Grund­wissen Baufinanzierung Special

Wenn‘s ans Häuslebauen geht, sollte zuerst der Finanz­plan stehen.

Das passende Finanzierungs­konzept ist beim Immobilienkauf noch wichtiger als nied­rige Zinsen. Diese Reihen­folge sollten Bauherren oder Käufer einer Immobilie strikt einhalten. Denn ein toller Zins­satz ist nur ein schwacher Trost, wenn sich hinterher heraus­stellt, dass sich der Kreditnehmer die Monats­rate nicht leisten kann oder eine teure Nach­finanzierung braucht, weil der Kredit nicht fürs Eigenheim reicht. Lesen Sie dieses kostenlose Special, bevor es mit der Baufinanzierung losgeht!

Das Wichtigste in Kürze

Baufinanzierung – der Rat der Finanztest-Experten

Fördermittel. Erkundigen Sie sich als Erstes nach möglichen Fördermitteln. Bund, Länder und Gemeinden unterstützen private Bauherren. Mehr zum Thema auf unserer Themenseite Eigenheimförderung.

Unterlagen. Stellen Sie dann möglichst früh die Unterlagen zusammen, die Banken für ihre Kredit­entscheidung verlangen.

Vorgaben. Machen Sie den Banken möglichst klare Vorgaben, wenn Sie sich Kredit­angebote einholen. Wie viel Kredit benötigen Sie genau? Welche Rate können Sie sich dauer­haft leisten? Wann wollen Sie spätestens schuldenfrei sein?

Stich­punkte. Bereiten Sie eine Liste mit Stich­punkten vor, die Sie im Finanzierungs­gespräch mit der Bank klären sollten. Wünschen Sie zum Beispiel eine flexible Rück­zahlungs­möglich­keit? Dann fragen Sie nach Sondertilgungs­rechten oder der Option auf einen Raten­wechsel.

Finanzierungs­plan. Lassen Sie sich für jedes Angebot einen voll­ständigen Finanzierungs­plan erstellen. Daraus müssen der Finanzierungs­aufbau, die Konditionen der einzelnen Kredit­bausteine und die monatliche Gesamt­belastung hervorgehen. Wie Sie Schritt für Schritt zu einem passenden und güns­tigen Immobilien­kredit kommen, zeigt unser Test Eigenheim finanzieren.

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Das Fundament für die perfekte Finanzierung

Ob eine Finanzierung günstig ist, hängt nicht zuletzt auch davon ab, ob staatliche Förderungen ausgeschöpft und vorhandene Spar­verträge sinn­voll in die Finanzierung einge­bunden werden. Weiter unten finden Sie einen Über­blick über Vor- und Nachteile der wichtigsten Kredit­varianten. Patent­rezepte für die optimale Finanzierung gibt es nicht. Doch wer systematisch vorgeht und einige Grund­regeln beachtet, legt damit das Fundament für eine maßgeschneiderte Finanzierung.

Fördergeld vom Staat

Als Erstes sollten sich Bauherren und Käufer erkundigen, ob sie öffentliche Fördermittel erhalten können. Billiger als vom Staat bekommen sie in der Regel kein Geld für das geplante Eigenheim. Bund, Länder und Gemeinden fördern den Bau, Kauf und die Modernisierung mit zins­losen oder verbilligten Darlehen, manchmal auch mit Baukosten­zuschüssen. Dadurch wird der Bau oder Kauf der eigenen vier Wände für viele erst erschwing­lich. Die Hürden sind allerdings je nach Förderprogramm unterschiedlich hoch. Die Bundes­länder fördern bevor­zugt Familien mit Kindern und legen Einkommens­grenzen fest. Unabhängig vom Einkommen und Familien­stand kann dagegen jeder ein Darlehen der staatlichen KfW-Bank beantragen. Die Förderbank vergibt zum Beispiel für den Bau oder Erst­erwerb einer besonders energieeffizienten Immobilie Kredite bis zu 100 000 Euro.

