Baufinanzierung Test

Die eigenen vier Wände finanzieren - für Bauherren oder Wohnungskäufer ist dies nicht nur ein finanzieller Kraftakt. Meist ist auch das Vorwissen gering. Schließlich steht ein derartiges Projekt oft nur einmal im Leben an. Umso wichtiger ist eine gute Beratung. Doch diese ist bei vielen Banken und Sparkassen schlecht. Mehr als ein Viertel der 140 Beratungen im Test brachte mangelhafte Ergebnisse. Fehler: Kunden erhalten zu hohe Kreditsummen, spärliche Angaben zu den angebotenen Krediten sowie fehlende oder lückenhafte Finanzierungspläne. Das kann Kunden viele tausend Euro kosten. Finanztest sagt, welche Banken und Sparkassen eine solide Baufinanzierungsberatung anbieten und gibt Tipps, wie Kunden sich vor, während sowie nach der Beratung verhalten sollten.

Viermal „mangelhaft“

Der einfache Testfall: Die Eigentumswohnung kostet 185.000 Euro plus Nebenkosten. Rund 80.000 Euro kann der Käufer selbst aufbringen. Aufgabe der Bankberater war es, einen auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse zugeschnittenen Finanzierungsplan zu erstellen. Testsieger ist die Frankfurter Volksbank. Deren Berater überzeugten in allen Gesprächen. Ein „gut“ erhielten auch die Kölner Stadtsparkasse und die SEB. Dagegen kassierten Allbank, Berliner Sparkasse, Citibank und Postbank ein „mangelhaft“.

Kredite zu hoch

Viele Berater berücksichtigten vorhandene Eigenmittel wie Fonds oder Bundesanleihen nicht ausreichend. Daher empfahlen die Banken und Sparkassen im Schnitt eine Kreditsumme von 150.000 Euro. Bei sinnvollem Einsatz der Eigenmittel hätte eine Kreditsumme von maximal 130.000 Euro für den Kauf der Eigentumswohnung ausgereicht. 30 der 140 Berater wollten den Testkunden sogar Kredite über 170.000 Euro andrehen. Das ist ärgerlich, denn Kunden müssen bei einer Überfinanzierung viel mehr Kreditzinsen zahlen als nötig.

Förderdarlehen verschwiegen

Ebenfalls ärgerlich: Mehr als die Hälfte der Berater verschwieg, dass die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein günstiges Darlehen zur Eigenheimfinanzierung vergibt. Im Testfall hätten damit 60.000 Euro günstig finanziert werden können: Der Zinssatz des KfW-Darlehens lag durchschnittlich um 0,3, teilweise sogar um mehr als 0,5 Prozentpunkte unter den Bankangeboten. Ohne dieses Förderdarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung hätten die Testkunden durchschnittlich 2.000 Euro Zinsen zu viel gezahlt.

Informationen nur spärlich

Doch damit nicht genug: Die Testkunden erhielten bei vielen Kreditinstituten nur dürftige Informationen über die Konditionen der Kredite sowie über die finanzielle Belastung, die durch den Kauf entsteht. Beispiele: Jeder vierte Berater nannte den Effektivzins nicht, der die wichtigsten Kreditkosten enthält und für den Vergleich von Angeboten entscheidend ist. Nicht einmal jeder zweite Berater druckte seinen Kunden einen Tilgungsplan aus. Das Risiko steigender Zinsen nach Ablauf der Zinsbindung war in den meisten Beratungsgesprächen kein Thema.

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