Hat eine Bauträgerfirma vertraglich die Errichtung eines Hauses komplett übernommen, dann muss sie auch selbst für alle Baumängel haften. Mit diesem Urteil hat der Bundesgerichtshof (BGH) jetzt die Rechte von Bauherren gestärkt (Az. VII ZR 493/00). Der Bauträger darf die Verantwortung nicht auf andere abwälzen, indem sie den Bauherrn an einzelne Handwerksfirmen oder an den Architekten verweist.

Eine entsprechende Klausel im Vertrag ist laut BGH unzulässig, weil sie den Bauherrn unangemessen benachteiligt. Der Zweck eines Bauträgervertrags sei ja gerade, dass die gesamte Abwicklung des Projekts in einer Hand liege. Wenn der Bauherr bei Problemen erst ermitteln müsse, wer für welchen Mangel verantwortlich ist, und dann seine Ansprüche ­gegenüber jedem einzelnen am Bau Beteiligten durchsetzen müsse, wür­de damit der Zweck des Vertrags ausgehebelt.

In dem konkreten Fall verurteilte der BGH die Bauträgergesellschaft dazu, einem Bauherrn 63 000 Euro Schadensersatz für Feuchtigkeitsschäden an seiner Wohnung zu zahlen. Die Schäden waren entstanden, weil die Souterrainwohnung aufgrund eines Planungsfehlers des Architekten nicht richtig belüftet werden kann.

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