Baukinder­geld Special

Familien, die eine Immobilie bauen oder kaufen und selbst einziehen, erhalten für jedes Kind bis zu 12 000 Euro Baukinder­geld in zehn Jahren.

Jetzt gehts los: Seit 18. September können Familien mit Kindern Anträge auf Baukinder­geld stellen, wenn sie ein Eigenheim bauen oder kaufen und selbst einziehen. Eine Familie mit zwei Kindern bekommt dann über einen Zeitraum von zehn Jahren 24 000 Euro Förderung. Die staatliche KfW-Bank, die das Baukinder­geld auszahlen wird, hat Details zum Förderprogramm veröffent­licht. Erste Auszahlungen wird es aber voraus­sicht­lich erst ab dem Früh­jahr 2019 geben. In Bayern wird das Baukinder­geld aus Landes­mitteln aufgestockt. Außerdem gibt es im Frei­staat einen von Kindern unabhängigen Zuschuss von 10 000 Euro.

Das Wichtigste zum Baukinder­geld

Unser Rat

Finanzierung. Die Finanzierung ­Ihrer Immobilie sollte auch ohne Baukinder­geld gesichert sein. ­Nutzen Sie die neuen Zuschüsse für Sondertilgungen oder als Rück­lage für unvor­hergesehene Ausgaben.

Fristen. Sind Sie vor dem 18. September 2018 in Ihre neue Wohnung gezogen, haben Sie längs­tens bis zum Jahres­ende Zeit, Baukinder­geld zu beantragen. Sonst gilt eine Frist von drei Monaten ab dem Einzug. Halten Sie die Frist unbe­dingt ein. Sie wird nicht verlängert.

Timing. In Grenz­fällen können Sie sich das Baukinder­geld durch geschicktes Timing sichern. Wird Ihr Kind bald 18, sollten Sie versuchen, Einzug und Antrag vor dem Geburts­tag zu schaffen. Steht die ­Geburt eines Kindes bevor, warten Sie mit dem Antrag noch. Es kann sogar sinn­voll sein, den Einzug zu verzögern. Wird das Kind erst nach dem Antrag oder später als drei Monate nach dem Einzug geboren, ist das Baukinder­geld weg.

Steuer­bescheide. Auch wenn Sie nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, müssen Sie Einkommensteuer­bescheide bei der KfW einreichen. Maßgeblich sind die Steuer­bescheide für das zweite und dritte Kalender­jahr vor dem Jahr, in dem sie den Antrag stellen. Fehlen Ihnen noch Steuer­bescheide, sollten Sie umge­hend die Steuererklärungen abgeben, damit Sie nicht in Zeitnot geraten.

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Antworten auf Ihre Fragen zum Baukinder­geld

Grund­legend gilt: Das Baukinder­geld gibt es für Allein­stehende, Ehepaare und unver­heiratete Paare mit Kindern, die sich eine selbst genutzte Immobilie zulegen. Voraus­setzungen sind, dass sie die Einkommens­grenzen einhalten und mindestens ein Kind am Tag des Antrags noch keine 18 Jahre alt ist. Die KfW zahlt dann für jedes Kind zehn Jahre lang 1 200 Euro Zuschuss im Jahr. Eine Familie mit zwei Kindern bekommt insgesamt 24 000 Euro, wenn sie zehn Jahre lang in der geförderten Immobilie wohnt

Anzahl der Kinder

Einkommens­grenze (Euro) 1

Baukinder­geld

pro Jahr

in 10 Jahren

1

90 000

1 200

12 000

2

105 000

2 400

24 000

3

120 000

3 600

36 000

4

135 000

4 800

48 000

Zu versteuerndes Haus­halts­einkommen im Durch­schnitt des zweiten und dritten Kalender­jahres vor dem Jahr der Antrag­stellung.

    • 1 Zu versteuerndes Haus­halts­einkommen im Durch­schnitt des zweiten und dritten Kalender­jahres vor dem Jahr der Antrag­stellung.

    Welche Immobilien werden gefördert?

    Gefördert wird der Kauf oder Neubau von selbst genutztem Wohn­eigentum – egal, ob es sich um ein neu gebautes Einfamilien­haus oder um eine gebrauchte Eigentums­wohnung handelt. Der Antrag­steller muss mindestens zu 50 Prozent Eigentümer der Wohnung sein, entweder allein oder zusammen mit dem Partner oder seinen Kindern. Das Baukinder­geld gibt es für Familien, die seit dem 1. Januar 2018 den notariellen Kauf­vertrag abge­schlossen oder eine Baugenehmigung für ihre Immobilie erhalten haben. Bei genehmigungs­freien Bauvorhaben ist das Datum entscheidend, ab dem sie mit dem Bau beginnen durften. Spätestens bis zum 31. Dezember 2020 müssen sie den Kauf­vertrag abschließen oder die Baugenehmigung in der Tasche haben.

    Muss es immer die erste eigene Immobilie sein?

