehen

Bei vielen Tarifen ergibt sich die Höhe des Darlehens aus der Differenz zwischen Bausparsumme und Bausparguthaben. Es gibt aber auch Tarife mit einem festen Darlehensanspruch von 50 oder 60 Prozent der Bausparsumme. Bei Tarifen mit Wahl- oder Mehrzuteilung hängt die Darlehenshöhe auch von den erzielten Guthabenzinsen und der Höhe des Tilgungsbeitrags ab.

Der Zinssatz für das Bauspardarlehen beträgt meist 2,9 bis 4,25 Prozent, die Laufzeit meist sieben bis elf Jahre.

Bauspardarlehen dürfen nur für „wohnungswirtschaftliche Zwecke“ eingesetzt werden, vor allem zum Kauf, Bau oder zur Modernisierung von Häusern und Wohnungen, zum Erwerb von Bauland oder zur Ablösung von Altschulden.

Bausparsumme

Die Bausparsumme wird ausgezahlt, wenn der Vertrag die Zuteilungsvoraussetzungen (Mindestguthaben und Zielbewertungszahl) erfüllt. Ihre Höhe wird im Bausparvertrag vereinbart. Von der Bausparsumme hängen die Abschlussgebühr, das Mindestguthaben und der Tilgungsbeitrag ab.

Bewertungszahl

Die Bewertungszahl ist eine Kennziffer für die Sparleistung. Von ihr hängen die Zuteilung der Bausparsumme und oft auch die Darlehenskonditionen ab. In die Bewertungszahl gehen die Höhe der Sparraten im Verhältnis zur Bausparsumme und die Sparzeit, oft auch die Höhe des Tilgungsbeitrags ein. Sie wird an mehreren Stichtagen im Jahr ermittelt.

Darlehensgebühr

In den meisten neuen Tarifen gibt es keine Darlehensgebühr mehr. Einige Kassen verlangen aber noch eine Gebühr von 2,0 Prozent des Bauspardarlehens.

Effektivzins

Der Effektivzins des Bauspardarlehens enthält neben dem Nominalzins einen Teil der Abschlussgebühr und die Darlehensgebühr. Er sagt aber nichts über die Qualität eines Tarifs aus, weil die Sparphase nicht berücksichtigt ist.

Erhöhung

Bausparer können jederzeit eine Erhöhung der Bausparsumme beantragen. Für den erhöhten Teil der Bausparsumme verlangen die Kassen eine Abschlussgebühr. Die Bausparkasse kann eine Erhöhung in bestimmten Fällen verweigern, etwa wenn der Bauspartarif inzwischen nicht mehr angeboten wird.

Guthabenzins

Er beträgt je nach Tarif meist 0,5 bis 1,5 Prozent. Bei einem Darlehensverzicht erhöht sich die Verzinsung in einigen Tarifen durch einen Zinsbonus.

Mindestsparguthaben

Vor der Zuteilung des Vertrags muss der Bausparer bei den meisten Tarifen 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme ansparen.

Mehrzuteilung

Bei Tarifen mit Mehrzuteilung kann der Bausparer ein höheres Bauspardarlehen wählen und sich so mehr als die Bausparsumme auszahlen lassen. Dafür zahlt er einen höheren Tilgungsbeitrag. Oder er muss bereits zuvor eine relativ hohe Sparleistung erbracht haben.

Regelsparbeitrag

Von den Bausparkassen vorgegebener Sparbeitrag (monatlich meist 3 bis 5 Promille der Bausparsumme), zu dem sich der Bausparer vertraglich verpflichtet. In der Praxis können Bausparer aber auch höhere Beiträge zahlen oder eine Zeit lang mit dem Sparen aussetzen. Sonderzahlungen sind allerdings von der Zustimmung der Bausparkassen abhängig.

Tilgungsbeitrag

Die Rate, die der Bausparer monatlich für Zins und Tilgung des Bauspardarlehens aufbringen muss. Optionstarife lassen dem Bausparer ein Wahlrecht zwischen verschieden hohen Tilgungsraten. Oft hängt der Tilgungsbeitrag von der Höhe der Bewertungszahl oder des Darlehenszinssatzes ab.

Wahlzuteilung

Bei einigen Tarifen kann der Bausparer nach einer Mindestlaufzeit von beispielsweise zwei Jahren jederzeit die Zuteilung beantragen. Für eine frühe Zuteilung muss der Bausparer allerdings Nachteile in Kauf nehmen, zum Beispiel einen hohen Tilgungsbeitrag oder ein reduziertes Bauspardarlehen.

Zielbewertungszahl

Bewertungszahl, die ein Bausparvertrag vor der Zuteilung erreichen muss.

Zuteilung

Zeitpunkt, ab dem die Bausparkasse die Bausparsumme (Guthaben und Darlehen) zur Auszahlung bereithält – meist drei bis neun Monate nach dem Stichtag, an dem der Bausparer Mindestguthaben und Zielbewertungszahl erreicht.

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