Spar­verträge für das Bauvorhaben nutzen

Bevor sie hohe Bank­kredite aufnehmen, sollten Immobilienkäufer prüfen, wie sie schon vorhandene Verträge am besten nutzen können, die sie nicht sofort flüssig machen können oder wollen. Spar­briefe beispiels­weise sind in der Regel nicht vor dem Ende der Lauf­zeit künd­bar. Es ist aber problemlos möglich, einen Immobilien­kredit auf die Fälligkeit der Papiere abzu­stimmen. Kreditnehmer können zum Beispiel mit der Bank vereinbaren, dass sie das Geld aus dem Spar­brief für eine Teiltilgung einsetzen. Meistens noch besser: Sie nehmen ein tilgungs­freies Extradarlehen auf, das sie am Ende der Lauf­zeit mit der Auszahlung aus dem Spar­brief ablösen. Weil sie das Teildarlehen mit einer relativ kurzen Lauf­zeit aufnehmen können, ist der Zins­satz dafür in der Regel besonders nied­rig.

Alte Bauspar­verträge in die Finanzierung einbinden

Auch vorhandene Bauspar­verträge lassen sich oft günstig in die Finanzierung einbauen. Sind sie noch nicht zugeteilt, hilft ein Zwischen­kredit, die Zeit bis zur Auszahlung der Bausparsumme zu über­brücken. Das Bauspardarlehen sollten Kunden aber nur abrufen, wenn es wirk­lich güns­tiger als ein Bank­darlehen ist. Bei vielen älteren Tarifen liegen die Zins­sätze für das Bauspardarlehen noch bei 3,5 bis über 4 Prozent. Sie sind daher heute oft teurer als gewöhnliche Bank­darlehen. Dann ist es meist das Beste, auf das Bauspardarlehen zu verzichten und sich nur das Guthaben auszahlen zu lassen. Bei alten Rendite-Bauspar­verträgen, die mit Zins­bonus mitunter noch Sparzinsen von 4 Prozent und mehr im Jahr bringen, kann es sogar sinn­voll sein, den Vertrag als reinen Spar­vertrag weiter zu führen und erst später für die Schuldentilgung zu verwenden. Wie Sie Ihren alten Bauspar­vertrag optimal für Ihre Finanzierung nutzen, zeigen wir in unserem Special Alte Bausparverträge: Wann sich ein Bauspardarlehen lohnt.

Alte Lebens­versicherungen nutzen

Steuerfrei. Viele Anleger haben vor vielen Jahren eine Kapital­lebens­versicherung abge­schlossen und darin bereits ein kleines Vermögen ange­sammelt, das sie für ihre Finanzierung gut gebrauchen können. Haben sie den Vertrag vor 2005 geschlossen, müssen sie auf die Erträge keine Steuern zahlen. Versicherungs­kunden können die Police zwar kündigen, sich den aktuellen Rück­kaufs­wert auszahlen lassen und das Geld sofort als Eigen­kapital verwenden. Doch gerade bei älteren Verträgen ist es meist besser, bis zum Laufzeit­ende durch­zuhalten. Sie bieten noch hohe Garan­tiezinsen von bis zu 4 Prozent auf das angesparte Kapital. Außerdem bleibt der vereinbarte Hinterbliebenen­schutz im Todes­fall erhalten.

Zins­garantie. Die Rendite alter Lebens­versicherungen ist durch die alten Zins­garan­tien derzeit oft höher als der Zins­satz für einen Immobilien­kredit. Dann lohnt es sich, die Versicherung zu behalten. Die voraus­sicht­liche Auszahlung lässt sich bis zum Ende der Lauf­zeit mit einem tilgungs­freien Darlehen vorfinanzieren. Meist ist es nötig und sinn­voll, die Police als Sicherheit an die finanzierende Bank abzu­treten. Der Rück­kaufs­wert erhöht den Eigen­kapital­anteil und bringt meist einen güns­tigeren Kreditzins­satz.

Das klassische Bank­darlehen

Gleich­bleibende Raten. Eigen­kapital, Fördergeld, Bauspar­verträge und Lebens­versicherungen reichen in der Regel bei Weitem nicht zum Hauskauf aus. Das Kern­stück der Finanzierung ist üblicher­weise das Annuitätendarlehen einer Bank. Annuitätendarlehen bedeutet: Der Kunde zahlt während der Zins­bindung gleich­bleibende Raten, die aus einem Zins- und einem Tilgungs­anteil bestehen. Mit jeder Rate sinkt die Rest­schuld. Dadurch verringern sich mit der nächsten Rate die zu zahlenden Zinsen. Weil die Rate konstant bleibt, steigt auto­matisch ihr Tilgungs­anteil – anfangs lang­sam, mit zunehmender Lauf­zeit schneller.

