Baumschutzsatzung Meldung

Ragen Zweige eines Baumes auf ein anderes Grundstück hinüber, darf der Nachbar sie nicht abschneiden, wenn der Baum durch eine Baumschutzsatzung oder -verordnung geschützt ist. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden (Az. 3 Ss OWi 494/07). Wer trotzdem die Säge ansetzt, riskiert ein Bußgeld, das bei „Ersttätern“ meist 250 bis 2 000 Euro beträgt.

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch haben Hauseigentümer zwar das Recht, überhängende Zweige zu stutzen, wenn der Nachbar dazu nicht bereit ist. Dieses Recht steht jedoch hinter behördlichem Baumschutz zurück. Erlaubt ist der Eingriff dann nur, wenn vom Baum eine akute Gefahr ausgeht.

Baumschutzsatzungen oder -verordnungen gibt es in vielen Kommunen. Geschützt sind meist Bäume, die einen bestimmten Stammumfang oder eine Mindesthöhe erreicht haben, außerdem seltene Bäume wie Eibe, Weißdorn, Rotdorn und Stechpalme. Obstbäume sind üblicherweise ausgenommen. Allerdings gibt es je nach Bundesland und Kommune Unterschiede. So schützt die Brandenburgische Baumschutzverordnung Bäume ab 60 Zentimeter Stammumfang, die Berliner Verordnung erst ab 80 Zentimetern.

Tipp: Welche Vorschriften für Sie gelten, erfahren Sie bei Ihrer Kommune. Oft finden Sie die Satzung auf der Internetseite Ihrer Stadt oder Gemeinde.

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