Baurecht

Bauvertrags-Varianten

1

Kauf vom Bauträger

Baurecht - Wie Sie Fallen im Bauvertrag vermeiden
© iStockphoto

Eine Baufirma baut auf eigenem Land ein Haus oder Wohnungen und verkauft beides im Paket. Bauherr ist der Bauträger. Oft werden Typenhäuser gebaut, manchmal vorgefertigte Bauteile verwendet (Fertighaus).

Vorteile

  • Alles aus einer Hand
  • Grund­sätzlich Fest­preis
  • Kein Risiko durch Pleite eines Subunternehmers

Nachteile

  • Mehr­kosten bei unklarem Vertrag
  • Wenig Einfluss auf Bauausführung und wenig Verbraucher­schutz
  • Kostenrisiko bei Pleite des Bauträgers

Bau mit General­unter- oder -über­nehmer

Baurecht - Wie Sie Fallen im Bauvertrag vermeiden
© iStockphoto / S. Zabel

Wer Bauland hat und Bauarbeiten aus einer Hand wünscht, kann eine Baufirma als General­unter- oder -über­nehmer beauftragen. Die Bau­planung über­nimmt meist die Baufirma, selten ein Architekt des Bauherren.

Vorteile

  • Alles aus einer Hand
  • Grund­sätzlich Fest­preis
  • Kein Risiko durch Pleite eines Subunternehmers

Nachteile

  • Mehr­kosten bei unklarer Leistungs­beschreibung
  • Wenig Gestaltungs­spielraum
  • Kostenrisiko bei Pleite der Baufirma

Klassisch: Architekten­haus

Baurecht - Wie Sie Fallen im Bauvertrag vermeiden
© Fotolia / KB3

Der Bauherr hat bereits ein Grund­stück und beauftragt einen Architekten mit der Planung des Baus. Der Bauherr beauftragt anschließend verschiedene Bauunternehmen und -hand­werker mit den einzelnen Bauarbeiten.

Vorteile

  • Freie Gestaltung
  • Einfluss auf die Auswahl der Hand­werker
  • Volle Kontrolle über die Baustelle

Nachteile

  • Nur einge­schränkt kalkulier­bare Kosten
  • Kostet Zeit und Nerven
  • Kein Muster­haus zu besichtigen

Neue Regeln für Bauherren

Baurecht - Wie Sie Fallen im Bauvertrag vermeiden
© plainpicture

Bisher kannte das Gesetz keinen Bauvertrag. Ein Hausbau wurde wie eine Auto­reparatur als Werk­vertrag behandelt. Werk­vertrags­recht passte beim Bau aber oft nicht. Das neue Bauvertrags­recht soll Probleme besser lösen.

Positiv für private Bauherren

  • Recht auf Bauunterlagen
  • Anspruch auf Baubeschreibung
  • Widerrufs­recht
  • Grenze für Abschlags­zahlungen

Negativ für private Bauherren

  • Viele Schutz­vorschriften gelten bei Erwerb vom Bauträger nicht. Und auch nicht, wenn der Bauherr Bauarbeiten einzeln vergibt.
1

Mehr zum Thema

  • Bauherrenhaft­pflicht im Vergleich Diese Policen bieten in der Bauphase guten Schutz

    - Baustellen sind gefähr­lich. Eine Bauherrenhaft­pflicht­versicherung ist daher unerläss­lich. Der Finanztest-Vergleich zeigt große Unterschiede bei Preisen und Leistungen.

  • Bauleistungs­versicherungen im Vergleich Hausbau: Wie Sie sich vor Schäden schützen

    - Wenn Unwetter oder Material­fehler den Hausbau gefährden, ist eine gute Bauleistungs­versicherung die Rettung. Die Unterschiede bei Preisen und Leistungen sind groß.

  • Warn­liste Verein empfahl riskante Beteiligung

    - Ein vermeintlicher Anleger­schutz­ver­ein empfiehlt riskante Beteiligungen – an denen der Vereins­vorsitzende mittel­bar beteiligt ist.

1 Kommentar Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

rs2507 am 29.01.2018 um 11:52 Uhr
Einmal im Leben ... ?

Im Gegensatz zum Kunden eines Friseursalons, bei dem auch die misslungene Tätigkeit eines dilettantischen "Hair-Stylisten" keine wirklich dauerhaften Schäden hinterlässt, ärgern sich private Bauherren noch jahre- oder jahrzehntelang über sinnlos vergeudetes Geld.
Deshalb: Bauen niemals nach "Methode Semmeling",
sondern "Mit dreisten Unternehmen macht man besser keine Geschäfte." ;-)
Guter und informativer Artikel.