Viele Varianten. Der Vorteil eines klassischen Bank­darlehens: Das Angebot ist so groß und vielfältig, dass es für fast jeden Finanzierungs­wunsch den passenden Kredit gibt. Kreditnehmer können nahezu beliebig lange Zins­bindungen vereinbaren. Sie können die Anfangs­tilgung selbst bestimmen und zwischen vielen Varianten mit flexibler Rück­zahlung wählen. Wenn das Einkommen stimmt, sind viele Banken sogar bereit, den vollen Kauf­preis zu finanzieren. Annuitätendarlehen bieten nicht nur Banken, sondern auch Versicherungs­gesell­schaften und zunehmend auch Bausparkassen an. Am vielfältigsten ist das Angebot bei Kredit­vermitt­lern, die sich auf Baufinanzierungen spezialisiert haben und auf die Konditionen vieler Kredit­institute zugreifen. Mehr zu den Bank­angeboten für Baufinanzierung auf unserer Themenseite Immobilienkredit.

Alternative Bauspar-Kombikredite

Sparraten als Tilgungs­ersatz. Eine Alternative oder Ergän­zung zum klassischen Bank­darlehen ist ein Kombikredit einer Bausparkasse. In dieser Variante schließt der Kreditnehmer ein Darlehen ab, für das er zunächst nur Zinsen zahlt. Statt zu tilgen, leistet er Sparraten auf einen Bauspar­vertrag, den er als Tilgungs­ersatz abschließt. Sobald die Bausparsumme zugeteilt wird, löst er mit seinem Guthaben und dem Bauspardarlehen das anfäng­liche Darlehen auf einen Schlag ab. Voraus­darlehen und Bauspar­vertrag sind meist so aufeinander abge­stimmt, dass der Kreditnehmer während der gesamten Lauf­zeit feste Zinsen und Raten zahlt. Geeignet sind Kombikredite vor allem für Kreditnehmer, die jedes Zins­erhöhungs­risiko ausschließen möchten und voraus­sicht­lich 20 Jahre und länger für die Rück­zahlung brauchen.

Kombi mit Kombi. Kredite mit festen Zinsen während der gesamten Lauf­zeit bieten allerdings auch Banken mit ihren Voll­tilgerdarlehen an. Welche Variante güns­tiger ist, lässt sich nicht pauschal beant­worten. Mitunter kann auch eine Kombination aus Bank­darlehen und Kombikredit sinn­voll sein. Viele Bausparkassen bieten ihre Kombikredite auch als Riester-Darlehen mit staatlicher Förderung an. Um alle Zulagen und Steuer­vorteile voll auszuschöpfen, reicht dabei ein Kombikredit in der Höhe von 40 000 bis 60 000 Euro aus (Schritt für Schritt zum Kredit).

Finanzierungs­plan aufstellen lassen

Kredit­bausteine präzise beschreiben. Stehen der Kreditbedarf, die maximale Monats­belastung und der Finanzierungs­aufbau fest, lässt sich aus den Konditionen der einzelnen Kredit­bausteine ein lang­fristiger Plan aufstellen. Geht es um mehrere Darlehen, ist es allerdings mühsam, den Finanzierungs­plan selbst zusammen­zustellen. Einfacher wird es, wenn eine Bank den Plan am Computer erstellt. Er sollte die einzelnen Kredit­bausteine präzise beschreiben und sowohl die monatliche Gesamt­belastung als auch die Entwick­lung der Rest­schuld bis zur endgültigen Entschuldung angeben.

Trag­bare Monats­belastung wählen. Verläss­lich sind diese Berechnungen aber immer nur bis zum Ende der Zins­bindung. Damit Zins­erhöhungs­risiken erkenn­bar sind, sollte die Bank nach Ablauf der Zins­bindung mit einer deutlichen Zins­erhöhung auf beispiels­weise 5 oder 6 Prozent rechnen. Besonders wichtig ist, dass die Monats­belastung auf Dauer trag­bar ist. Sie sollte den Kunden aber auch nicht unter­fordern: Zahlt er viel weniger als er kann, nimmt er eine unnötig lange Kredit­lauf­zeit in Kauf – und damit unnötig hohe Zinsen.

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Die wichtigsten Kredite im Über­blick

Kredit­institute bieten Immobilien­kredite in unterschiedlichen ­Varianten an. Hier finden Sie die Vor- und Nachteile der wichtigsten Kreditformen für die Neu- und Anschluss­finanzierung.

Annuitätendarlehen

Lang­fristiges Darlehen mit gleich­bleibenden Raten aus Zins und Tilgung während der Zins­bindung.

