Mit niedrigen Lockzinsen für Baukredite versuchen manche Banken und Versicherer, Kapitallebensversicherungen an bauwillige Kunden zu verkaufen. So warb die Deutsche Bank im September mit einem Effektivzins von nur 4,65 Prozent für ein „Sonderkontingent“ von Baudarlehen mit zehn Jahren Zinsbindung. Die Gerling-Versicherung lockt mit einem „Sonderkreditprogramm“, das Kunden einen Zinsnachlass bis zu 0,3 Prozentpunkten bescheren soll.

Voraussetzung ist jedoch der Abschluss einer Kapitallebensversicherung oder aber einer fondsgebundenen Lebensversicherung. Mit der Auszahlung aus der Versicherung soll das Darlehen am Ende der Laufzeit zurückgezahlt werden.

Vorsicht! Solche Kombikredite sind aus steuerlichen Gründen allenfalls für Kapitalanleger interessant, die eine Immobilie vermieten. Für die Finanzierung eines Eigenheims sind sie ungeeignet.

Die niedrigen Zinssätze täuschen, weil darin die Beiträge für die Versicherung nicht berücksichtigt sind. Für Selbstnutzer sind die Angebote deutlich teurer als eine herkömmliche Finanzierung. So kostete der Kredit der Deutschen Bank effektiv nicht 4,65 Prozent, sondern – mit Beiträgen – 5,36 Prozent, rechnete die Verbraucherzentrale Bremen in einem konkreten Fall nach.

Außerdem ist unsicher, ob die Auszahlung aus der Versicherung zur Tilgung des Kredits reicht. Viele Kreditnehmer, die sich auf ein solches Finanzierungsmodell eingelassen haben, spüren das. Es drohen Lücken von mehr als 30 Prozent der Kreditsumme, nachdem die Versicherer ihre Überschussbeteiligung in den letzten Jahren stark gesenkt haben.

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