Bauspardarlehen Meldung

Statt sich über billiges Baugeld zu freuen, macht sich bei vielen Bausparern Frust breit, wenn sie die Zuteilungsnachricht von ihrer Bausparkasse erhalten. Grund: Derzeit sind Baudarlehen oft teurer als normale Hypothekendarlehen von Banken und Sparkassen. Vergleichbare Kredite mit zehn Jahren Zinsbindung gibts dort schon mit Effektivzinsen von weniger als fünf Prozent. Hinzu kommt, dass Bausparer nur acht bis elf Jahre Zeit haben, ihr Darlehen komplett zu tilgen. Dadurch steigt die monatliche Belastung an. Ausweg: Bausparer können auf das vergleichsweise teure Darlehen verzichten und sich nur das angesparte Guthaben auszahlen lassen. Für die Baufinanzierung müssen sie dann ein höheres Darlehen bei einer Bank oder Sparkasse aufnehmen. Finanztest sagt, wann es sich für Bausparer lohnt, auf ihr Darlehen von der Bausparkasse zu verzichten und was sie dabei beachten sollten.

Unsicherer Effektivzins

Der von den Bausparkassen genannte Effektivzins ist eine unsichere Größe für Bausparer. Denn er kann aus mehreren Gründen um den tatsächlichen Effektivzins schwanken. Zum einen unterstellen Bausparkassen bei ihrer Berechnung, dass Bausparer bis zur Kreditauszahlung genau das Mindestguthaben - meist 40 oder 50 Prozent der Bausparsumme - ansparen. Allerdings zeigt die Praxis, dass Bausparer meist mehr als diesen Betrag ansparen. Dadurch verringern sich bei den meisten Tarifen die Höhe und die Laufzeit des Darlehens. Folge: Die Darlehensgebühr (meist 2 bis 3 Prozent der Kreditsumme) verteilt sich auf einen kürzeren Zeitraum und Bausparer zahlen so einen höheren Effektivzins als bei exakter Mindestansparung.

Abschlussgebühr falsch verrechnet

Auch die Abschlussgebühr (zwischen 1 und 1,6 Prozent der Bausparsumme) wird in Effektivzinssätzen von Bausparkassen immer falsch berücksichtigt. Sie fließt beispielsweise bei Tarifen mit einem Mindestguthaben von 50 Prozent der Bausparsumme zur Hälfte, bei 40-Prozent-Tarifen zu 60 Prozent in den Effektivzins ein. Für Bausparer kommt es aber darauf an, ob ihnen diese Gebühr erstattet wird, wenn sie auf das Darlehen verzichten. Ist dies der Fall, müsste die Gebühr nicht nur anteilig, sondern voll in den Effektivzins eingehen. 

Faustregel für Effektivzins

In vielen Fällen hilft auch folgende Faustregel: Bei Tarifen ohne Abschlussgebühr und ohne Zinsbonus ist der Effektivzins meist niedriger als von der Bausparkasse angegeben. Ist eine Gebührenerstattung oder ein Zinsbonus vorgesehen, ist der tatsächliche Effektivzins dagegen höher als angegeben.

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