Bausparen lohnt sich auch als reine Geld­anlage. Vor allem junge Sparer erzielen mit Bonuszinsen und Förderung Spitzenrenditen.

Für Sparer unter 25 Jahren gibt es derzeit kaum eine bessere Geld­anlage als einen Bauspar­vertrag der Alten Leipziger. Wenn sie monatlich 43 Euro sparen, zahlt ihnen die Bausparkasse nach sieben Jahren 4 391 Euro aus. Dieser Spar­vertrag bringt ihnen eine Rendite von 5,21 Prozent im Jahr – mehr als doppelt so viel wie ein herkömm­licher Bank­sparplan und ebenfalls ohne Risiko.

Spitzenrendite mit staatlicher Prämie

Normaler­weise liegt der Reiz des Bausparens in dem güns­tigen Darlehen, das der Bausparer nach einer längeren Spar­zeit für eine Immobilien­finanzierung erhält. Bis dahin wird sein Guthaben nur mäßig verzinst.

Doch bei der Alten Leipziger lohnt sich ein Bauspar­vertrag auch für Sparer, die lediglich ihr Geld rentabel anlegen wollen und nicht einmal im Traum ans Eigenheim denken.

Um auf die Spitzenrendite von mehr als 5 Prozent zu kommen, müssen sie aber einige Voraus­setzungen erfüllen:

  • Sie sparen wenigs­tens sieben Jahre lang.
  • Sie verzichten auf ein Bauspardarlehen. Dann erhöht die Alte Leipziger den Basiszins von mageren 1,5 Prozent auf satte 4,0 Prozent – rück­wirkend ab Vertrags­beginn.
  • Ihr zu versteuerndes Jahres­einkommen ist nicht höher als 25 600 Euro (Ehepaare 51 200 Euro). Zu den Zinsen kommen dann noch insgesamt bis zu 315 Euro (Ehepaare 630 Euro) Wohnungs­bauprämie vom Staat.
  • Sie schließen den Bauspar­vertrag vor ihrem 25. Lebens­jahr ab. Nur dann können sie nach sieben Jahren frei über ihr Guthaben samt Prämien verfügen. Alle anderen bekommen die Prämien nur, wenn sie ihr Guthaben für „wohnungs­wirt­schatliche Zwecke“ einsetzen, also vor allem für den Bau, Kauf oder für die Modernisierung einer Immobilie.

Über 3 Prozent auch ohne Prämie

Bausparen lohnt sich aber nicht nur für Jugend­liche, Studenten und junge Arbeitnehmer. Angesichts der mageren Sparzinsen der Banken ist ein güns­tiger Rendite-Bauspar­vertrag auch ohne staatliche Förderung eine gute Geld­anlage.

Sparen sie sieben Jahre lang 100 Euro im Monat, ist Bausparern bei der Alten Leipziger bereits ohne Prämien eine Rendite von 3,42 Prozent im Jahr sicher (siehe Modellfall 2). Abschluss- und Konto­gebühren sind darin schon berück­sichtigt.

Bei der VW-Bank würde der Sparer mit der gleichen Rate nur 2,08 Prozent Rendite und 440 Euro Zinsen weniger bekommen. Dabei gehört das Angebot der VW-Bank noch mit zum Besten, was Banken derzeit an fest­verzins­lichen Sparplänen bieten.

Die Alte Leipziger zahlt den hohen Zins­bonus von 2,5 Prozent allerdings längs­tens für acht Jahre. Bei längerer Spar­zeit sackt die Rendite schnell in den Keller.

Wer zehn Jahre sparen will, fährt deshalb mit dem Angebot der Debeka besser, das eine jähr­liche Rendite von immerhin 3,11 Prozent beschert. Ein Zusatz­plus­punkt der Debeka: Weil sie einen hohen Basiszins von 3,0 Prozent zahlt und keine Konto­gebühren berechnet, bekommen Sparer auch dann noch akzeptable Zinsen, wenn sie vorzeitig an ihr Geld wollen.

Kündigen sie den auf zehn Jahre angelegten Spar­vertrag bereits nach fünf Jahren, bleibt den Debeka-Sparern noch eine Rendite von 1,9 Prozent. Die Alte Leipziger würde dagegen nach Abzug von Abschluss- und Konto­gebühren kaum mehr als die Sparbeiträge zurück­zahlen . Bei der Deutschen Bank Bausparkasse (Basiszins­satz 1,0 Prozent) wäre die Vertrags­auflösung sogar nur mit rund 250 Euro Verlust möglich.

