Was ist eigentlich: ... Basel II?

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat 1988 internationale Eigenkapitalrichtlinien für Banken („Basel I“) verabschiedet, die heute in über 100 Staaten angewendet werden. Sie bestimmen, dass Banken Kredite höchstens bis zum 12,5fachen ihres Eigenkapitals vergeben dürfen. Immobilienkredite zählen wegen ihres geringeren Risikos nur zur Hälfte. Banken müssen daher zurzeit für Hypothekendarlehen pauschal 4 Prozent und für sonstige Kredite 8 Prozent Eigenkapital nachweisen. Mit dieser Regelung wird das Risiko begrenzt, dass Verluste durch Kreditausfälle zu einer Bankenpleite führen.

Eine Neufassung der Eigenkapitalrichtlinie, kurz „Basel II“ genannt, wird voraussichtlich Mitte 2004 verabschiedet. Künftig soll es von der Bonität des Kreditnehmers und dem Wert der Sicherheiten abhängen, wie viel Eigenkapital die Bank benötigt. Je geringer das Risiko, desto weniger Eigenkapital braucht die Bank. Davon werden vor allem Banken profitieren, die über geeignete Ratings zur Risikomessung verfügen. Ab Anfang 2007 soll Basel II verbindlich sein.

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