Vorteile:

  • Kein Zins­erhöhungs­risiko während der Zins­bindung.
  • Konstante Monats­raten während der Zins­bindung.
  • Flexible Raten und Sondertilgungen nach Vereinbarung möglich (Flexible Immobilienkredite oft nicht teurer).

Nachteile:

  • Anschluss­finanzierung am Ende der Zins­bindung nötig.
  • Hohes Risiko bei kurzer Zins­bindung.
  • Über­lange Lauf­zeit bei nied­riger Tilgung.

Voll­tilgerdarlehen

Annuitätendarlehen, das inner­halb der Zins­bindung komplett getilgt wird (Baufinanzierung: Feste Raten bis zum Schluss).

Vorteile:

  • Kein Zins­erhöhungs­risiko während der gesamten Lauf­zeit.
  • Konstante Monats­raten während der gesamten Lauf­zeit.
  • Keine Anschlussfinanzierung nötig.
  • Teil­weise Zins­rabatte.

Nachteile:

  • Raten­wechsel oder Sondertilgungen oft ausgeschlossen oder stark einge­schränkt.
  • Lauf­zeiten über 20 Jahre nur bei wenigen Banken als Voll­tilgerdarlehen erhältlich.
  • Oft relativ schnelle Tilgung und hohe Monats­raten nötig.

Bauspar-Kombikredite

Kombination aus einem Bauspar­vertrag und einem Darlehen, mit dem die Bausparsumme bis zur Zuteilung vorfinanziert wird (Baufinanzierung: Feste Raten bis zum Schluss).

Vorteile:

  • Kein Zins­erhöhungs­risiko während der gesamten Lauf­zeit, wenn der Zins­satz für das Darlehen bis zur Zuteilung fixiert ist.
  • Nach Zuteilung beliebig hohe Sondertilgungen kostenfrei möglich.
  • Wird häufig auch mit Riester-Förderung angeboten.

Nachteile:

  • Hohes Risiko, wenn Zins­bindung des Voraus­darlehens lange vor der Zuteilung endet (Riskante Kombikredite von Schwäbisch Hall und Wüstenrot).
  • Nied­rige Sparzinsen und hohe Gebühren für Bauspar­vertrag.
  • Vor der Zuteilung kein Raten­wechsel möglich, Sonderzah­lungen oft ausgeschlossen.
  • Zuteilungs­termin ist nicht garan­tiert.

KfW-Darlehen

Förderdarlehen der staatlichen KfW-Bank für den Bau und Kauf von Eigen­heimen sowie für Modernisierungs- und Energiesparmaß­nahmen.

Vorteile:

  • Nied­rige Zinsen, vor allem in den Programmen für energieeffiziente Bau- oder Sanierungs­maßnahmen.
  • Teil­weise Tilgungs­zuschüsse.
  • Kein Zins­aufschlag bei hoher Beleihung der Immobilie.

Nachteile:

  • Zins­bindung nur bis zu zehn Jahre, daher in der Regel Anschluss­kredit zu markt­üblichen Zinsen nötig.
  • Keine Möglich­keit zu kostenfreien Sondertilgungen.
  • Für energieeffiziente Bau- und Sanierungs­maßnahmen sind tech­nische Anforderungen zu beachten.

Länder­förderung

Zins­lose oder zins­güns­tige Immobiliendarlehen und Zuschüsse der Bundes­länder (baufoerderer.de).

Vorteile:

  • Konkurrenzlos nied­rige Zinsen, vor allem für Familien mit Kindern.
  • Wird von Banken meist als Eigen­kapital­ersatz anerkannt.
  • Oft lassen sich mehrere Förderbausteine kombinieren.

Nachteile:

  • Kein Rechts­anspruch, je nach Bundes­land unterschiedliche Förderbedingungen.
  • Oft lange Bearbeitungs­zeiten bis zur Bewil­ligung.
  • Einkommens­grenzen.

Riester-Darlehen

Darlehen zur Nutzung der Riester-Förderung für eine selbst genutzte Immobilie. Es wird als Annuitätendarlehen, Bauspardarlehen oder Bauspar-Kombikredit angeboten (Günstig finanzieren mit alten und neuen Riester-Verträgen).

Vorteile:

  • Tilgung wird mit Riester-Zulagen und Steuer­vorteilen gefördert.
  • Zins­ersparnis durch schnel­lere Darlehens­tilgung.