    Nicht die erste, aber die einzige. Keinem Haus­halts­mitglied darf am Datum des Kauf­vertrags oder der Baugenehmigung eine andere Wohn­immobilie in Deutsch­land gehören. Das gilt auch für vermietete Wohnungen. Ferien­wohnungen und -häuser zählen aber ebenso wenig mit wie ein Immobilien­besitz im Ausland. Es schadet auch nicht, wenn der Eigentümer schon einmal eine Immobilie besaß, die er noch vor dem Kauf der neuen Wohnung wieder verkauft hat.

    Für welche Kinder gibt es das Baukinder­geld?

    Das Kind muss zum Haushalt gehören und darf zum Zeit­punkt des Antrags noch keine 18 Jahre alt sein. Der Antrag­steller oder sein im Haushalt lebender Partner muss für das Kind Kinder­geld erhalten. Für Kinder, die erst nach dem Antrag zur Welt kommen, gibt es keine Förderung. Eine Ausnahme gilt für Wohn­eigentümer, die vor dem 18. September einge­zogen sind. In diesem Fall berück­sichtigt die KfW alle Kinder, die am Tag des Einzugs noch keine 18 Jahre alt waren oder inner­halb von drei Monaten nach dem Einzug geboren wurden.

    Wird die Förderung gekürzt, wenn ein Kind später auszieht?

    Nein. Entscheidend ist, dass die Fördervoraus­setzungen am Tag des Antrags erfüllt sind. Wenn das Kind später auszieht und nicht mehr zum Haushalt gehört, zahlt die KfW das Baukinder­geld trotzdem volle zehn Jahre lang. Das Gleiche gilt, wenn das Kinder­geld für ein Kind wegfällt, nachdem die Eltern den Antrag auf Baukinder­geld gestellt haben.

    Welche Einkommens­grenzen gelten?

    Das zu versteuernde Haus­halts­einkommen darf für eine Familie mit einem Kind 90 000 Euro im Jahr nicht über­steigen. Für jedes weitere Kind erhöht sich die Grenze um 15 000 Euro (siehe Tabelle oben). Die Einkommen des Antrag­stel­lers und seines Ehe- oder Lebens­part­ners werden zusammenge­rechnet. Maßgeblich der Durch­schnitt ihres zu ver­steuernden Einkommens aus zwei Jahren, dem zweiten und dritten Kalender­jahr vor dem Antrag. Für einen Antrag im Jahr 2018 zählen die zu versteuernden Einkommen, die in den Steuer­bescheiden für 2015 und 2016 ausgewiesen sind. Wie viel der Haushalt später verdient, ist egal. Ausnahmen, etwa für den Fall, dass sich das Einkommen seitdem verringert hat, sind nicht vorgesehen.

    Wird das Eltern­geld mit zum ­Einkommen gerechnet?

    Nein. Steuerfreie Einkünfte wie das Eltern­geld zählen nicht mit. Das Gleiche gilt für Kapital­erträge, die der Abgeltung­steuer unterliegen.

    Gibt es Wohn­flächen­grenzen?

    Nein. Die zwischen­zeitlich geplante Einführung von Wohn­flächen­grenzen ist vom Tisch. Für das Baukinder­geld spielt die Größe der Wohnung daher keine Rolle.

    Wo kann der Antrag gestellt werden?

    Anträge sind auf dem Zuschuss-Portal der staatlichen KfW-Bank möglich: kfw.de/zuschussportal, allerdings erst nach dem Einzug in die eigenen vier Wände.

    Wann muss der Antrag gestellt werden?

    Den Antrag müssen Eigentümer inner­halb von drei Monaten nach dem Einzug stellen. Stichtag ist das auf der amtlichen Melde­bestätigung einge­tragene Einzugs­datum. Es gibt aber zwei Ausnahmen:

    • Wer schon vor dem Programm­start am 18. September 2018 einge­zogen ist, kann den Antrag noch bis zum Jahres­ende stellen.
    • Für Eigentümer, die ihre bisherige Miet­wohnung gekauft haben, gilt als Einzugs­datum der Tag, an dem sie den Kauf­vertrag unter­schrieben haben..

    Welche Unterlagen verlangt die KfW?

    Nach der Antrags­bestätigung durch die KfW muss der Eigentümer seine Identität nach­weisen, entweder per PostIdent bei der Post oder online per Video-Identifizierung. Außerdem muss er folgende Dokumente als Dateien auf dem Zuschus­sportal der KfW hoch­laden:

    • Melde­bestätigungen zum Nach­weis der Selbst­nutzung.
    • Einkommensteuer­bescheide für das zweite und dritte Kalender­jahr vor dem Jahr, in dem der Antrag gestellt wird.
    • Grund­buch­auszug als Nach­weis über den Eigentums­erwerb. Ist der Eigentümer­wechsel im Grund­buch noch nicht einge­tragen, reicht eine Auflassungs­vormerkung.

    Die Dokumente muss der Eigentümer zunächst scannen oder fotografieren und als Dateien im PDF-Format speichern. Nach Angaben der KfW wird es allerdings frühestens im März 2019 möglich sein, die Dateien hoch­zuladen. Über den genauen Start­termin informiert sie die Antrag­steller per E-Mail.

    Bis wann müssen die Nach­weise erbracht werden?

