Beleihung nur in Grenzen

Wie viel Kredit eine Bank gibt, hängt vom Beleihungswert der Immobilie und der Beleihungsgrenze des Kreditinstituts ab.

Entscheidend für die Kreditvergabe einer Bank ist nicht der tatsächliche Kaufpreis oder der Baupreis eines Hauses, sondern der vom Institut ermittelte Beleihungswert.

Die Bank prüft, ob der Kaufpreis nach Alter, Lage und Ausstattung der Immobilie angemessen ist, und zieht je nach Objekt 10 bis 25 Prozent Sicherheitsabschlag ab. Der Beleihungswert entspricht daher üblicherweise nur 75 bis 90 Prozent des Kaufpreises.

Vergibt die Bank Kredite bis zu einer Beleihungsgrenze von 80 Prozent, beteiligt sie sich somit nur mit 60 bis 72 Prozent an der Finanzierung. Beispiel:

Kredithöhe bei 80 Prozent Beleihung
Kaufpreis ohne Nebenkosten (Euro): 200 000
– 10  Prozent Sicherheitsabschlag (Euro): 20 000
= Beleihungswert (Euro): 180 000
× Beleihungsgrenze: 80%
= Maximale Kredithöhe (Euro): 144 000

Der Kreditnehmer muss hier 56 000 Euro aus eigenen Mitteln zahlen. Dazu kommen Nebenkosten von mindestens 5 Prozent des Kaufpreises, die eine Bank nicht mitfinanziert. Das nötige Eigenkapital erhöht sich so auf mindestens 66 000 Euro.

Die Tabelle „Limit für Baukredite“ zeigt den maximalen Kredit, mit dem Kunden je nach Beleihungsgrenze ihrer Bank ­rechnen können. Mitunter akzeptiert die Bank allerdings auch den vollen Kaufpreis als Beleihungswert, weil der Kunde sein Haus besonders günstig oder in erstklassiger Lage erwirbt.

Meist bestehen Banken darauf, dass ihr Kredit im ersten Rang im Grundbuch eingetragen wird. Denn wenn es zur Zwangsversteigerung kommt, hängt es vom Rang im Grundbuch ab, in welcher Reihenfolge der Erlös auf die Gläubiger verteilt wird. Dann will jeder der Erste sein.

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