Bauleuchte von Lidl Schnelltest

Lidl hatte Heimwerkerwoche. Vergangenen Montag im Angebot: eine mobile Arbeitsleuchte für 27,99 Euro. Hohe Leuchtkraft bei geringem Stromverbrauch, verspricht der Discounter. test.de hat nachgemessen.

Wenig Licht

Das enttäuschende Ergebnis: Ganze 786 Lumen schafft der Baustrahler. Das entspricht nicht mal dem Lichtstrom einer herkömmlichen 75 Watt Glühbirne. Ernstzunehmende Energiespar-Baustrahler aus dem Fachhandel liefern doppelt so viel Licht, und gute Flutlichtstrahler mit 500 oder gar 1 000 Watt Halogenbrenner sind noch mal um ein mehrfaches heller.

Wenig Strom

Immerhin: Das Energiesparen funktioniert mit der Bauleuchte von Lidl. Knapp 40 Watt Leistung aus der Steckdose reichen ihr. Die Lidl-Werbung verspricht allerdings mehr: Zwei 18- und eine 24-Watt-Birne stecken angeblich in der Bauleuchte. Dann müsste sie allerdings auf 60 Watt Leistungsaufnahme kommen und dann auch entsprechend mehr Licht liefern. Auch die Energieeffizienz ist dürftig. 20 Lumen pro Watt liefert die Lampe. Das ist zwar auch nicht weniger als andere Energiesparlampen mit Reflektor, fällt aber gegenüber allseitig abstrahlenden Energiesparlampen deutlich ab.

Wenig Farbtreue

Fürs Renovieren ist die Bauleuchte von Lidl auch wegen schlechter Farbwiedergabe kaum geeignet. Vor allem Rottöne erscheinen in ihrem Licht ganz anders als bei guten Lampen. Streicharbeiten etwa werden so zum Glücksspiel. Das können die meisten Kandidaten aus dem Vergleichstest Energiesparlampen in test-Heft 3/2008 erheblich besser.

Schwache Konstruktion

Zu allem Überfluss ist die Konstruktion der Lampe unsinnig. Die Flächen, die offenbar als Reflektor dienen sollen, sind viel zu dicht an den Lampenkolben. Sie werfen das Licht zum großen Teil zurück in die Leuchtstoffröhren, statt es sinnvoll im Raum zu verteilen.

Viel Zeit

Der Test von Energiesparlampen braucht viel Zeit. Die Bauleuchte war über eine Woche im test-Labor. Grund: Fürs Licht sorgt bei Energiesparlampen durch Gasentladung verdampfendes Quecksilber. Bei neuen Lampen ist es noch nicht gleichmäßig in der Lampe verteilt. Fürs bloße Auge sind die Unterschiede bei Lichtmenge und -qualität zwar kaum erkennbar, aber die empfindlichen Messgeräte im Testlabor registrieren sie. Versuchsreihen haben gezeigt: Erst nach 100 Stunden ununterbrochenem Betrieb liefern Energiesparlampen zuverlässig das für ihre Konstruktion typische Licht. Bevor die Messungen im Testlabor starten, gewöhnen sich daher alle Energiesparlampen zunächst 100 Stunden ans Leuchten. „Einbrennzeit“ nennen das die Test-Ingenieure.

Test: Energiesparlampen

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