Bausparen Meldung

Bis Hierhin und nicht Weiter: Lange umwarb die BHW Bausparkasse Sparer ohne Bauwunsch. Jetzt will sie diese Kunden loswerden.

Die BHW Bausparkasse hat Ende Oktober Tausende Sparverträge von Kunden aus den 1990er Jahren gekündigt, die ihr zu teuer geworden sind. Das Institut löste die gutverzinsten Bausparverträge auf und zahlte die Guthaben aus. Viele Kunden haben der Kündigung widersprochen oder bei der Ombudsfrau der privaten Bausparkassen Beschwerde eingelegt.

Verbraucherschützer halten die Vertragsauflösung für unzulässig. Die Vertragsbedingungen enthielten kein einseitiges Kündigungsrecht. BHW behauptet, der Vertragszweck sei erreicht, sobald der Kunde die vereinbarte Summe angespart habe. Also sei die Auflösung rechtmäßig.

Betroffen sind 7 000 Bausparverträge aus den 1990er Jahren. BHW hatte damals Sparzinsen bis zu 5 Prozent geboten. Viele Kunden griffen zu. Auch solche, die keine Baufinanzierung, sondern nur eine attraktive Geldanlage suchten. Das BHW spekulierte damals auf langfristig steigende Marktzinsen, um die Hochzinsverträge zu refinanzieren. Diese Fehleinschätzung beschert der Bausparkasse bis heute hohe Zinslasten.

Die Verträge der Kunden, die Widerspruch eingelegt oder sich bei der Ombudsfrau beschwert haben, hat die Bausparkasse noch nicht aufgelöst. In ihrem Fall wartet sie das Schlichtungsverfahren ab. Mit einer Entscheidung ist noch in diesem Jahr zu rechnen.

Tipp: Bausparern, die ihr Geld vom BHW bereits erhalten haben, empfiehlt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, den Betrag zunächst auf einem gutverzinsten Tagesgeldkonto anzulegen und sich nachträglich bei der Ombudsfrau Heidi Lambert-Lang zu beschweren (Verband der privaten Bausparkassen e. V., Kundenbeschwerdestelle, Postfach 30 30 79, 10730 Berlin). Informationen zum kostenlosen Schlichtungsverfahren gibt es unter www.bausparkassen.de (Stichwort Verbraucher).

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