Baufinanzierung online Test

Der Klick zum Baugeld ist verlockend günstig: Bei Online-Anbietern gibts Hypothekendarlehen einen viertel bis halben Prozentpunkt billiger als bei herkömmlichen Banken und Sparkassen. Bei einem 100 000 Euro-Darlehen mit einer Monatsrate von 600 Euro summiert sich der Unterschied zwischen 5,5 und 5,0 Prozent Zinsen in 20 Jahren Laufzeit auf fast 14 000 Euro. Doch die Internetangebote taugen längst nicht für alle Fälle. Wenns kompliziert wird, passen viele Online-Anbieter. Auch beim Service gibts Schwächen. Finanztest sagt, wo im Netz es Geld und guten Service gibt.

Standardfinanzierung gut und günstig

Richtig sind die Internetangebote für Nullachtfünfzehn-Finanzierungen ohne besondere Finessen. Bei komplizierten Einkommens- oder Vermögensverhältnissen und Immobilien mit zweifelhafter Verwertbarkeit winken Online-Anbieter oft ab. Auch Immobilien, deren Wert schwer zu beurteilen ist, fallen häufig durchs Raster. Dazu gehören denkmalgeschützte Häuser, kleine Appartments oder Sanierungsobjekte. Die Online-Baufinanzierer bevorzugen risikoarme Standardfinanzierungen, die leicht zu bearbeiten sind.

Schwächen bei allen Anbietern

Den insgesamt besten Eindruck hinterließ der Hypothekendiscount. Doch selbst dort gabs Schwächen. Die wichtigste ist schon wieder Geschichte: Der Online-Finanzierungsantrag mit allen persönlichen Daten wanderte völlig unverschlüsselt durchs Netz. Unmittelbar nach Erscheinen der Finanztest-Untersuchung besserte der Hypothekendiscount nach. Surfer können jetzt wählen, ob die Daten verschlüsselt werden sollen oder nicht. Grund für die Wahlmöglichkeit: Je nach Software und Sicherheitseinstellungen führt die Verschlüsselung zuweilen zu Schwierigkeiten. Wo die Verschlüsselung nicht funktioniert, sollen Kunden, die darauf verzichten wollen, nicht ausgeschlossen bleiben.

Extras nur auf Nachfrage

Insgesamt ist der Service der Online-Anbieter für einfache Finanzierungen allemal ausreichend: Per Internetrechner lässt sich ein vorläufiges Angebot für den speziellen Fall zusammenklicken. Doch schon, wenn eine maßgeschneiderte Anfangstilgung gewünscht wird oder die Eigenheimzulage oder ein Förderkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau einbezogen werden sollen, hilft der Internetrechner oft nicht mehr weiter. Dann bleibt nur die Nachfrage per Telefon oder E-Mail.

Wenig Infos zum Risiko

Auch bei der Information über Risiken halten sich die Online-Anbieter von Baugeld in der Regel sehr zurück. Das Risiko, für die Anschlussfinanzierung nach Auslaufen der Zinsbindung einen höheren Zinssatz zahlen zu müssen, kommt auf den meisten Internetseiten gar nicht vor. Vollständig informiert nur 1822direkt. Interhyp gibt zwar die Anschlussrate für den Fall einer Zinserhöhung um 2 Prozent an, berechnet sie allerdings zum Teil um mehrere Hundert Euro zu niedrig.

Unberechtigte Hoffnungen

Viele Internetanbieter machen Surfern mehr Hoffnung als angemessen. Den Vogel schießt die Diba ab. Ihr Internetrechner vertritt allen Ernstes die Auffassung, dass sich eine vierköpfige Familie mit 60 000 Euro Eigenkapital und monatlich 1 200 Euro freiem Einkommen für die Ratenzahlung ein Immobilienprojekt mit Gesamtkosten von über 350 000 Euro leisten kann. Tatsächlich wird die Finanzierung spätestens bei 300 000 Euro Gesamtkosten eng. Höhere Gesamtkosten sind riskant. Schon bei einer geringfügigen Verschlechterung des Einkommens und erst recht bei bis zum Ablauf der Zinsbindung steigenden Zinsen platzt eine solche Finanzierung.

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