Baufinanzierung Meldung

Kursschwankungen an der Börse machen die Baufinanzierung mit Aktienfonds sehr riskant.

Mit abenteuerlichen Vergleichsrechnungen versuchen manche Kreditvermittler, Bauherren riskante Finanzierungen mit Aktienfonds anzudrehen.

Eine besonders dreiste Rechnung macht der Internetmakler Baufi 100 auf. „Angenommen, Sie hätten am 1. Januar 1989 ein Darlehen mit 15-jähriger Zinsbindung zum Kauf eines Einfamilienhauses über 150 000 Euro aufgenommen und anstelle einer Tilgung

von 2 Prozent den gleichen Betrag monatlich in einen wertbeständigen Aktienfonds eingezahlt ...“, beginnt der Vermittler seine Märchenstunde.

Dann rechnet er vor: Bei einem Zinssatz von 6 Prozent und 2 Prozent Tilgung hätte der Eigentümer Ende 2003 noch eine Restschuld von 77 295 Euro gehabt. Hätte er ein Darlehen ohne Tilgung aufgenommen und 250 Euro im Monat in einen Aktienfonds gespart, hätte er den Kredit mit dem Fondsvermögen bis auf 62 022 Euro abzahlen können. Er hätte mit der Fondsvariante mehr als 15 000 Euro gespart.

Die tolle Ersparnis kommt nur zustande, weil Baufi 100 eine Rendite des Fondssparplans von 9 Prozent unterstellt. Eine so hohe Rendite hat in dem genannten Zeitraum aber kein einziger der beim Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) gelisteten Fonds mit Anlageschwerpunkt in deutschen oder internationalen Aktien erreicht. Im Schnitt brachten sie nur Renditen um 4 Prozent.

Nicht einmal der genannte Kreditzinssatz stimmt. Anfang 1989 kosteten Kredite mit 15 Jahren Zinsbindung nicht 6, sondern fast 8 Prozent. Eine realistische Rechnung kommt deshalb zu einem ganz anderen Ergebnis: Mit der Fondsvariante hätte der Kreditnehmer heute 24 000 Euro mehr Schulden als mit einer normalen Finanzierung.

Natürlich kann eine solche Finanzierung auch gut gehen. Doch das Risiko ist hoch. Ein sicheres Geschäft ist die Tilgung mithilfe eines Fonds nur für den Vermittler. Er bekommt die Provision für das Darlehen und dazu noch Provisionen für die Fondsvermittlung.

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