Commerz­bank: Kompliziert und viel zu teuer

„Das Zins­Garan­tieModell bietet Ihnen Zins­sicherheit und gleich­bleibende Raten und güns­tige Konditionen.“ So wirbt die Commerz­bank für eine spezielle Kredit­kombination mit einem Bauspar­vertrag. „Kompliziert und teuer“ wäre die treffendere Beschreibung dieses Modells, das einem unserer Tester empfohlen wurde.

Damit er von der Bank 240 000 Euro für den Wohnungs­kauf bekommt, sollte er zwei Kredite von zusammen 350 000 Euro abschließen: Ein Voll­tilgerdarlehen in Höhe von 60 000 Euro, das er in sechs Jahren komplett zurück­zahlt. Zudem ein tilgungs­freies Darlehen von 290 000 Euro, mit dem ein Wüstenrot-Bauspar­vertrag mit gleich hoher Bausparsumme vorfinanziert wird. Vom Darlehen bekommt der Kreditnehmer nur 180 000 Euro ausgezahlt. 110 000 Euro fließen in den Bauspar­vertrag, der ohne weitere Sparraten nach sechs Jahren zugeteilt wird und dann das Darlehen ablöst.

Wir haben nachgerechnet: Mit einem Effektivzins von 2,7 Prozent für die knapp 20-jährige Gesamt­lauf­zeit war die komplizierte Kombination eine der teuersten Finanzierungen im Test. Bei vergleich­baren Angeboten güns­tiger Banken hätte der Kunde rund 35 000 Euro weniger Zinsen zahlen müssen. Die hohen Kosten des Commerz­bank-Angebots waren allerdings kaum erkenn­bar. Denn die Bank verschwieg den Effektivzins für die Gesamt­lauf­zeit der Bauspar­kombination – ein Verstoß gegen die Preis­angaben­ver­ordnung (Viele Banken nennen nicht den Effektivzins).

Dazu kommt: Der Kunde hätte sich das Modell gar nicht leisten können. Die Monats­rate war 350 Euro zu hoch.

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