Gebührenschinderei

Kunden sollten sich wehren, wenn ihre alte Bank sie mit Gebühren schikaniert.

Für die Bearbeitung des Anschlusskredits verlangte die Volksbank Würzburg 50 Euro Gebühr. Die Hypovereinsbank forderte nach 18 Jahren Kreditlaufzeit 300 Euro Schätzgebühr, um den Wert der Immobilie neu zu ermitteln. Dabei wollte der Kunde seinen Kredit nur geringfügig aufstocken, nachdem er zuvor bereits 100 000 Euro getilgt hatte.

Dagegen sollten Kunden ebenso protestieren wie gegen überhöhte Zinssätze.

Wie Banken Untreue bestrafen

Auch beim Bankwechsel müssen Hauseigentümer gut aufpassen. Die Aareal Bank wollte von einem untreuen Kunden eine unzulässige „Treuhandgebühr“ von 125 Euro. In einer Kreditabrechnung der Commerzbank tauchten 306 Euro „Treuhandentgelt“ und 150 Euro „Sicherheitenbearbeitungsentgelt“ auf. Erst der Ombudsmann der privaten Banken erreichte die Rückzahlung (siehe auch „Unser Rat“).

Gute Nerven brauchte Walter Stein*, als er seine Kredite bei der AHBR ablösen wollte. Die verlangte plötzlich 9 000 Euro Vorfälligkeitsentschädigung. Dabei hatte der Kunde fristgerecht gekündigt.

Stein protestierte, die Bank entschuldigte sich. Drei Monate später forderte sie erneut 2 500 Euro Entschädigung für die Ablösung eines weiteren Darlehens.

Wieder beschwerte sich Stein. Nun behauptete die Bank, er habe nicht gekündigt – und drohte eine Neuberechnung der Entschädigung an, „sobald wir Ihre Kündigung vorliegen haben“. Später räumte die Bank ein, dass die Kündigung acht Monate vorher eingegangen war.

*Name geändert.

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