Kaum Angebote für Renditesparer

Sparer haben nicht gerade eine große Auswahl, wenn sie ihr Geld bei einer Bausparkasse rentabel anlegen wollen. Im aktuellen Finanztest-Rendite­vergleich machten von den 22 deutschen Bausparkassen nur die Alte Leipziger, die Debeka und die Deutsche Bank Bausparkasse mit.

Anders als vor einigen Jahren wollen viele Bausparkassen keine Angebote mehr mit kleinen Bausparsummen machen, die auf eine maximale Rendite getrimmt sind. Zudem haben die Bausparkassen ihre Tarife in den letzten Jahren der Entwick­lung am Kapitalmarkt angepasst und ihre Guthaben- und Darlehens­zins­sätze gesenkt. Deshalb gibt es immer weniger Bauspar­tarife mit einer halb­wegs attraktiven Guthaben­verzinsung.

Das kleine Angebot hat wenigs­tens einen Vorteil: Es erleichtert die Auswahl. Renditesparer sind in den meisten Fällen mit dem Tarif easy plus der Alten Leipziger am besten bedient. Bei einer Spar­zeit von zehn Jahren ist die Debeka erste Wahl.

Bessere Angebote sind von den Test­verweigerern kaum zu erwarten – auch nicht, wenn sie mit angeblich hohen Sparzinsen werben (siehe Lockangebote).

Hohe Rendite auch mit Spar­zulage

So wie junge Sparer können auch Arbeitnehmer mit nied­rigem Einkommen bei der Alten Leipziger mehr als 5 Prozent Rendite erzielen. Dazu müssen sie lediglich vermögens­wirk­same Leistungen (VL) vom Arbeit­geber auf ein Bauspar­konto über­weisen lassen. Liegt ihr zu versteuerndes Jahres­einkommen unter 17 900 Euro (Ehepaare 35 800 Euro), zahlt der Staat 9 Prozent Spar­zulage auf VL bis zu 470 Euro im Jahr (siehe Tabelle).

Arbeitnehmer, die wenig verdienen und bei Vertrags­abschluss noch keine 25 Jahre alt sind, können beide Bauspar­förderungen kombinieren. Am besten sparen sie jeden Monat 83 Euro: 40 Euro vermögens­wirk­same Leistungen für die Arbeitnehmer-spar­zulage und 43 Euro zur Ausschöpfung der Wohnungs­bauprämie.

Weil sie in diesem Fall fast doppelt so viel einzahlen wie in unserem Modellfall 1, müssen sie bei der Alten Leipziger allerdings auch die Bausparsumme von 3 800 Euro auf 7 600 Euro verdoppeln.

Mit Einmal­anlage kombinieren

Bausparer können regel­mäßiges Sparen auch mit einer Einmalzahlung kombinieren. Im Modellfall 2 erzielt der Sparer beim Testsieger mit einer monatlichen Sparrate von 100 Euro nach sieben Jahren eine Rendite von 3,42 Prozent.

Zahlt er am Vertrags­beginn zusätzlich 5 000 Euro ein und vereinbart er eine entsprechend höhere Bausparsumme von 14 300 Euro, steigt die Sparrendite auf 3,66 Prozent. Denn je mehr Geld der Sparer auf das Bauspar­konto zahlt, desto weniger macht die jähr­liche Konto­gebühr von 9,80 Euro aus. Auch eine höhere monatliche Sparrate als in unserem Modell­fall bringt bei der Alten Leipziger daher noch ein paar Zehntel Prozente Renditeplus.

Komplizierte Tarifbedingungen

Eines müssen Sparer allerdings in Kauf nehmen, wenn sie sich fürs Bausparen entscheiden: Ein Bauspar­vertrag ist deutlich komplizierter als ein normaler Bank­sparplan.

Anders als bei einer Bank fallen bei einer Bausparkasse Abschluss- und meist auch Konto­gebühren an. In dem Bauspar­vertrag müssen sie eine bestimmte Bausparsumme vereinbaren. Top-Renditen gibt es nur, wenn die Bausparsumme auf die Sparraten und die geplante Spardauer abge­stimmt ist. Die optimale Summe ist je nach Bauspar­tarif verschieden.

Dazu kommen komplizierte Bonus­regeln. Eine Spar­zeit von sieben Jahren und der Verzicht auf ein Darlehen reichen nicht immer für den Zins­bonus aus. Oft muss der Bauspar­vertrag bereits zugeteilt sein oder eine bestimmte Bewertungs­zahl erreicht haben. Mitunter wird der Bonus auch nur befristet gezahlt.

Zum Glück müssen sich Sparer nicht unbe­dingt um die höhere Bausparma­thematik kümmern. Es reicht, wenn sie einen individuellen Sparplan verlangen und sich die Rendite von der Bausparkasse ausrechnen lassen (siehe Unser Rat).

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