Bauspar­förderung

Seit 2009 erhalten Bausparer die staatliche Wohnungs­bauprämie nur noch dann, wenn sie eine Immobilie wirk­lich kaufen, bauen oder modernisieren. Nur Bausparer, die ihren Vertrag vor 2009 abge­schlossen haben oder bei Vertrags­abschluss keine 25 Jahre alt sind, dürfen ihr Geld nach einer Sperr­frist von sieben Jahren auch weiterhin zu beliebigen Zwecken verwenden, ohne die Prämien zu verlieren. Gering­verdiener erhalten die Arbeitnehmer­spar­zulage weiterhin zu den alten Konditionen.

Prämien

Wohnungs­bauprämie: Das zu versteuernde Einkommen von Allein­stehenden darf für den Anspruch auf Wohnungs­bauprämie höchs­tens 25 600 Euro betragen, das von Ehepaaren höchs­tens 51 200 Euro. Allein­stehende können höchs­tens 45,06 Euro pro Jahr auf eine jähr­liche Spar­leistung von maximal 512 Euro erhalten, Ehepaare 90,11 Euro auf die jähr­liche Spar­leistung von 1 024 Euro. Den Antrag für die Prämie verschickt die Bausparkasse zusammen mit dem Konto­auszug. Für nach 2008 abge­schlossene Verträge ist die Prämie in der Regel an „wohn­wirt­schaftliche Zwecke“ gebunden, das heißt an den Kauf, den Bau oder die Modernisierung einer Immobilie. Nur für Bausparer, die bei Vertrags­abschluss noch keine 25 Jahre alt ist, entfällt diese Zweck­bindung nach sieben Jahren.

Arbeitnehmer­spar­zulage: Arbeitnehmer können in der Steuererklärung zusätzlich eine Spar­zulage beantragen, wenn sie vermögens­wirk­same Leistungen auf das Bauspar­konto über­weisen lassen. Die Zulage beträgt pro Arbeitnehmer 9 Prozent auf jähr­liche Sparbeiträge bis zu 470 Euro. Arbeiten beide Ehepartner, verdoppelt sich deshalb der geförderte Höchst­betrag auf 940 Euro pro Jahr. Die Einkommens­grenzen sind allerdings nied­riger als bei der Wohnungs­bauprämie. Sie liegt für Allein­stehende bei 17.900 Euro und für Ehepaare bei 35.800 Euro.

Bausparsumme variiert je nach Sparziel

Renditesparer. Zusammen mit Prämien oder Zulagen lohnt sich Bausparen als reine Geld­anlage in erster Linie für Arbeitnehmer mit geringem Einkommen und für Bausparer, die bei Vertrags­schluss jünger als 25 Jahre alt sind. Doch aufgepasst: Die Bausparsumme sollte bei sieben Jahren Spar­zeit das Zehnfache des geförderten Spar­beitrags nicht über­steigen. Geeignet sind zudem nur Tarife mit hoher Guthaben­verzinsung, bei denen die Bausparkasse einen Zins­bonus zahlt, wenn der Kunde nach sieben Jahren auf ein Darlehen verzichtet.

Unent­schlossene. Sparer, die nur sehr vage Baupläne haben, wählen am besten einen flexiblen Tarif, der bei einem Darlehens­verzicht zumindest Bonuszinsen bringt. Sie sollten ebenfalls nur mit einer kleinen Bausparsumme anfangen. Werden die Baupläne konkreter, können sie die Summe immer noch aufstocken.

Zielsparer. Für Sparer, die fest zum Bau entschlossen sind, spielt die Gutha­benzinsen nicht die entscheidende Rolle. Ebenso wichtig sind güns­tige Konditionen für das anschließende Bauspardarlehen. Je nach Einschät­zung der Zins­entwick­lung kann es sich für sie lohnen, einen Vertrag mit einer höheren Bausparsumme oder – was auf das Gleiche hinaus­läuft - zusätzlich zum Prämienbauspar­vertrag einen zweiten Vertrag abzu­schließen.

Die aktuellen Tests von Bausparkassen und Tarifen finden Sie in der Über­sicht.

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