    Für bis Ende März 2019 gestellte Anträge müssen die Nach­weise spätestens am 30. Juni 2019 einge­reicht werden. Ab April 2019 gilt: Alle Dokumente müssen drei Monate nach Antrags­bestätigung vorliegen.

    Wann wird das Baukinder­geld ausgezahlt?

    Das Baukinder­geld kann erst nach Prüfung der Nach­weise ausgezahlt werden. Da die Nach­weise derzeit noch nicht über das Zuschus­sportal der KfW einge­reicht werden können, wird es wohl bis zum Früh­jahr 2019 dauern, bis das erste Baukinder­geld ausgezahlt wird. Die KfW rechnet außerdem bis Mitte 2019 mit sehr vielen Anträgen. Sie bittet deshalb um Verständnis dafür, dass die Bearbeitung „einige Zeit“ dauern könne.

    Was passiert nach einem Verkauf der Immobilie?

    Wer die geförderte Immobilie später verkauft oder vermietet, bekommt kein Baukinder­geld mehr. Die bis dahin erhaltene Förderung für die Jahre der Selbst­nutzung muss aber nicht zurück­gezahlt werden.

    Gibt es einen Rechts­anspruch auf die Förderung?

    Nein. Die KfW kann Baukinder­geld nur bewil­ligen, solange die dafür vorgesehenen Bundes­mittel von 9,9 Milliarden Euro reichen. Ein Engpass ist derzeit aber nicht in Sicht. Lehnt die KfW einen Förder­antrag ab, haben Betroffene keine recht­liche Möglich­keit, dagegen vorzugehen. Sie können aber Beschwerde bei der KfW einlegen, die den Fall dann nochmals prüft.

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    Baukinder­geld – alle Schritte im Über­blick

    1. In die neue Wohnung einziehen

    Die Immobilie muss Ihr Haupt­wohn­sitz sein. Melden Sie sich, Ihren Partner und die zum Haushalt gehörenden Kinder beim Einwohnermeldeamt an.

    2. Auf KfW-Zuschus­sportal registrieren und Online­antrag stellen

    Den Antrag müssen Sie spätestens drei Monate nach dem Einzug auf kfw.de/zuschus­sportal stellen. Sind Sie vor dem 18. September 2018 einge­zogen, haben Sie längs­tens bis Ende 2018 Zeit.

    3. Identität nach­weisen

    Identifizieren Sie sich per PostIdent in einer Post­filiale oder online per Video-Identifizierung, sobald Sie von der KfW die Antrags­bestätigung erhalten haben.

    4. Unterlagen hoch­laden

    Sie benötigen Einkommensteuer­bescheide, Melde­bestätigung und Grund­buch­auszug. Scannen oder fotografieren Sie die Dokumente und speichern Sie die Dateien als PDF. Sie erhalten von der KfW eine E-Mail, ab wann Sie die Dateien auf dem Zuschus­sportal hoch­laden können − voraus­sicht­lich erst ab März 2019.

    5. Das Baukinder­geld kommt

    Nach Prüfung der Unterlagen zahlt die KfW die erste Rate aus. Danach wird das Baukinder­geld in jähr­lichem Abstand gezahlt.

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    Das gibt es in Bayern extra

    Das Land Bayern stockt das Baukinder­geld um 300 Euro pro Kind und Jahr auf. Maximal gibt es also 3 000 Euro pro Kind zusätzlich. Den Bonus können Eigen­tümer beim Förder­institut BayernLabo beantragen, sobald sie die Auszahlungs­bestätigung der KfW erhalten – sofern sie seit mindestens einem Jahr in Bayern wohnen oder arbeiten. Für den Bau oder Kauf einer selbst­genutzten Immobilie gibt es im Frei­staat außerdem eine bayerische Eigenheim­zulage von 10 000 Euro, auch für Allein­stehende und Paare ohne Kinder. Die wichtigsten Voraus­setzungen:

    • Der Bauherr oder Käufer muss mindestens seit einem Jahr in Bayern wohnen oder dort arbeiten.
    • Gefördert werden Eigentümer, die seit dem 1. Juli 2018 den notariellen Kauf­vertrag abge­schlossen oder eine Baugenehmigung für ihre Immobilie erhalten haben. Der Stichtag liegt damit ein halbes Jahr nach dem Stichtag für das Baukinder­geld.
    • Das zu versteuernde Haus­halts­einkommen darf bei Allein­stehenden ohne Kinder nicht höher als 50 000 Euro und bei kinder­losen Paaren nicht höher als 75 000 Euro sein. Für Eigentümer mit Kindern gelten die gleichen Einkommens­grenzen wie beim Baukinder­geld.

    Anträge können inner­halb von sechs Monaten nach dem Einzug in die eigenen vier Wände beim Förder­institut BayernLabo gestellt werden, das auf seiner Internetseite das Antrags­formular und detaillierte Informationen zur Förderung bereit hält.

    Diese Meldung ist erst­mals am 19. Juni 2018 auf test.de erschienen. Sie wurde seitdem mehr­fach aktualisiert, zuletzt am 19. Oktober 2018.

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