Nachteile:

  • Vor allem bei Banken nur wenige Anbieter.
  • Teil­weise höherer Zins­satz als für unge­förderte Darlehen.
  • Komplizierte Förderbedingungen.
  • Geförderte Beträge müssen im Alter versteuert werden.

Forward-Darlehen

Darlehen für die Anschlussfinanzierung, das der Kreditnehmer bis zu fünf Jahre vor dem Ende der Zins­bindung seines alten Kredits abschließen kann.

Vorteile:

  • Zins- und Kalkulations­sicherheit für den Anschluss­kredit schon Jahre im Voraus.
  • Bei steigenden Zinsen güns­tiger als Anschluss­finanzierung am Ende der Zins­bindung.

Nachteile:

  • Zins­aufschlag gegen­über einem sofort beginnenden Darlehen.
  • Der Kunde muss das Darlehen zum vereinbarten Zins­satz auch abnehmen, wenn die Zinsen sinken.
  • Auch Ratenhöhe und Kreditsumme müssen Jahre im Voraus fest­gelegt werden.

Bauspar­vertrag

Kombinierter Spar- und Darlehens­vertrag für die künftige Finanzierung einer Immobilie oder einer Modernisierung (siehe auch Themenseite Bausparen).

Vorteile:

  • Darlehens­zinsen in der Zukunft stehen schon bei Vertrags­abschluss fest.
  • Keine Zins­aufschläge für kleine oder nach­rangige Darlehen.
  • Staatliche Förderung durch Wohnungs­bauprämie, Spar­zulagen oder Riester-Zulagen (Mit Riester gegen steigende Zinsen absichern).

Nachteile:

  • Sehr nied­rige Gutha­benzinsen in der Spar­phase.
  • Abschluss- und Konto­gebühren.
  • Zuteilungs­termin ist nicht garan­tiert.
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Check­liste: Finanzierungs­plan der Bank prüfen

  • Auszahlungs­betrag. Reicht die Summe Ihrer Kredite auch nach Abzug von Notar-, Grund­schuld­gebühren und anderen Neben­kosten aus?
  • Gesamt­belastung. Entspricht die monatliche Gesamt­belastung Ihrer Wunsch­rate? Können Sie die Belastung lang­fristig tragen?
  • Europäisches Merk­blatt. Hat Ihnen die Bank für jeden Kredit­baustein das „Europäische Merk­blatt“ mitgegeben? Es listet alle Konditionen nach einheitlichem Muster auf. So können Sie gut vergleichen.
  • Absprachen. Sind alle Absprachen, die Sie mit dem Bank­berater getroffen haben, in den Finanzierungs­plan einge­arbeitet? Ist zum Beispiel berück­sichtigt, dass Sie das Recht haben möchten, die laufende Tilgung und damit die Monats­rate herauf- oder herab­zusetzen?
  • Entschuldung. Hat Ihre Bank den Finanzierungs­plan bis zur voll­ständigen Entschuldung aufgestellt? Die Anfangs­belastung im ersten Jahr oder während der ersten Zins­bindung reicht nicht.
  • Zins­risiko. Welchen Zins­satz hat die Bank für die Zeit nach Ablauf der Zins­bindung angesetzt? Um das Risiko einschätzen zu können, sind mindestens 5 bis 6 Prozent nötig.
  • Lauf­zeit. Wann sind Sie voraus­sicht­lich schuldenfrei? Spätestens bis zu Renten­beginn sollten alle Kredite normaler­weise getilgt sein.
  • Belastungs­sprünge. Zeigt der Finanzierungs­plan, dass die monatliche Belastung zeit­weise stark steigt oder stark sinkt? In der Regel ist das nicht sinn­voll.

Diese Unterlagen brauchen Sie für die Bank

Unsere Liste gibt einen Über­blick über die Unterlagen, die Banken üblicher­weise vor der Kredit­vergabe verlangen. Je nach Bank, Immobilie und Finanzierung können die Anforderungen aber davon abweichen.

