Kombikredite mit Risiko: Kostenfalle durch zu kurze Zins­bindung – Beispiel Schwäbisch Hall

Bei Kombikrediten mit Bauspar­verträgen müssen Kreditnehmer aufpassen, dass sie einen zins­sicheren Vertrag wählen. Dafür muss der Zins­satz für das Voraus­darlehen bis zur Zuteilung fest­geschrieben sein – wie bei den Kombikrediten in der Tabelle (Tabelle Kombikredite der Bausparkassen).

Endet die Zins­bindung schon viele Jahre vorher, droht eine Kostenfalle – wie bei riskanten Kombikrediten von Schwäbisch Hall. In den Internet­rechner der Bausparkasse kann der Kunde die Kreditsumme eintippen und für das Voraus­darlehen eine Zins­bindung von 5 bis 15 Jahren wählen. Wählt er zehn Jahre und 200 000 Euro Kreditsumme, macht die Bausparkasse folgenden Vorschlag (Stand: 30. Mai 2017):

  • Der Kunde nimmt ein Darlehen zum Zins­satz von 1,55 Prozent auf und schließt einen Bauspar­vertrag mit 200 000 Euro Bausparsumme ab. Dafür zahlt er im Monat 759 Euro (500 Euro Sparrate und 259 Euro Zinsen).
  • Sobald der Bauspar­vertrag zugeteilt wird, löst er das Voraus­darlehen ab. Danach zahlt er monatlich 1 023 Euro für das Bauspardarlehen, bis es nach gut 25 Jahren getilgt ist. Der Effektivzins beträgt laut Kasse 2,09 Prozent.

Was der Schwäbisch-Hall-Rechner verschweigt: Wenn die Zins­bindung des Voraus­darlehens nach zehn Jahren endet, ist der Bauspar­vertrag noch lange nicht zugeteilt. Das dauert noch weitere fünf Jahre. Bis dahin muss das Voraus­darlehen mit ungewissem Zins­satz verlängert werden. Weil der Kredit nach zehn Jahren noch so hoch ist wie am Anfang, ist das Risiko enorm. Ein Zins­anstieg auf 5 Prozent würde die Monats­belastung auf 1 333 Euro katapultieren und den Effektivzins der Finanzierung auf gut 3 Prozent erhöhen.

Vorsicht: Mitunter bieten Bausparkassen solche Risiko­kredite unter der gleichen Produktbezeichnung an wie ihre zins­sicheren Kombikredite.

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