Versicherungen

Auf einer Baustelle kann viel passieren: Ein spielendes Kind stürzt in die Baugrube oder ein Auto­fahrer verursacht wegen herum­fliegender Planen einen Unfall. In diesen Fällen haftet der Bauherr - und zwar unbe­grenzt. Das kann schnell in die Hundert­tausende gehen. Für alle, die ein Haus bauen, ist daher eine Police unerläss­lich: die Bauherrenhaft­pflicht­versicherung. Meist kostet sie weniger als ein Promille der Bausumme. Und es gibt weitere Versicherungen, mit denen Bauherren die Risiken eines Bauvorhabens absichern können.

Bauherrenhaft­pflicht­versicherung

Die Bauherrenhaft­pflicht kommt meist für eine Bauzeit von bis zu zwei Jahren für Schäden auf, die sonst der Bauherr selbst zahlen müsste. Das gilt sogar für den Fall, dass er den Schaden grob fahr­lässig verursacht hat. Der Versicherer prüft außerdem, ob Ersatz­ansprüche über­haupt gerecht­fertigt sind und trägt die Kosten einer gericht­lichen Auseinander­setzung.

Mitversichert sind auch Pflichten, die der Bauherr schon während der Bauphase hat, etwa seine Streu­pflicht. Nach Ende der Bauzeit muss er die Risiken, die für ihn als Haus- und Grund­besitzer entstehen, entweder durch seine private Haft­pflicht­versicherung decken oder durch eine Haus- und Grund­besitzer-Haft­pflicht­versicherung. Das hängt davon ab, ob er die Immobilie nach Fertigstellung selbst bewohnt oder vermietet.

Die Bauherrenhaft­pflicht kostet einen einmaligen Betrag, der abhängig von der Bausumme ist. Für den Bau eines 250 000 Euro teuren Einfamilien­hauses zum Beispiel kostet sie zwischen rund 100 und 200 Euro. Auch Eigen­leistungen gehen in die Bausumme ein: mit dem Preis, den ein Hand­werker dafür nehmen würde. Dazu muss, wer Eigen­leistung erbringt, mehr Prämie zahlen. Einige Versicherer verlangen den Zuschlag erst für Eigen­leistungen im Wert von über 25 000 Euro, andere schon für die ersten 1 000 Euro.

Tipps

  • Versicherungs­summe. Achten Sie auf eine hohe Versicherungs­summe. Sie sollte mindestens drei Millionen Euro pauschal für Personen- und Sach­schäden betragen. Viele Gesell­schaften bieten nur nied­rigere Leistungs­grenzen an.
  • Grund­stück. Schließen Sie die Bauherrenhaft­pflicht bereits beim Grundstücks­kauf ab, wenn Sie absehen können, dass das Gebäude inner­halb von zwei Jahren fertig gestellt wird. Die Haft­pflicht für das unbe­baute Grund­stück wird so bereits vor Baubeginn ohne Zusatz­kosten mitversichert.
  • Um- und Ausbau. Prüfen Sie bei kleineren Bauvorhaben, ob eventuelle Schäden schon mit Ihrer privaten Haft­pflicht­versicherung abge­deckt sind. Das ist - je nach Versicherer - für Bausummen von 10 000 bis 100 000 Euro der Fall. Einige Tarife begrenzen die Bausumme gar nicht.
  • Helfer. Private Helfer, die auf Ihrer Baustelle anpacken, müssen Sie bei der Bau-Berufs­genossenschaft anmelden. Für Ansprüche aus Arbeits­unfällen leistet die Bauherrenhaft­pflicht nämlich nicht. Wichtig: Um die Absicherung durch die Berufs­genossenschaft nicht zu gefährden, müssen Sie deren Unfall­verhütungs­vorschriften einhalten.

Bauleistungs­versicherung

Auch wenn während der Bauphase der Rohbau oder Baumaterialien zerstört oder beschädigt werden, kann das bei einer knappen Kalkulation den Finanzierungs­plan und damit den gesamten Bau gefährden. Solche Risiken deckt die Bauleistungs­versicherung ab. Sie kommt auf für Elementar­ereig­nisse wie Erdbeben, Witterungs­einflüsse wie Wolkenbruch, Orkan, Über­schwemmungen, mutwil­lige Zerstörung durch Unbe­kannte, Ungeschick­lich­keit und Fahr­lässig­keit von Bauarbeitern sowie Diebstahl von bereits fest einge­bautem Material.

Doch auch die Bauleistungs­police deckt bestimmte Schäden nicht oder nur mit entsprechender Zusatz­ver­einbarung ab. So sind auf der Baustelle gelagerte Materialien zwar gegen Beschädigung, nicht aber gegen Diebstahl gesichert. Nicht versichert sind auch Schäden durch normale Witterungs­einflüsse wie Frost, Pfusch am Bau, unterlassene übliche Schutz­maßnahmen der Baufirmen, An- und Umbauten an der Altbau­substanz sowie Feuer.

Tipps

  • Feuerschäden. Da die Bauleistungs­versicherung sie nicht deckt, sollten Sie schon zu Baubeginn eine Wohn­gebäude­versicherung abschließen. Feuerschäden am Rohbau sind dann bereits während der Bauphase für sechs bis zwölf Monate beitrags­frei mitversichert.
  • Tests. Die Tests von Finanztest helfen die güns­tigsten Versicherungen zu finden.

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