Unterlagen

Erhältlich bei

Aufstellung über Eigen­leistungen (Neubau/Modernisierung)

Architekt/eigene Aufstellung

Persönliche Unterlagen

Lohn- oder Gehalts­abrechnungen der letzten drei Monate

Arbeit­geber/eigene Unterlagen

Letzter Einkommensteuer­bescheid oder Bescheide der letzten zwei oder drei Jahre

Finanz­amt/Steuerberater/eigene Unterlagen

Selbst­ständige: Bilanzen und Gewinn­er­mitt­lungen der letzten zwei oder drei Jahre

Finanz­amt/Steuerberater/eigene Unterlagen

Selbst­auskunft

Bank (Formular)

Eigen­kapital­nach­weise (Konto- und Depot­auszüge, Schenkungs­nach­weis)

Bank/Versicherer/Bausparkasse

Kopie Personal­ausweis

Eigene Unterlage

Renten­information (eventuell)

Renten­versicherung/eigene Unterlagen

Nach­weis bestehender Verbindlich­keiten

Bank/eigene Unterlagen

Unterlagen zur Immobilie

Kauf­vertrag oder Vertrags­entwurf

Notar

Grund­buch­auszug (nicht älter als drei Monate)

Grund­buch­amt (Amts­gericht)

Baupläne/Grund­risse

Architekt/Makler/Verkäufer

Wohn-/Nutz­flächenbe­rechnung

Architekt/Makler/Verkäufer

Lageplan/Flurkarte

Makler/Verkäufer/Kataster­amt

Fotos der Immobilie (Vorder- und Rück­seite, Seiten­ansicht)

Eigene Aufnahmen

Nach­weis Gebäude­versicherung

Versicherer/Makler/Verkäufer

Exposé oder Verkaufs­prospekt

Makler/Verkäufer

Teilungs­erklärung (bei Eigentums­wohnungen)

Grund­buch­amt/Verwalter/Makler/Verkäufer

Baugenehmigung (Neu- und Umbau)

Bauamt

Baukostenbe­rechnung (Neubau/Modernisierung)

Architekt/Bauträger

Baubeschreibung/Werk­vertrag (Neubau/Modernisierung)

Architekt/Bauträger

Nach­weis Rohbau­versicherung (Neubau)

Versicherer/Makler/Verkäufer

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      Das ist der „Beleihungs­auslauf“

      Banken staffeln ihre Zins­sätze nach dem „Beleihungs­auslauf“, dem Anteil des Kredits am Immobilien­wert. Topzinsen gelten nur bis zum Limit von 45 bis 60 Prozent des Kauf­preises. Wer damit nicht auskommt, zahlt je nach Bank unterschiedliche Aufschläge.

      Bis zu 80 Prozent des Kauf­preises steigt der Zins­satz meist nur um ein bis zwei Zehntel Prozent­punkte. Doch sobald die 80-Prozent-Grenze über­schritten wird, wird der Gesamt­kredit immer teurer. Besonders hoch sind die Aufschläge, wenn der Kunde mehr als 90 Prozent finanziert. Im Beispiel in unserer Tabelle liegt der Zins­satz bei einer Voll­finanzierung des Kauf­preises fast einen Prozent­punkt über dem Bestzins­satz.

      Viele Banken geben den Beleihungs­auslauf in Prozent des Beleihungs­wertes an. Der liegt bei selbst genutzten Immobilien meist 10 Prozent unter dem Kauf­preis. 100 Prozent des Beleihungs­wertes entsprechen dann nur 90 Prozent des Kauf­preises.

      Kleines Eigen­kapital – hoher Zins­satz

      Die Tabelle zeigt typische Konditionen für ein Darlehen mit 15 Jahren Zins­bindung für eine Wohnung zum Preis von 250 000 Euro plus 25 000 Euro Neben­kosten (Kredit­angebote einer Bank am 2. Mai 2018 mit 3 Prozent Tilgungs­satz.). Der Zins­satz hängt vom Beleihungs­auslauf ab, dem Anteil des Darlehens am Kauf­preis.

      Beleihungs­auslauf in Prozent

      Eigen­kapital
      (Euro)

      Darlehen
      (Euro)

      Soll­zins
      (Prozent)

      Effektivzins
      (Prozent)

      Monats­rate
      (Euro)

      des Kauf­preises

      des Beleihungs­wertes1

       60

       67

      125 000

      150 000

      1,95

      1,99

       617,50

       70

       78

      100 000

      175 000

      2,05

      2,09

       736,46

       80

       89

       75 000

      200 000

      2,10

      2,14

       850,00

       90

      100

       50 000

      225 000

      2,20

      2,24

       975,00

      100

      111

       25 000

      250 000

      2,80

      2,86

      1 208,33

        • 1 Bei 10 Prozent Abschlag auf den Kauf­preis.
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