Lockangebote: Zu viel versprochen

Die meisten Bausparkassen haben sich nicht an unserem Renditevergleich beteiligt. Nicht eine hohe Rendite, sondern das zinsgünstige Darlehen stehe beim Bausparen im Vordergrund, lautet die häufigste Begründung. Doch auch einige Testverweigerer werben mit angeblich hohen Renditen gezielt um reine Geldanleger.

„Bis zu 4 Prozent Guthabenzinsen“ verspricht zum Beispiel Wüstenrot Sparern, die „sehr wahrscheinlich“ kein Bauspardarlehen abrufen. Doch mit der hohen Verzinsung wird es nichts werden. 4 Prozent Zinsen zahlt die Bausparkasse nur, wenn die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere am 30. November des Vorjahres über 6 Prozent lag. Das gab es zuletzt im Jahr 1994. Derzeit dümpelt die Umlaufrendite gerade mal bei gut 2 Prozent.

Im Jahr 2011 wird Wüstenrot das Guthaben nur mit 2,50 Prozent verzinsen. Von den Zinsen gehen Abschluss- und Kontogebühren ab. Wir haben nachgerechnet: Sofern die Kapitalmarktzinsen nicht kräftig steigen, können Wüstenrot-Sparer nicht einmal mit 2 Prozent rechnen.

Mehr Rendite wird es wohl auch nicht vom BHW geben. Die Bausparkasse der Postbank ködert Sparer ebenfalls mit einer „Gesamtverzinsung bis zu 4,0 Prozent“. Tatsächlich zahlt die Bausparkasse derzeit nur 2,5 Prozent, Gebühren nicht mit eingerechnet. Wie bei Wüstenrot müssten die Zinsen am Kapitalmarkt auf das Niveau von 1994 steigen, damit Sparer den Werbe-Zinssatz wirklich bekommen.

Auch um die LBS Rheinland-Pfalz sollten Renditesparer besser einen Bogen machen. Offiziell will die Kasse mit ihnen gar nichts zu tun haben. Ein renditeoptimierter Bausparvertrag „konterkariert nach unserer Auffassung die Idee des Bausparens an sich“, begründete die Bausparkasse ihre Absage am Finanztest-Vergleich.

Im Internet jedoch preist die LBS Rheinland-Pfalz ihre Bausparverträge als „renditestarke Geldanlage“ an. „Legen Sie Wert auf eine möglichst hohe Rendite?“, lautet schon die erste Frage im Bausparrechner. „Dann gehen Sie besser zu einer anderen Bausparkasse“, wäre die ehrliche Antwort. Denn beim Onlinevorschlag der LBS kommen weniger als 2 Prozent heraus.

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